LONDON (IT BOLTWISE) – Sonos bringt mit dem Ace Ultra die zweite Premium-Generation kabelloser Over-Ears auf den Markt und will die Schwächen des Vorgängers ausmerzen. Der Test bewertet den Klang als deutlicher, kräftiger und mit verbessertem Bass, während das Noise-Cancelling spürbar nachgelegt hat. Besonders in der Sonos-Ökosystem-Nutzung mit TrueCinema und Sound-Linking soll das Upgrade seine Stärke zeigen. Gleichzeitig bleibt der Vergleich mit Spitzenmodellen von Sony und Sennheiser eine harte Messlatte.

Sonos versucht sich erneut an der gehobenen Over-Ear-Liga – und diesmal wirkt der Ace Ultra wie eine gezielte Antwort auf die Kritik am ersten Ace. Während der Vorgänger 2024 vor allem für seinen eher zurückhaltenden Eindruck und eine Lücke beim Noise-Cancelling bekannt wurde, setzt das neue Modell stärker auf ein durchsetzungsfähigeres Klangbild und auf ein ANC, das näher an die bekannten Platzhirsche heranrückt. Entscheidend ist dabei nicht nur, dass Sonos “reichhaltigen, detaillierten” Sound verspricht, sondern dass sich diese Absicht in mehreren technischen und akustischen Stellschrauben bemerkbar macht.
Beim Preis positioniert sich Sonos klar im Premium-Segment: Zum Launch werden 399 £ bzw. 449 $ bzw. AU$699 genannt. Damit landet der Ace Ultra direkt in einem Wettbewerb mit etablierten Alternativen, darunter der Sony WH-1000XM6 (ebenfalls 400 £/450 $/AU$699) sowie der Sennheiser HDB 630 (400 £/500 $/AU$1000). Interessant ist außerdem die Vertriebsstrategie: Sonos behält den ursprünglichen Ace weiter im Sortiment, statt ihn ersatzlos zu verdrängen. Das deutet darauf hin, dass der Hersteller die Zielgruppe bewusst in zwei Preis- und Feature-Level aufteilt – statt die komplette Modellreihe in einem Schlag zu bereinigen.
Technisch und haptisch bleibt der Ace Ultra nah am Designkonzept des Originals, aber mit nachvollziehbaren Verbesserungen. Positiv hervorgehoben werden die robuste Anmutung, die bequeme Passform sowie die Bedienlogik mit taktilen Tasten und einem physischen Schalter für die Noise-Cancelling-Modi. Beim Tragekomfort setzt Sonos auf gepolsterte Ohrmuscheln mit “Rebound”-Memory-Foam und betont dabei nicht nur den Liegekomfort, sondern auch eine zusätzliche passive Geräuschdämpfung. Ein Detail, das im Alltag schnell relevant wird: Die Ohrpolster lassen sich magnetisch abnehmen, und Ersatz ist über den Sonos-Shop vorgesehen; außerdem nennt der Test die Möglichkeit, den Akku selbst zu tauschen. Gleichzeitig bleibt als Schwäche, dass das Faltkonzept nicht so konsequent transportoptimiert ist wie bei manchen Wettbewerbern.
Im Inneren kommen neue 40-mm-Dynamic-Drive-Einheiten zum Einsatz, inklusive einer Dual-Ring-Magnetmotor-Struktur. Genau hier setzt der Test mit dem Kernargument an: Sonos will den Problemen des Vorgängers beim Zusammenspiel aus Klarheit und Bassdruck entgegenwirken. Das zeigt sich in der Bewertung des Klangs: Der Ace Ultra wird als deutlich selbstbewusster beschrieben, mit einem satten, vollmundigen Profil, das Tracks mehr Körper gibt – gleichzeitig aber nicht vollständig die Präzision und Expressivität erreicht, die besonders starke Alternativen in der Dynamik liefern. Beim Abgleich über wired und wireless wird zudem klar, dass ein Kabel zwar den Bass noch etwas “straffer” wirken lässt, der Schritt aber nicht drastisch genug ist, um den Ace Ultra gegen die absolute Referenzgruppe allein dadurch zu positionieren.
Stärker als “nur” die Lautsprechertreiber wirkt der Ace Ultra dort, wo Sonos seine Ökosystem-Strategie ausspielt. Über die Funktion “Headphone Linking” soll der Wechsel der Audioquelle zwischen aktuellen Sonos-Produkten funktionieren: Vom Soundbar-Portfolio bis zu den neueren Speaker-Generationen und speziell auch über die Sonos-App im selben Netzwerk. Im Test wird das am Beispiel einer Beam-Soundbar praktisch nachvollzogen, während die TrueCinema-Kalibrierung die Raumakustik per Software anpassen soll und den Hörraum stärker “externalisiert”. Ergänzend kommen passende Codec- und Medienoptionen ins Spiel: AptX Lossless unterstützt Streaming bis 16-Bit/44,1 kHz, via USB ist zudem 16-Bit/48 kHz als native Auflösung genannt; außerdem werden Dolby-Atmos-Inhalte mit Head-Tracking aus ausgewählten Diensten unterstützt. Bemerkenswert dabei: Laut Test gibt es keinen einfachen App-Schalter, um das Feature aktiv ein- oder auszuschalten.
Beim Noise-Cancelling und bei der Anrufqualität sind die Unterschiede zum Vorgänger am deutlichsten. Sonos nennt eine Verdoppelung der Effektivität gegenüber dem ursprünglichen Ace und führt dafür ein Setup mit 10 Mikrofonen (statt 8) sowie ein adaptives ANC an, das die Umgebung fortlaufend überwacht. Der Eindruck fällt entsprechend positiv aus: Der Ace Ultra reduziert das Grundrauschen und den “Rush” der Außenwelt deutlich spürbarer, auch wenn sehr durchdringende hohe Frequenzen weiterhin in die Abschirmung hineinreichen können. Für Voice Calls gilt jedoch ein klarer Vorbehalt: Der Test beschreibt, dass die Freisprech-Performance nicht ganz das Niveau der klassebesten Alternativen erreicht, insbesondere weil mehr Umgebungsgeräusch als bei den isolierenderen Topmodellen durchkommt.
Unterm Strich markiert der Ace Ultra zwar eine spürbare Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Sonos Ace – und das nicht nur in einer einzelnen Dimension. Der Test hebt besonders den verbesserten Klang, das nachgebesserte ANC sowie die nahtlose Kompatibilität im Sonos-Ökosystem hervor. Dennoch bleibt die Konkurrenzsituation eng: Sony und Sennheiser werden weiterhin als deutlich expressiver und teilweise präziser beschrieben, vor allem im Timing und in der Dynamik von Instrumenten- und Streichpassagen. Für Sonos-Nutzer, die Over-Ears gezielt zu bestehenden Soundbars und Wireless-Speakern daheim einbinden möchten, kann der Ace Ultra dadurch eine überzeugendere Wahl werden; wer dagegen den maximalen Abstand zu Premium-Referenzen sucht, wird den direkten Vergleich am Ende kaum vermeiden können.
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