INDONESIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Ermittler haben die größte Phishing-as-a-Service-Plattform zerschlagen und dabei über 200 Server abgeschaltet. Die Plattform namens „Kratos“ ermöglichte es rund 1.800 Franchisenehmern, monatlich etwa 15.000 Phishing-Kampagnen zu starten. Besonders kritisch: Die Infrastruktur war darauf ausgelegt, Multi-Faktor-Authentifizierung über Sitzungscookies und Passwörter zu umgehen. Gleichzeitig zeigen neue Erhebungen, dass KI Phishing-Angriffe skalierbarer macht, sodass Prävention Schritt für Schritt härter werden muss.

Mit der Zerschlagung der Phishing-as-a-Service-Plattform „Kratos“ wird einmal mehr sichtbar, wie stark sich Cyberkriminalität inzwischen professionalisiert hat. In einer koordinierten Aktion haben Ermittlerinnen und Ermittler aus Deutschland und den USA gemeinsam mit weiteren US-Behörden mehr als 200 Server der Plattform ausgeschaltet. Der mutmaßliche Entwickler wurde in Indonesien festgenommen, und zusätzlich wurde die zugehörige Domain beschlagnahmt und an das FBI übergeben. Für Unternehmen und Sicherheitsverantwortliche ist nicht nur die reine Zahl der abgeschalteten Systeme relevant, sondern das dahinterliegende Geschäftsmodell: Aus Angriffen wird ein Produkt, aus Technik werden Prozesse, aus einzelnen Tätern eine verteilte Vertriebsstruktur.
„Kratos“ funktionierte als Abo-Modell für Kriminelle, konkret als Phishing-as-a-Service (PhaaS). Der Betrieb ermöglichte rund 1.800 sogenannte „Franchise-Nehmer“, monatlich etwa 15.000 Phishing-Kampagnen zu starten. Entscheidend ist dabei die technische Auslegung: Die Infrastruktur war darauf optimiert, Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zu umgehen. Statt nur auf klassische Passwortdiebstähle zu setzen, nutzten die Angreifer Sitzungscookies und Passwörter und fälschten damit den Eindruck eines legitimen Login-Vorgangs. Im Kern greifen solche Ansätze die Sicherheitsannahme an, dass MFA im Zusammenspiel mit einer gültigen Sitzung zuverlässig schützt, wenn Benutzeroberflächen und Token-Validierung sauber getrennt bleiben.
Technisch betrachtet ist das Vorgehen eine Mischung aus Social Engineering und Session-Hijacking-Logik. Angreifer müssen dafür nicht zwingend „magische“ MFA-Bypass-Methoden entwickeln, sondern die Benutzerinteraktion so anleiten, dass der kritische Sicherheitsentscheid nicht in der offenen UI, sondern in der Authentifizierungskette fällt. Wenn ein System die resultierenden Sitzungscookies abgreift und gleichzeitig Passwörter abfängt, verschiebt sich das Bedrohungsprofil: Selbst wenn ein Nutzer einen zweiten Faktor eingibt, kann der Angriff im Erfolgsfall die spätere Session wiederverwenden. Genau deshalb sind reine „MFA-pflicht“-Rollouts allein oft zu kurz gedacht; erforderlich ist ein Sicherheitskonzept, das Session-Risiken mit abdeckt, etwa durch konsequente Kontrollen auf ungewöhnliche Login-Orte, Gerätewechsel und Anomalien im Authentifizierungsfluss.
Der Zeitpunkt der Maßnahme fällt in eine Phase, in der die Bedrohung nicht nur quantitativ zunimmt, sondern sich auch qualitativ verändert. Der ThreatBook Mid-Year Report für den asiatisch-pazifischen Raum nennt zwischen Juni 2025 und Juni 2026 insgesamt 15.205 Sicherheitsvorfälle. Datenlecks machten mit 39,9 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von Ransomware und Phishing, jeweils 18,3 Prozent. Besonders alarmierend: Künstliche Intelligenz treibt offenbar die Geschwindigkeit und Skalierung von Betrugsversuchen. In den genannten Schätzungen werden 80 Prozent aller Phishing-Angriffe mit KI generiert; zusätzlich wird eine Kampagne namens „FakeGit“ angeführt, die im April 2026 allein 7.600 schadhafte Code-Repositories nutzte, um KI-Agenten anzugreifen. Auch wenn einzelne Details je nach Datengrundlage variieren können, passt das Gesamtbild zu einem klaren Trend: Angreifer senken die Einstiegshürde für Inhalte und verbessern zugleich das „Targeting“ rund um Tools, die selbstständig Code oder Aktionen verarbeiten.
