ESSEN / LONDON (IT BOLTWISE) – LiTime präsentierte auf der Security Essen 2026 zwei Energielösungen für Sicherheitsinstallationen. Im Fokus steht einmal Bluetooth-Monitoring per Smart Shunt, zum anderen eine Batteriekommunikation mit integriertem Smart-Management über CAN und RS485. Damit sollen Betreiber lokale Kontrollen reduzieren und verteilte, unbeaufsichtigte Standorte zentral überwachen können. Offen bleibt, wie sich die Integrationspfade in heterogenen Sicherheitsumgebungen in der Praxis ausrollen lassen.

Auf der Security Essen 2026 hat LiTime zwei neue Wege gezeigt, wie sich Batterien in Sicherheitsanlagen datenfähiger machen lassen. Während klassische Konzepte im Feld häufig auf regelmäßige Sicht- oder vor-Ort-Prüfungen setzen, zielt der Ansatz des Unternehmens auf schnell auslesbare Statusinformationen und auf eine durchgängige Kommunikation über Systemgrenzen hinweg. Genau diese Kombination adressiert ein typisches Spannungsfeld: Einerseits müssen einzelne Komponenten im Betrieb zuverlässig funktionieren, andererseits wachsen die Anforderungen, wenn Installationen verteilt sind und ohne ständige Wartung auskommen sollen.
LiTime begründet das mit zwei grundlegenden Betriebsrealitäten: autarke Sicherheitsinstallationen verlangen lokale Checks, aber verteilte und unbeaufsichtigte Systeme brauchen vor allem zentralen Zugriff auf Batteriedaten. Um diesen Unterschied abzubilden, stellt das Unternehmen eine Lösung für das Bluetooth-Monitoring sowie eine weitere Lösung für Batteriekommunikation, Systemintegration und Fernverwaltung in den Mittelpunkt. Technisch heißt das in der Praxis: Der Status soll nicht mehr nur über Messungen vor Ort bekannt sein, sondern sich zumindest teilweise digital übertragen lassen, damit Betreiber Entscheidungen früher treffen können.
Für einzelne, eigenständig betriebene Geräte kombiniert LiTime eine 12V-50Ah LiFePO?-Batterie mit einem Smart Shunt. Der Smart Shunt dient dabei als externe Datenerfassung: Er ermittelt zentrale Kennwerte wie Spannung und Strom und überträgt sie per Bluetooth an ein mobiles Endgerät. Damit ist nicht zwingend eine Batterie mit integrierter Kommunikationsfunktion erforderlich, was die Hürde für Bestandsanlagen senken kann. Im Messekontext wurde zudem betont, dass sich so der Batteriestatus vor Ort schnell prüfen lässt, ohne dass jedes Mal ein aufwendiger Diagnoseaufbau nötig ist.
Für verteilte Projekte geht LiTime dagegen stärker in Richtung Systemkommunikation. Dort setzt das Unternehmen auf einen Smart-Ansatz mit 24V-50Ah Smart ComFlex, der Daten in ein übergeordnetes Energiemanagement übernehmen soll. Konkret nennt LiTime die Übertragung an kompatible Systeme wie Victron, um zentrale Überwachung und Fernverwaltung zu ermöglichen. Der Unterschied zu reiner Vor-Ort-Auswertung liegt auf der Hand: Statt mehrere Einzelkontrollen pro Standort zu planen, kann ein zentraler Betreiber die Batteriekernwerte aus mehreren Installationen konsolidiert auslesen. Parallel bleibt die lokale Dimension zwar weiterhin möglich, aber der Schwerpunkt verschiebt sich Richtung Fernbetrieb und proaktiver Wartungsplanung.
Besonders erklärungsbedürftig ist für Integratoren die technische Architektur hinter den zwei Konzepten. LiTime beschreibt zwei Pfade: Beim Smart Shunt steht externe Datenerfassung im Vordergrund, bei Smart ComFlex dagegen integrierte Kommunikation über das BMS (Battery Management System) der Batterie. Im letzteren Fall kommen proprietäre BMS-Technologie mit Smart-T5.0-Logik sowie Schnittstellen wie CAN und RS485 ins Spiel. Über diese Kanäle sollen Spannung, Strom, Temperatur, der Ladezustand (SOC) und der Betriebsstatus an kompatible Energiemanagementsysteme übertragen werden. Damit entsteht für Sicherheitsumgebungen ein konsistentes Datenmodell, das auch für Fernverwaltung und zentrale Visualisierung genutzt werden kann.
LiTime verknüpft diese Messearbeit außerdem mit der Produktfamilie: Die gleiche T5.0-Technologie soll auch in der neuen LiHeat(TM) 12V-320Ah ComFlex LiFePO?-Batterie zum Einsatz kommen. Für die Zielgruppe Sicherheitsintegratoren ist das vor allem deshalb relevant, weil sich dadurch Integrationslogik über mehrere Kapazitätsklassen hinweg wiederverwenden ließe. Gleichzeitig bleibt die reale Umsetzung im Projekt entscheidend: Wie schnell sich in bestehenden Sicherheitsarchitekturen (z. B. mit unterschiedlichen Kommunikationsstandards und Monitoring-Tools) ein einheitlicher Datenfluss realisieren lässt, hängt von den konkreten Schnittstellen, der Verkabelung und dem Integrationsaufwand ab. Wer den Einstieg plant, kann sich die von LiTime beschriebenen Lösungskomponenten über die Produkt- und Projektseiten ansehen, etwa zur Security-System-Lösung und zu den Smart-Shunt-Komponenten: Lösung für Security-Systeme sowie die Smart-Shunt-bezogenen Produktangaben.
Über die Security Essen 2026 hinaus will LiTime seine LiFePO?-Stromversorgungslösungen und die Technologien für Batterieüberwachung und -kommunikation weiter in der Branche platzieren. Im November kündigte das Unternehmen für Expoprotection 2026 in Paris einen weiteren Auftritt an, um die Batteriekompetenz in den Kontext von Sicherheits- und Einsatzszenarien zu stellen. Für Betreiber und Integratoren ist dabei weniger entscheidend, welche Messe im Kalender steht, sondern ob sich die versprochenen Vorteile im Alltag zeigen: weniger Wartungsfahrten, bessere Transparenz über Ladezustände und Betriebsparameter, sowie ein sauberer Integrationspfad zu bestehenden Energiemanagement-Setups. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob intelligente Batteriedaten wirklich zu effizienteren Betriebsprozessen führen oder nur als zusätzliche Option neben dem bisherigen Wartungsmodus existieren.
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