BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – BEOS hat im Innovationscampus BERLIN DECKS in Berlin-Mitte eine langfristige Vermietung von rund 5.700 Quadratmetern an Planet Labs umgesetzt. Die Flächen decken Produktion von Satelliten sowie Forschungs- und Entwicklungsaufgaben ab und werden um passende Bürobereiche ergänzt. Planet Labs soll die neuen Räumlichkeiten im laufenden Jahr beziehen. Damit sind die Gebäude 1 und 2 im Technologiecampus vollständig ausgelastet.

Die Vollvermietung der Gebäude 1 und 2 im Innovationscampus BERLIN DECKS ist vor allem deshalb ein sichtbares Signal, weil sie auf die wachsenden Anforderungen internationaler Raumfahrt-Startups und -Schmieden eingeht. BEOS, ein Unternehmen der Swiss Life Asset Managers, hat hierfür rund 5.700 Quadratmeter langfristig an Planet Labs vergeben. Der Zuschnitt ist nicht nur „Bürofläche plus Lager“, sondern umfasst Bereiche für die Produktion von Satelliten sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, ergänzt um entsprechende Arbeitsplätze. Für den Standort in Berlin ist das auch strategisch: Planet Labs hat dort seit mehr als einem Jahrzehnt den europäischen Hauptsitz.
Technisch betrachtet entscheidet bei solchen Vorhaben die Frage, wie sich Entwicklungs- und Fertigungsumgebungen im Alltag abbilden lassen. Satellitenfertigung erfordert typischerweise präzise Abläufe, klare Schnittstellen zwischen Montage, Test und Dokumentation sowie eine Infrastruktur, die stabile Betriebsbedingungen für Ingenieur-Teams schafft. Genau in diesem Spannungsfeld positioniert sich der „European Space Hub“ in den BERLIN DECKS: Planet Labs verbindet damit Satellitenfertigung, Ingenieurwesen, Missionsbetrieb und Geschäftsbetrieb an einem Ort. Das reduziert Reibungsverluste zwischen Teams, die sonst für Prototyping, Validierung und Betriebsplanung über verschiedene Standorte hinweg koordinieren müssten.
Für Planet Labs ist die Erweiterung zudem mehr als nur zusätzlicher Platz. Der Umzug bzw. die Ausweitung hin zum neuen European Space Hub in den BERLIN DECKS gilt als zentraler Meilenstein der europäischen Wachstumsstrategie. Gleichzeitig nutzt das Unternehmen Berlin bereits als europäische Zentrale, sodass die erste Produktionsstätte in Europa dort entsteht und damit der bestehende Hub-Charakter des Standorts weiter verstärkt wird. Damit wächst der Campus-Typ weg von einem reinen „Innovationsthema auf dem Papier“, hin zu einem operativ geprägten Standort, an dem aus Forschung tatsächlich industrielle Prozesse werden sollen.
Auch der Mieter-Mix im Technologiecampus spielt in diese Entwicklung hinein. Neben Planet Labs zählen weitere Technologieunternehmen zu den Mietern der BERLIN DECKS, darunter MBition, eine Tochtergesellschaft von Mercedes-Benz. Laut den Angaben zur Nutzung verfügt MBition in den Gebäuden 1 und 2 bereits über Flächen für Softwareentwicklung sowie für Test- und Entwicklungsumgebungen. Das passt inhaltlich gut zusammen: Raumfahrtentwicklung braucht ebenso wie Software-gestützte Produktzyklen funktionierende Testlandschaften, in denen Änderungen kontrolliert in den nächsten Iterationsschritt überführt werden. Der Campus wirkt damit wie eine Brücke zwischen unterschiedlichen, aber ergänzenden Disziplinen.
Die Vermietung wurde durch mehrere Beratungsunternehmen unterstützt: Knight Frank, Realogis und Newmark. Aus Marktsicht zeigt das, dass bei Flächen für High-Tech-Workloads nicht nur Lage und Quadratmeterzahl zählen, sondern auch die Fähigkeit, Betriebsanforderungen und Projektlogik sauber zu mappen. BEOS und Swiss Life Asset Managers können sich mit der langfristigen Belegung außerdem darauf stützen, dass Planet Labs als internationaler Technologieakteur bereits einen festen europäischen Ankerpunkt in Berlin hat. Dass für den Bezug der Räumlichkeiten „im laufenden Jahr“ eine konkrete Planung vorgesehen ist, erhöht die Planbarkeit für alle Beteiligten und reduziert das Risiko von Leerlaufphasen im Betriebskonzept des Campus.
Für Unternehmen und die Betreiberseite ergeben sich daraus mehrere praktische Implikationen. Erstens wird die lokale Liefer- und Dienstleistungsbasis relevanter, weil Produktions- und Testumgebungen regelmäßig spezialisierte Partner benötigen – etwa für technische Dienstleistungen, Komponentenlogistik oder Qualifizierung von Prüfständen. Zweitens steigt der Anreiz für weitere internationale Teams, wenn ein Campus nachweisbar nicht nur Entwicklung, sondern auch operative Kapazitäten in den Vordergrund stellt. Drittens kann ein solcher Space-Hub auch Talente anziehen, weil kurze Wege zwischen Ingenieurwesen und Betriebsorganisation die Einarbeitung erleichtern. Damit wird BERLIN DECKS nicht lediglich zur Adresse für „R&D“, sondern zu einem konkreten Standortbaustein für europäische industrielle Handlungsfähigkeit im Weltraum.
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