LONDON (IT BOLTWISE) – Nach dem Ende der Sommerzeit startet der November 2026 für viele Amateurastronomen mit deutlich früherer Dunkelheit. Am Morgenhimmel kehrt Venus zurück, Merkur ist zur Monatsmitte ebenfalls zu sehen, und Mars wandert abends Richtung Opposition im Februar. Am Nachthimmel werden Jupiter und Saturn zunehmend präsent, dazu kommt Uranus mit Opposition am 25./26. November. In der Monatsmitte liefern die Leoniden in der Nacht vom 17. auf den 18. November den spektakulären Fixpunkt für Sternschnuppenfans.

Wer im November 2026 zuerst nach draußen geht, bekommt nicht nur „mehr Zeit“ für den Sternhimmel, sondern auch deutlich bessere Bedingungen als in den Übergangsmonaten zuvor. Mit dem Ende der Sommerzeit werden die Nächte früher dunkel, in vielen Regionen ist es bereits am frühen Abend spürbar stockdunkel – und an bedeckten oder regnerischen Tagen bleibt es dann bisweilen sogar den ganzen Tag über grau. Genau diese Kombi macht den Monat bei Beobachtern beliebt: Man startet zeitig, spart sich häufig die spätere Wartezeit und kann gleichzeitig auf ausreichend Dunkelheit setzen, bevor im Dezember mit der Weihnachtsbeleuchtung erneut mehr Lichtstreuung in die Landschaft kommt.
Am klassischen Herbsthimmel fällt zunächst das große „Gerüst“ aus bekannten Sternbildern ins Auge. Im Südwesten steht am Abend das markante Viereck des Pegasus, südlich und östlich davon folgen die Fische. Für das sichere Auffinden der Objekte lohnt sich ein methodischer Blick: In Andromeda führt beispielsweise eine Kette aus hellen Sternen über Sirrah oder Alpheratz bis hin zu Mirach. Von dort „hangelt“ man sich in einem rechten Winkel zu zwei schwächeren Sternen hoch und landet bei Messier 31 – allerdings nicht als prächtige Spiralgalaxie, sondern als lichtschwaches, nebliges Objekt. Entscheidender Faktor bleibt hier der Himmel: Ohne ausreichend Dunkelheit wirkt der ferne Lichtfleck schnell zu kontrastarm.
Die eigentliche Nachricht für viele Beobachter ist aber die Planeten-Show mit bloßem Auge. Venus kehrt in den ersten Novembertagen in den Morgenhimmel zurück und steht bald vor Sonnenaufgang im Südosten – zunächst weniger auffällig, aber im Verlauf des Monats deutlich besser zu erkennen, weil ihr Aufgang weiter nach vorn rückt und sie schnell heller wird. Merkur folgt Mitte des Monats ebenfalls am Morgenhimmel; wer ohnehin früh unterwegs ist, kann dadurch ohne zusätzlichen Geräteeinsatz gleich mehrere Ziele in kurzer Zeit abarbeiten. Mars hingegen hat seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht verlegt und befindet sich im Sternbild Löwe; er steuert auf seine Opposition zu, die im Februar erwartet wird, sodass er im November zunehmend „auf die Bühne“ kommt.
Auch bei den Gasriesen und dem Saturnsystem gibt es Bewegung, die man ohne komplizierte Himmelssoftware nachvollziehen kann. Jupiter steht ebenfalls im Löwen und nähert sich seiner Opposition: Er wird allmählich zum Planeten der ganzen Nacht und ist entsprechend auffällig, nur in den ganz frühen Abendstunden ist er noch nicht sofort präsent. Saturn dagegen hat seine Opposition bereits hinter sich, wird lichtschwächer und zieht sich vom Morgenhimmel zurück – wer ihn also noch gezielt sehen will, braucht zeitliche Flexibilität. Am 25. auf den 26. November erreicht zudem Uranus seine Opposition; er befindet sich dann im Sternbild Stier. Mit einer Helligkeit von rund 5,6 mag könnte Uranus bei optimalen Bedingungen sogar mit bloßem Auge funktionieren, für viele dürfte ein Fernglas jedoch den Unterschied machen zwischen „Da ist etwas“ und einem wirklich sicheren Treffer.
Parallel dazu liefert der November 2026 einen zweiten Grund, nachts in Ruhe nach oben zu schauen: die Leoniden. Sie sind ab dem 13. November aktiv und scheinen aus dem Sternbild Löwe (Leo) zu kommen. Hintergrund ist das Material des Kometen 55P/Tempel-Tuttle, das in zeitlichen Abständen in Sonnennähe gelangt und dann die Dichte an Meteoroiden erhöht. In den Jahren 1998 und 1999 waren dadurch zeitweise besonders beachtliche Meteorschauer möglich; für dieses Jahr wird die Ausbeute jedoch eher moderat erwartet. Das Maximum liegt in der Nacht vom 17. auf den 18. November, wobei auch dann die Zahl der Leoniden pro Stunde deutlich begrenzt bleibt – und selbst „gute“ Bedingungen häufig eher einzelne Züge als eine dauerhafte Meteorschauerwand liefern.
Wenn die Aktivität der Leoniden nach dem Peak abflacht, heißt das nicht, dass die Nacht endet. In der ersten Monatshälfte sind zusätzlich die Tauriden aktiv, ebenfalls aus Richtung Stier (Taurus) stammend. Hier rechnet man ebenfalls eher mit einer niedrigen Zahl pro Stunde, dafür sind Tauriden oft gut geeignet, um die eigene Beobachtungsmethode zu schärfen: Ruhig sitzen, Blick immer wieder in die Radiantennähe lenken, und vor allem die Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Für Amateurastronomen ergibt sich damit ein klarer Fahrplan: früh am Morgenhimmel mehrere Planeten abarbeiten, am Abend Messier 31 als Kontrasttest einplanen und zwischen dem 13. und 18. November die Leoniden als Haupttermin priorisieren – alles mit dem Vorteil, dass der November 2026 dank der früheren Dunkelheit die notwendige Zeit dafür tatsächlich liefert.
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