SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – Forscher der UC San Francisco haben eine vielversprechende Methode zur Behandlung von traumatischen Hirnverletzungen entwickelt. Mithilfe von gefriergetrockneten Thrombozyten, sogenannten Thrombosomen, könnte sowohl die Blutung als auch die gefährliche Hirnschwellung, die oft Tage nach der Verletzung auftritt, effektiv reduziert werden. Diese Innovation könnte insbesondere in Notfallsituationen, in denen frische Thrombozyten nicht verfügbar sind, lebensrettend sein.

Die Behandlung von traumatischen Hirnverletzungen (TBI) stellt die Medizin vor große Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Kontrolle von Blutungen und Hirnschwellungen geht. Eine neue Studie von Forschern der UC San Francisco zeigt, dass gefriergetrocknete Thrombozyten, bekannt als Thrombosomen, eine vielversprechende Lösung bieten könnten. Diese Thrombozyten wurden ursprünglich für den Einsatz auf dem Schlachtfeld entwickelt, um Blutungen zu kontrollieren, und haben nun ihr Potenzial zur Stabilisierung beschädigter Blutgefäße im Gehirn gezeigt.
Ein wesentlicher Vorteil der Thrombosomen ist ihre lange Haltbarkeit. Im Gegensatz zu frischen Thrombozyten, die nur sieben Tage haltbar sind und gekühlt werden müssen, können Thrombosomen bei Raumtemperatur bis zu fünf Jahre gelagert werden. Diese Stabilität wird durch die Zugabe von Trehalose, einem Zucker, erreicht, der die wertvollen Inhaltsstoffe der Thrombozyten konserviert. Diese Eigenschaft macht sie besonders wertvoll für den Einsatz in Notfallsituationen, wo frische Thrombozyten oft nicht verfügbar sind.
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Thrombosomen nicht nur Blutungen stoppen, sondern auch die „Leckage“ der Blutgefäße reduzieren, die zu lebensbedrohlicher Hirnschwellung führen kann. Dies wird durch hohe Mengen eines spezifischen Proteins erreicht, das Rezeptoren auf den Zellen der Blutgefäße aktiviert und sie gegen die „Leckage“ stärkt. Diese Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke zu stabilisieren, könnte auch bei anderen Verletzungen, wie hämorrhagischen Schlaganfällen, von Nutzen sein.
Da Thrombosomen bereits in Phase-II-Studien für Blutungsstörungen getestet werden, ist ihre Sicherheit beim Menschen bereits nachgewiesen. Dies könnte die Tests für TBI-Patienten erheblich beschleunigen. Die Forscher hoffen, dass diese neue Behandlungsmethode nicht nur die Überlebensraten verbessert, sondern auch die langfristigen Folgen von Hirnverletzungen reduziert. Die Möglichkeit, Thrombosomen in Rettungswagen oder abgelegenen Kliniken zu lagern, könnte die Behandlung von Hirnverletzungen revolutionieren.
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