BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Betriebsratsforum #BR26 startet im September 2026 in Berlin und bringt rund 1.000 Betriebsrätinnen und Betriebsräte zusammen. Der DGB hat dafür die Registrierung offiziell angestoßen und positioniert die Veranstaltung als zentrale Plattform für betriebliche Mitbestimmung. Im Fokus stehen Austausch zu rechtlichen Entwicklungen, organisatorische Herausforderungen und praxistaugliche Strategien. Parallel kündigt der DGB Vernetzungsformate an, mit denen Kontakte zwischen den Vertretungen bundesweit gestärkt werden sollen.

Wer in Deutschland Betriebsratsarbeit organisiert, kennt das Grundproblem: Mitbestimmung findet zwar in jedem Betrieb statt, die konkreten Herausforderungen sind aber selten identisch. Genau an diesem Punkt setzt das Betriebsratsforum #BR26 an, das im September 2026 in Berlin stattfinden soll. Nach Angaben des DGB wurde die offizielle Registrierung bereits am 12. August gestartet. Erwartet werden dabei rund 1.000 Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus der gesamten Bundesrepublik – eine Größenordnung, die im Alltag selten erreicht wird, selbst wenn viele Initiativen zur Arbeitswelt im Netz und über Verbände laufen.
Das Programm ist als zweitägige Fachveranstaltung für den 16. und 17. September 2026 terminiert. Der DGB beschreibt #BR26 als Plattform, um Arbeitnehmervertreter zu vernetzen und die betriebliche Mitbestimmung stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Zentral ist dabei der Austausch zwischen verschiedenen Branchen, weil unterschiedliche Produktions- und Dienstleistungsrealitäten jeweils andere Fragen nach sich ziehen: von Umstrukturierungen über neue Arbeitszeitmodelle bis hin zu technologischen Veränderungen im Betrieb. Yasmin Fahimi, Vorsitzende des DGB, hebt laut Ankündigung hervor, dass Mitbestimmung in einer sich wandelnden Arbeitswelt ein entscheidender Faktor ist, um Interessen der Beschäftigten wirksam zu vertreten und demokratische Teilhabe im Betrieb zu sichern.
Für viele Betriebsratsgremien ist weniger der Grundsatz entscheidend als die praktische Handhabung – also wie sich Rechte im Tagesgeschäft durchsetzen lassen, ohne dass die Verhandlungsposition im Betrieb aus dem Gleichgewicht gerät. #BR26 adressiert diese Lücke, indem es Orientierung zu aktuellen rechtlichen Entwicklungen, organisatorischen Herausforderungen und erfolgreichen Strategien der Betriebsratsarbeit anbieten will. Dazu gehört auch, dass die Teilnehmenden sich über die „Spielräume“ der gesetzlichen Mitbestimmung austauschen sollen. Solche fachlichen Bausteine sind aus Sicht der betrieblichen Praxis besonders relevant, weil sich Rechte häufig dann konkretisieren, wenn in einem Unternehmen Prozesse, Zuständigkeiten oder Entscheidungswege neu geordnet werden.
Eine zusätzliche Relevanz erhält das Forum durch die angekündigte wissenschaftlich-juristische Begleitung: Neben dem DGB wirken der Bund-Verlag sowie die Hans-Böckler-Stiftung an der Konzeption mit. Das ist nicht nur ein formales Gütesiegel, sondern adressiert eine typische Erwartungshaltung in der Mitbestimmung: Betriebsrätinnen und Betriebsräte brauchen einerseits verlässliche, rechtssichere Grundlagen, andererseits aber auch Materialien, mit denen sich Beratungen, Betriebsvereinbarungen und interne Abstimmungsprozesse sauber vorbereiten lassen. In der Ankündigung wird deshalb explizit auf das Angebot rechtssicherer Dokumente sowie praxiserprobter Muster und Checklisten Bezug genommen, die als kostenloser Experten-Report verfügbar sein sollen.
Unter den Programmhöhepunkten steht zudem die Verleihung des Deutschen Betriebsräte-Preises 2026, die am 16. September im Rahmen des Forums stattfinden soll. Solche Auszeichnungen wirken in der Regel doppelt: Sie würdigen konkrete Projekte und Initiativen, und sie machen zugleich sichtbar, welche Ansätze in der Interessenvertretung als besonders innovativ oder nachhaltig wahrgenommen werden. Für den ersten Veranstaltungstag wird zudem prominenter Besuch aus der Politik erwartet; laut Ankündigung soll Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) auf der Gästeliste stehen. Ihre Teilnahme unterstreicht, dass betriebliche Mitbestimmung politisch als Bestandteil des Arbeits- und Sozialwesens verstanden wird – nicht ausschließlich als internes Thema der Unternehmen.
Für Entscheider in HR, Personalentwicklung und Betriebsorganisationen lohnt sich #BR26 auch aus einem weiteren Blickwinkel: In vielen Unternehmen werden Mitbestimmungsprozesse zunehmend durch digitale Werkzeuge begleitet, etwa bei der Abstimmung von Gremien, beim Dokumentenmanagement oder in der Analyse von Beteiligungs- und Regelungsbedarfen. In diesem Kontext rückt auch Künstliche Intelligenz (KI) als Infrastrukturfrage näher an die Betriebsratsarbeit: nicht als Ersatz für demokratische Verfahren, sondern als mögliche Unterstützung beim Strukturieren von Informationen, beim Auffinden relevanter Textstellen oder beim Erstellen von Übersichten. Dass solche Themen im Forum nicht als Selbstzweck laufen müssen, ist plausibel, denn der DGB betont den Schwerpunkt auf rechtliche Entwicklungen und organisatorische Herausforderungen – Bereiche, in denen Digitalisierungsentscheidungen erfahrungsgemäß schnell in Zuständigkeiten, Prozesse und Dokumentationspflichten hineinwirken.
Organisatorisch bleibt festzuhalten, dass sich interessierte Betriebsratsmitglieder ab sofort über die offiziellen Kanäle des DGB anmelden können. Neben Vorträgen und Diskussionsrunden soll es umfangreiche Networking-Möglichkeiten geben, um Kontakte zwischen den verschiedenen Belegschaftsvertretungen zu stärken. Gerade dieser Teil ist in der Praxis oft der schnellste Weg, um aus abstraktem „Wissen über Rechte“ konkrete Handlungsmuster für Verhandlungen, Rollenklärung und Projektplanung zu gewinnen. Die Teilnahme kann damit auch indirekt den internen Turnaround unterstützen: Wer neue Impulse aus anderen Branchen mitbringt, kann die eigene Organisation besser aufkommenden Themen anpassen – von Restrukturierungen bis zu neuen betrieblichen Regelungsfeldern.
Am Rand der Ankündigung steht außerdem ein Hinweis auf die üblichen redaktionellen Disclaimer, inklusive der Formulierung, dass keine Anlageberatung bereitgestellt werde und dass Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr seien. Außerdem wird darauf verwiesen, dass Beiträge ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von KI erstellt und geprüft werden. Für das Forum selbst bedeutet das: Die inhaltliche Ausrichtung bleibt bei betrieblicher Mitbestimmung, Rechtsgrundlagen und Austausch – also genau dort, wo Betriebsrätinnen und Betriebsräte im September 2026 in Berlin ihre gemeinsame Arbeitsbasis erweitern sollen.
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