KALIFORNIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – In einem bahnbrechenden Schritt haben kalifornische Gesetzgeber eine Vereinbarung mit Uber und Lyft getroffen, die es Fahrern ermöglicht, Gewerkschaften zu bilden. Diese Entwicklung könnte die Dynamik der Gig-Economy grundlegend verändern und bietet Fahrern neue Möglichkeiten zur Mitbestimmung über ihre Arbeitsbedingungen.

In Kalifornien haben Uber- und Lyft-Fahrer einen bedeutenden Sieg errungen, der ihnen den Weg zur Gewerkschaftsbildung ebnet. Diese Vereinbarung, die von kalifornischen Gesetzgebern mit den beiden Fahrdienstanbietern getroffen wurde, stellt einen Meilenstein für die Rechte von Gig-Arbeitern dar. Bisher wurden diese Fahrer als unabhängige Auftragnehmer eingestuft, was ihnen den Zugang zu bestimmten Arbeitnehmerrechten, wie dem Recht auf kollektive Verhandlungen, verwehrte.
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, zusammen mit dem Senatspräsidenten Pro Tem Mike McGuire und dem Versammlungssprecher Robert Rivas, hat am Freitag die Unterstützung für zwei Gesetzesentwürfe angekündigt, die den Fahrern von App-basierten Diensten die Möglichkeit geben, sich zu organisieren. Der Gesetzentwurf 1340, gesponsert von SEIU California, und der Senatsentwurf 371, gesponsert von Uber und Lyft, bilden die Grundlage dieser neuen Regelung.
Newsom bezeichnete die Vereinbarung als ein „historisches Abkommen zwischen Arbeitern und Unternehmen, das nur Kalifornien liefern konnte“. Er betonte, dass sowohl die Arbeitnehmervertreter als auch die Unternehmen einen gemeinsamen Nenner gefunden haben, der Hunderttausenden von Fahrern mehr Macht verleiht und gleichzeitig die Fahrpreise für Millionen von Kaliforniern erschwinglicher macht.
Die Vereinbarung schafft ein Modell, das es Fahrern ermöglicht, sich für höhere Löhne, besseren Arbeitsschutz und weitere Vorteile zu organisieren. Im Gegenzug haben kalifornische Regulierungsbehörden zugesagt, Gesetzgebungen zu unterstützen, die die teuren Versicherungspflichten, die Fahrdienstanbieter zahlen müssen, reduzieren. Uber und Lyft haben diese Versicherungskosten als Grund für höhere Fahrpreise in Kalifornien und niedrigere Fahrerentgelte angegeben.
Diese Entwicklung folgt auf Jahre intensiver Auseinandersetzungen, in denen Uber, Lyft und andere Gig-Unternehmen über 200 Millionen US-Dollar ausgegeben haben, um kalifornische Wähler davon zu überzeugen, Prop 22 zu verabschieden. Diese Gesetzgebung klassifiziert Gig-Arbeiter als unabhängige Auftragnehmer, gewährt ihnen jedoch begrenzte Vorteile.
Fahrer haben das bisherige System lange kritisiert, da es den Unternehmen weitreichende Kontrolle über Bezahlung und Deaktivierungen gibt, während die Fahrer nur begrenzte Möglichkeiten haben, ihre Einkünfte oder Arbeitsbedingungen zu beeinflussen. Befürworter der neuen Vereinbarung sind der Meinung, dass sie den Fahrern eine stärkere Stimme geben könnte, um sich gegen ungerechte Behandlung zu wehren.
Die Auswirkungen dieser Vereinbarung könnten auch in anderen Bundesstaaten zu spüren sein. Im Jahr 2024 haben die Wähler in Massachusetts eine ähnliche Initiative genehmigt, die es Fahrdienstfahrern ermöglicht, Gewerkschaften zu bilden und über Bezahlung, Leistungen und Arbeitsbedingungen zu verhandeln.

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