Dass der staatliche Gegenschlag in mehreren Ländern gleichzeitig erfolgt, unterstreicht die internationale Logistik solcher Plattformen. Deutschland adressiert die nächste Welle offenbar bereits mit konkreten Warnungen, etwa durch das Bundeszentralamt für Steuern sowie Finanzministerien von Schleswig-Holstein und Thüringen: Es geht dabei um Phishing-Mails, in denen IBAN-Bestätigungen für angebliche SEPA-Mandate gefordert oder Hinweise auf vermeintliche Steuerprüfungen ins Spiel gebracht werden. Zusätzlich wird international die Reichweite von Betrugslagen betont: Die FINRA Foundation veröffentlichte im gleichen Zeitraum eine Studie, wonach die jährlichen Verluste durch Finanzbetrug weltweit auf 200 Milliarden US-Dollar zusteuern. Ein zentrales Ergebnis lautet dabei, dass nur jeder zweite Befragte Identitätsbetrug ohne Hilfestellung erkennen konnte, was auf einen Zusammenhang zwischen finanzieller Allgemeinbildung und Betrugserkennung hindeutet. Für die Praxis bedeutet das: Prävention ist nicht nur eine technische Frage, sondern ein Trainings- und Prozessdesign-Thema, das Entscheidungspunkte im Alltag absichern muss.
Auch die Gegenstrategien in anderen Ländern zeigen, dass „Technik plus Mensch“ die entscheidende Kombination bleibt. Indiens Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie meldete über 6.650 Cyber-Awareness-Workshops mit mehr als 1,1 Millionen Teilnehmern; zudem wurden in den letzten zwei Jahren 50 OTT-Plattformen gesperrt. In Australien warnte eine Sicherheitsfirma, dass das staatliche „Essential Eight“-Framework allein nicht ausreiche, weil es menschliche Risikofaktoren bei Social-Engineering-Angriffen vernachlässige. Dort können Strafen für Datenschutzverstöße inzwischen bis zu 50 Millionen Australische Dollar betragen, während zudem Mittel für Phishing-Präventionsschulungen eingeplant sind. Für IT-Leitungen und Security-Teams ist das eine Erinnerung: Angriffe wie CEO-Fraud oder gefälschte Steuerdokumente leben von psychologischen Schwachstellen, nicht nur von Softwarefehlern. Wer nur technische Controls ausrollt, aber Abweichungen im Kommunikationsfluss nicht organisatorisch absichert, bleibt angreifbar.
Was Verbraucher und Organisationen jetzt konkret tun sollten, lässt sich aus den Empfehlungen der US-Handelsbehörde FTC ableiten: Erstens die Nutzung von Multi-Faktor-Authentifizierung, zweitens regelmäßige Datensicherungen und drittens spezialisierte Sicherheitssoftware, die Bedrohungen erkennt, bevor finanzieller Schaden entsteht. In der Realität reicht es jedoch nicht, MFA als Checkbox zu betrachten, weil Angreifer zunehmend Umgehungslogiken für Authentifizierungs- und Session-Kontexte einsetzen. Gerade deshalb lohnt sich ein Zwei-Ebenen-Ansatz: technische Härtung (z. B. Kontrollen für ungewöhnliche Authentifizierungsereignisse und konsequente Session-Validierung) kombiniert mit einem klaren Prozess für verdächtige Nachrichten, etwa bei Zahlungsanfragen oder angeblichen Prüfungs- und Mandatsmitteilungen. Das Ziel ist, die Angriffsfläche vom „Moment der Nachricht“ bis zum „Moment der Aktion“ zu verkleinern.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Kratos-Phishing-as-a-Service zerschlagen: 200 Server und 15.000 Kampagnen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Kratos-Phishing-as-a-Service zerschlagen: 200 Server und 15.000 Kampagnen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Kratos-Phishing-as-a-Service zerschlagen: 200 Server und 15.000 Kampagnen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!