LONDON (IT BOLTWISE) – Angreifer nutzen offizielle Claude-Funktionen wie „Artifacts“ und „Shared Chats“, um gefälschte Installationsanleitungen auf der echten Domain bereitzustellen. Die Kampagnen richten sich gezielt an Windows- und macOS-Nutzer, um nach der Ausführung Kryptowährungszugang zu erbeuten. Verwendet werden dafür auch bezahlte Google-Ads mit Tracking-Parametern. Offen bleibt, ob die betrügerischen Seiten inzwischen entfernt wurden.

Die Sicherheitslage rund um KI-Plattformen bekommt eine neue, unangenehme Facette: Laut einem Bericht eines Sicherheitskonzerns haben Angreifer offizielle Funktionen eines KI-Dienstes verwendet, um unter real wirkenden Webadressen gefälschte Installationsanleitungen zu verteilen. Entscheidend ist dabei nicht, dass die Kerninfrastruktur des KI-Entwicklers übernommen wurde, sondern dass die Täter die bestehenden Plattformmechanismen so ausnutzen, dass ihre Inhalte wie ein legitimer Teil des Produkts wirken. Genau dieses Muster erhöht die Angriffswahrscheinlichkeit, weil das Opfer nicht zwangsläufig „auf eine fremde Phishing-Seite“ geht, sondern auf Seiten landet, die visuell und semantisch an den Dienst selbst gekoppelt sind.
Im Zentrum der Manipulation stehen zwei Bereiche der Plattform: „Artifacts“ und „Shared Chats“. Die Angreifer stellten schädliche Inhalte so bereit, dass Links auf die echte Domain des Dienstes zeigten, etwa auf Pfade wie claude.ai/share/ oder claude.ai/artifact/. Dadurch fällt für viele Nutzer der klassische Sicherheitsfilter weg, der bei fremden Domains oder augenscheinlichen Umleitungen häufig anspringt. Damit das ganze System Reichweite bekommt, schalteten die Täter zusätzlich bezahlte Werbeanzeigen bei Google, die bei passenden Suchanfragen weit oben erschienen und dabei laut Bericht auch spezifische Tracking-Parameter mitführten. Für die operative Wirkung bedeutet das: Der Angriff kombiniert Social Engineering, Suchwerbung und KI-Plattformlogik in einem einzigen Prozess.
Während viele Vorfälle dieser Art auf „Copy & Paste“-Anleitungen setzen, werden hier OS-spezifische Schritte beschrieben, die sich an macOS und Windows unterschiedlich anfühlen. Bei macOS wurde den Nutzern eine ClickFix-Aufforderung unter Titeln wie „Install on macOS“ oder „Quick install via Terminal“ präsentiert. Wer dann den verschleierten Terminal-Befehl ausführt, lädt dem Bericht zufolge den Schadcode Atomic macOS Stealer (AMOS) nach. Danach prüft die Malware den Vollzugriff auf die Festplatte, blendet einen gefälschten Systemeinstellungs-Passwortdialog ein und sammelt anschließend ein breites Spektrum an wertvollen Daten wie Passwörter, Cookies, Schlüsselbunddaten, Dokumente und Krypto-Wallets. Zusätzlich wird der Angriff als persistenz- und markenorientiert dargestellt, weil AMOS Anwendungen wie Ledger Live, Ledger Wallet und Trezor Suite durch manipulierte Kopien ersetzen soll, um Wiederherstellungsphrasen abzugreifen und an fremde Server zu übertragen.
Auf Windows folgt laut dem Bericht ein anderer Social-Engineering-Weg, der stärker auf Interaktion im Browser und lokalen Befehlsablauf setzt. Die Anleitung trägt dort den Titel „Install Claude on Windows“ und weist Nutzer an, per Tastenkombination einen Befehl auszuführen. Über diesen Schritt wird anschließend ein PowerShell-Befehl verwendet, der eine verschlüsselte Payload nachlädt; als Quelle nennt der Bericht GitHub. Bei der beschriebenen Payload handelt es sich demnach um einen Remote-Access-Trojaner, der wiederum Sicherheitssoftware überprüft, Screenshots anfertigt und Fenstertitel mitschneidet. Für die Financial-Attack-Surface ist besonders relevant, dass gezielt nach Wallets gesucht wird, darunter für Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Electrum, Exodus und Ledger. Damit zielt der Angriff nicht nur auf kurzfristige Datendiebstähle, sondern auf eine zusätzliche Monetarisierungsphase, sobald die richtigen Wallet-Komponenten gefunden sind.
Historisch betrachtet ist das kein völlig neues Prinzip: Schon in früheren Wellen wurden legitime Web- und Plattformumgebungen missbraucht, um Phishing „innerhalb“ vertrauter Kontexte zu tarnen. Neu ist hier vor allem der technische Hebel: KI-Features wie Artefakte und geteilte Chats lassen sich als Container für Inhalte verwenden, die für Nutzer wie Produktbestandteile aussehen. Sobald die Schnittstelle zwischen Plattformfunktion und Nutzerinteraktion gut genug ist, können Angreifer den Sicherheitsvorteil „Domain-Check“ aushebeln. Hinzu kommt die Anzeigenkomponente, die den Einstieg automatisiert, während das spätere Schadsoftwareverhalten stark von Betriebssystemdetails abhängt.
Für Unternehmen, die KI-Services in Workflows integrieren, verschiebt sich damit die Risikoanalyse von „Ist die KI selbst kompromittiert?“ zu „Welche Ausführungswege entstehen durch geteilte Inhalte?“ Praktisch heißt das: Standardisierte Browser-Schutzmechanismen und Reputationschecks helfen zwar bei vielen klassischen Phishing-Varianten, reichen aber allein nicht, wenn die Links auf die echte Ziel-Domain führen. Ebenso wichtig sind Host-seitige Kontrollen wie restriktive Berechtigungen, saubere Policies für Terminal- und Script-Ausführung sowie Monitoring auf verdächtige PowerShell-Aktivitäten oder ungewöhnliche Datenzugriffe auf Wallet- und Credential-Speicher. Gerade dort, wo Teams KI-Ergebnisse teilen oder Artefakte weiterreichen, sollte der Umgang mit „trusted-looking links“ operativ genauso diszipliniert sein wie bei E-Mail-Anhängen.
Der Bericht nennt außerdem einen Bedrohungsanalysten, Vojt?ch Moravec, der in der Untersuchung beschrieben haben soll, dass mehrere rotierende Inhalte mit zwei Werbekampagnen gekoppelt waren. Gleichzeitig blieb laut Bericht offen, ob die betrügerischen Seiten inzwischen entfernt wurden, und der Plattformbetreiber Anthropic gab zunächst keine Stellungnahme zu den Vorfällen ab. Das ist ein wichtiges Detail für die Risikoeinschätzung, denn bis zur bereinigten Lage können solche Landingpages weiterhin Nutzer erreichen, insbesondere wenn Werbeplätze und Suchsichtbarkeit noch aktiv sind. Wer sich absichern will, sollte solche Szenarien zudem mit internen Trainings und einer konkreten Checkliste für „Was tun, wenn eine Installationsanleitung in einem vertrauten KI-Kontext erscheint?“ ergänzen.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Claude auf claude.ai: Zwei Malware-Kampagnen missbrauchen KI-Funktionen" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Claude auf claude.ai: Zwei Malware-Kampagnen missbrauchen KI-Funktionen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Claude auf claude.ai: Zwei Malware-Kampagnen missbrauchen KI-Funktionen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!