LONDON (IT BOLTWISE) – Ripple-Vertrauensmann David Schwartz widerspricht der Kritik, er könne den XRP-Preis maßgeblich steuern. Während der Token nach Monaten mit Verlusten bei rund 1,16 US-Dollar notiert, argumentiert Schwartz, seine Beiträge hätten höchstens geringen Einfluss. Parallel kündigt er an, Accounts zu blockieren, die in fremden Konversationen unter seinen Posts mit XRP-Vermarktung oder Betrugsvorwürfen stören. Technisch bleibt das Bild angeschlagen: RSI und MACD signalisieren weiterhin schwachen Verkaufsdruck.

Der Streit um XRP nimmt eine neue Form an: Nicht nur die Kursentwicklung steht im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie stark einzelne öffentliche Aussagen und Diskussionen den Markt tatsächlich beeinflussen. David Schwartz, ehemaliger Chief Technology Officer von Ripple, hat sich in den sozialen Medien gegen Vorwürfe gewehrt, er trage maßgeblich zur aktuellen Frustration unter XRP-Haltern bei. Hintergrund ist die anhaltend schwache Kursphase des Tokens, der nach mehreren Monaten mit Abwärtsbewegungen zuletzt um 1,16 US-Dollar gehandelt wurde.
Schwartz stellte dabei vor allem die Größenordnung seiner eigenen Einflussnahme in den Raum. Auf eine direkte Herausforderung hin, ob er ehrlich behaupten könne, „nichts mit dem Preis von XRP zu tun“ zu haben, antwortete er sinngemäß, dass eine völlige Trennung wohl nicht möglich sei, aber sein Einfluss sehr begrenzt sei. „Can I honestly say that I have nothing to do with the price of XRP? I guess probably not nothing. But very little, “ wird Schwartz in der Diskussion zitiert. Damit weicht er einer klaren Verantwortung ab, ohne die Möglichkeit zu negieren, dass öffentliche Kommunikation Reaktionen auslösen kann.
Der Disput zeigt zugleich, wie schnell sich bei Krypto-Debatten persönliche Narrative mit Marktmechanik verknüpfen. In der Folge wechselte der Ton: Ein weiterer Nutzer argumentierte, die Enttäuschung gehe über reine Kursrückgänge hinaus. Dabei fiel der Vorwurf, es würden unrealistische Erwartungen bestehen bleiben, während Influencer ambitionierte Preisvorhersagen verbreiten. Wichtig: In der konkreten Auseinandersetzung wurden keine neuen, überprüfbaren Handlungen von Schwartz genannt, die unmittelbar mit dem jüngsten Kursrutsch zusammenfallen würden. Stattdessen drehte sich das Thema um den Umfang persönlicher Wirkung und um Kommunikationsverhalten in Kommentarspalten.
Bevor es jedoch erneut um Verantwortung für den Preis ging, reagierte Schwartz auf ein anderes Muster: Er beklagte, dass immer häufiger Krypto-bezogene Antworten unter völlig themenfremden Unterhaltungen erscheinen. Aus seiner Sicht stören manche Nutzer Gespräche, die eigentlich nichts mit XRP zu tun haben, und erreichen dadurch auch unbeteiligte Personen mit irrelevanten Botschaften. Schwartz sagte, er blockiere Konten, die diese Störung betreiben, unabhängig davon, ob sie ihn kritisieren oder positiv über XRP werben. Als Beispiele für für ihn unpassende Antworten nennt er sowohl harte Betrugsvorwürfe wie „scammer“ als auch euphorische Werbesätze wie „XRP is great!“. Gleichzeitig machte er klar, dass er inhaltliche Kritik nicht grundsätzlich ablehnt, sondern nur das methodische „Off-Topic-Reinrutschen“.
Der Kursteil der Debatte liefert indes ein klares Grundrauschen: Laut Marktdaten lag XRP am 8. November bei etwa 1,16 US-Dollar, nachdem der Token über das Vorjahr rund 49,78 % verloren hatte. Auch die kurzfristige Entwicklung war schwach: Über 24 Stunden zeigte sich ein Minus von etwa 1 %, die Wochenbilanz lag bei -7,35 %, und für den letzten Monat wurden -17,17 % genannt. Auf der technischen Ebene bleibt der Verkaufsdruck sichtbar. Der Relative Strength Index stand bei 31,24 und nähert sich damit der typischen „oversold“-Schwelle von 30. Der Moving Average Convergence Divergence blieb negativ, mit Werten um -0,0474 für die Linie und einem weiter abwärts gerichteten Signalbild; es gab keinen bullischen Crossover auf dem Tageschart.
Für Trader und Unternehmen, die Krypto als Asset- oder Zahlungsoption prüfen, ist die Kombination aus schwachen technischen Indikatoren und emotional aufgeladenen Social-Media-Debatten besonders relevant. Das liegt weniger an der einzelnen Diskussion über Schwartz und mehr an der Mechanik: Wenn ein Markt in einer Range unter psychologisch wichtigen Marken verharrt, können Kommentare und Community-Konflikte kurzfristig Liquidität und Aufmerksamkeit verschieben. Im Bericht wird als unmittelbare Unterstützung ein Bereich um 1,15 US-Dollar genannt, während bei einem weiteren Abwärtsimpuls 1,10 in den Blick geraten könne. Umgekehrt würde eine Rückeroberung über 1,20 den Bereich um 1,30 wieder stärker fokussieren. Gerade in solchen Phasen entscheidet sich das Sentiment oft schneller als die fundamentale Nachrichtenlage.
Auch historisch passt das Bild in ein Muster wiederkehrender Diskussionen um XRP: Schwartz hat in der Vergangenheit ähnliche Fragen zu seinem Einfluss abgewehrt. In früheren Beiträgen wies er etwa Ansprüche zurück, Ripple kontrolliere Mechanismen, die den XRP-Preis „dramatisch“ nach oben treiben könnten. Zudem hat er frühere Aussagen zur XRP-Liquidität gegen die Interpretation verteidigt, sie seien als verbindliche Preisgarantie gedacht gewesen. Seit seinem Schritt aus der täglichen CTO-Verantwortung Ende 2025 beschreibt er weiterhin eine gewisse Verbindung zum Unternehmen, ohne sich als operative Steuerungsinstanz des Token-Preises darzustellen. Für die aktuelle Debatte bedeutet das: Der Kern bleibt die Trennlinie zwischen Kommunikation, Erwartungen und Marktpreisen.
Unterm Strich verschiebt sich der Fokus der Kritik von einer potenziellen Ursache hin zu einer Debattenkultur, die Kursbewegungen verstärken kann. Schwartz versucht, die Diskussion zu entkoppeln, indem er einerseits Verantwortung relativiert und andererseits klare Regeln gegen Off-Topic-Störungen fordert. Für den Markt bleibt damit die Frage bestehen, wie Community-Erzählungen in volatile Preisphasen hineinwirken. Solange technische Signale wie ein RSI nahe 30 und ein negativer MACD das Chartbild dominieren, wirkt der Ton aus den Kommentarspalten zwar laut, aber er verändert zunächst vor allem das kurzfristige Tempo. Ob daraus später ein nachhaltiger Wendepunkt entsteht, entscheidet sich dann weniger an der Frage „wer hat wie viel Einfluss“, sondern daran, ob Käufer die nächsten technischen Marken tatsächlich zurückerobern.
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