DAEGU / LONDON (IT BOLTWISE) – Das DGIST startet ein neues Innovation Center für Deep-Tech-Startups in Daegu. Dafür sind insgesamt 3,5 Mrd. KRW vorgesehen, getragen durch zentrale und lokale Mittel. Der Hub soll in Dongdaegu Venture Valley entstehen und vor allem gemeinsamen Zugriff auf GPU-basierte KI-Computing-Ressourcen sowie spezialisierte Analyse- und Simulationsausstattung bieten. Außerdem verknüpft das Projekt Forschung, Demonstration und Kommerzialisierung über Startup- und Investor-Formate.

Im Zeichen Künstlicher Intelligenz und anspruchsvoller Technologieentwicklung entsteht in Südkorea ein weiterer Baustein für den Deep-Tech-Nachwuchs: Das DGIST (President Kunwoo Lee) wird im Rahmen des Regional Innovation and Startup Promotion Support Program mit einem Budget von insgesamt 3,5 Mrd. KRW ein neues Startup-Innovationszentrum aufbauen. Partner ist dabei die Stadt Daegu Metropolitan City. Die Initiative zielt darauf ab, Dongdaegu Venture Valley zu einem klar fokussierten Anlaufpunkt für technologieintensive Neugründungen zu machen, die nicht nur Ideen entwickeln, sondern Rechenleistung, Labor- und Demonstrationsumgebung sowie einen Marktpfad in einem einzigen Ökosystem verbinden müssen.
Technisch beginnt das Konzept bei der Infrastruktur: Der Deep-Tech Startup Hub soll gemeinsam zugängliche Hochleistungsrechner bereitstellen, darunter insbesondere GPU-basierte KI-Computing-Ressourcen. Ergänzend sind spezialisierte Ausrüstung sowie Geräte für Analyse, Simulation und Demonstrationsunterstützung vorgesehen. In der Praxis adressiert das genau die Engpässe, die frühe Teams häufig ausbremsen: Für Training und Inferenz von KI-Modellen sowie für daten- und modellintensive Simulationsläufe reicht ein kleines Budget für lokale Hardware oft nicht aus. Durch Shared Access kann der Bedarf an teurer Rechenkapazität schneller gedeckt werden, während Teams ihre Entwicklungszyklen verkürzen und damit sowohl ihre technische Reife als auch die Chancen auf eine spätere Kommerzialisierung erhöhen.
Räumlich wird der Hub im Daegu Content Center im Bereich Dongdaegu Venture Valley verankert. Das Programm sieht dafür mehrere Funktionsräume vor, darunter eigene Bereiche für Deep-Tech-Startups, Coworking- und Meetingflächen sowie Bereiche für Investor Relations (IR). Damit geht die Initiative über eine reine Rechenzentrums-Logik hinaus: Die Kombination aus Arbeitsplätzen, Abstimmungsformaten und Investor-nahen Treffpunkten soll die Kluft zwischen Prototyp und Kapital übersetzen. Gerade bei Deep Tech ist die Finanzierung häufig an belastbare Demonstrationen gekoppelt, bei denen technische Leistungsfähigkeit und Verwertungslogik zeitnah zusammenkommen müssen.
Finanziell ist das Vorhaben mit 3,5 Mrd. KRW klar segmentiert: 2,45 Mrd. KRW stammen aus zentralstaatlichen Mitteln, 1,05 Mrd. KRW aus lokalen Beiträgen. Die Projektvorbereitung startet mit ersten Arbeiten für Planung und detailliertes Design ab 2026. Nach den vorgesehenen Renovierungen der Flächen und der Installation der Ausrüstung im Jahr 2027 soll der Hub anschließend in den Vollbetrieb übergehen – sobald die Mieterunternehmen (Tenant Companies) angeworben und ausgewählt sind. Das Timing ist relevant, weil es den Aufbau einer stabilen Betreiber- und Nutzungsroutine vor der eigentlichen Betriebsphase erfordert: Wer erst im laufenden Betrieb Zugangssysteme, Support-Workflows und technische Onboarding-Prozesse ausrollt, riskiert Reibungsverluste genau in der Phase, in der Startups ihre ersten Skalierungsschritte planen.
DGIST verbindet die Infrastruktur-Komponente explizit mit einer Systematik für Wachstum: Auf Basis der eigenen Forschungs- und Technologiekompetenzen sowie der Erfahrung in Startup-Unterstützung will die Hochschule gemeinsam mit Daegu Metropolitan City und lokalen Startup-Support-Organisationen ein Unterstützungsmodell aufbauen, das Technologieentwicklung, Demonstration und Kommerzialisierung nahtlos miteinander verknüpft. Praktisch bedeutet das, dass Startups nicht nur Rechenzeit oder Hardware bekommen, sondern auch technischen Support sowie Zugänge zu Chancen im Marktumfeld. DGIST President Kunwoo Lee stellte in diesem Zusammenhang heraus, dass das Projekt die Forschungskompetenzen des Instituts mit dem Wachstum lokaler Startups verbinden und die Grundlage für Deep-Tech-Gründungen in Daegu weiter stärken soll.
Auch die Rollenlogik im Projekt ist auf den Übergang vom Labor zur Leistung im Markt ausgerichtet. Der Direktor des DGIST Innovation Startup Center, Ohsang Kwon, betonte, dass für das Wachstum von Deep-Tech-Unternehmen sowohl spezialisierte Infrastruktur für die Technologieentwicklung als auch systematische Unterstützung entscheidend sind, die Entwicklung mit Demonstration und Vermarktung verbindet. Für Unternehmen heißt das: Die Wertschöpfung wird nicht nur durch bessere Hardware beschleunigt, sondern auch durch eine klare Kopplung von Entwicklungsarbeit, nach außen sichtbaren Ergebnissen und der Vorbereitung von kommerziellen Anschlusspunkten. Im Wettbewerb um Talente und frühe Kunden kann genau dieser „Zeitraffer“ zwischen Experiment und Nachweis zur Differenzierung werden.
Über den einzelnen Hub hinaus verfolgt das Programm eine Ökosystem-Strategie. DGIST plant, zentriert auf den Daegu Deep-Tech Startup Hub die Forschungs-, Technologie- und Startup-Fähigkeiten der Region zu vernetzen, Dongdaegu Venture Valley als führenden Deep-Tech-Standort für Daegu auszubauen und damit an der Bildung eines Ökosystems für künftige Zukunftsindustrien mitzuwirken. Für Entscheider in Unternehmen und für Gründungsförderer ist dabei vor allem die Infrastruktur-Architektur interessant: Shared GPU-Computing, spezialisierte Analyse- und Simulationsausstattung sowie strukturierte Investor- und Demonstrationspfade bilden gemeinsam eine Plattform, die skalierbar genutzt werden kann. Damit entsteht in Daegu ein Modell, das nicht nur für einzelne Gründungen wirkt, sondern bei wiederholtem Einsatz die Entstehung neuer Deep-Tech-Teams über mehrere Kohorten hinweg wahrscheinlicher macht.
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