UNITED STATES / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie verknüpft steigende Testosteronwerte während der frühen Pubertät mit einem höheren Risiko für Angst- und Depressionssymptome bei Mädchen. Besonders auffällig ist ein Zeitfenster zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr, in dem hormonelle Veränderungen nachweislich mit stärker ausgeprägten internalisierenden Beschwerden zusammenhängen. Die Forscher berücksichtigen dabei auch Estradiol sowie sichtbare Marker körperlicher Reifung. Gleichzeitig deutet das Ergebnis darauf hin, dass emotionale Unterstützung in einer Phase „noch vor sichtbaren Signalen“ besonders wirksam sein könnte.

Testosteronanstieg in der frühen Pubertät erhöht das Risiko für Angst und Depression bei Mädchen
Testosteronanstieg in der frühen Pubertät erhöht das Risiko für Angst und Depression bei Mädchen (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

Der Start in die Pubertät ist für viele Familien vor allem eines: spürbar. Stimmungswechsel, Rückzug oder vermehrte Sorgen tauchen oft zeitgleich mit Wachstumsschüben und körperlichen Veränderungen auf. Was nun neu hinzukommt, ist eine präzisere biologische Spur: Eine Studie in Psychoneuroendocrinology berichtet, dass ansteigende Testosteronwerte während früher Entwicklungsjahre bei Mädchen mit mehr internalisierenden Symptomen zusammenhängen. Gemeint sind Beschwerden, die sich „nach innen“ richten – also etwa Angst, Traurigkeit, Einsamkeitsgefühle oder depressive Verstimmungen. Die zentrale Aussage ist dabei nicht, dass Testosteron psychische Störungen verursacht, sondern dass hormonelle Dynamik als Prädiktor für das Auftreten solcher Symptome in einem klar abgegrenzten Alter dienen kann.

Um die Einordnung zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Debatte, die die Pubertätsforschung seit Jahren prägt. Lange galt Estradiol – ein zentraler Vertreter der Östrogene – als naheliegender Treiber von Stimmungsschwankungen bei jungen Frauen, weil es bei der Reifung eine große Rolle spielt. Parallel dazu existieren Erklärungsmodelle, die weniger biologisch und stärker sozial argumentieren. Die sogenannte Maturation-Disparity-Hypothese geht davon aus, dass ein sichtbar früherer körperlicher Reifefortschritt zusätzliche soziale Belastung erzeugen kann: Andere reagieren anders, das eigene Selbstbild muss schneller „mitwachsen“, und emotionale Bewältigungsstrategien sind möglicherweise noch nicht so weit entwickelt. Daneben steht die hormonelle Einfluss-Hypothese: Hormone sollen die Gehirnentwicklung direkt beeinflussen und damit emotionale Verarbeitung verändern, unabhängig davon, ob die körperlichen Veränderungen bereits sichtbar sind. Genau an dieser Stelle setzt die neue Arbeit an, indem sie sich explizit auf androgen wirkende Hormone wie Testosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA) konzentriert.

Das Studiendesign ist dabei ungewöhnlich konkret: Das Forschungsteam nutzte Daten aus dem Adolescent Brain Cognitive Development Study (ABCD)-Projekt und betrachtete 5.476 weibliche Teilnehmende. Die Beobachtung erstreckte sich über vier jährliche Erhebungswellen im Alter von 9 bis 13 Jahren. Für die endokrine Komponente sammelten die Forschenden jeweils morgens Speichelproben, um Konzentrationen von DHEA, Testosteron und Estradiol zu bestimmen. Ergänzend dokumentierten Betreuungspersonen den sichtbaren Pubertätsfortschritt mit standardisierten Fragebögen, inklusive Wachstumsschüben und dem Auftreten der Menarche, also der ersten Menstruation. Erst auf dieser Basis wurden emotionale Daten erhoben: Die Jugendlichen füllten Selbstberichte zu internalisierenden Symptomen aus, beginnend im Alter von 10 bis 11 Jahren. So entstand ein Datensatz, der biologische Veränderungen und subjektive emotionale Belastung über mehrere Jahre hinweg in Beziehung setzt.

Technisch betrachtet arbeiteten die Autorinnen und Autoren mit statistischen Modellen, die nicht nur Korrelationen, sondern zeitliche Verknüpfungen zwischen Veränderungen in Biomarkern und späteren emotionalen Ergebnissen abbilden sollen. Die Hormonverläufe unterschieden sich dabei deutlich voneinander. DHEA zeigte demnach eine beschleunigte, nichtlineare Entwicklung: von graduellen Anstiegen bis hin zu einem schärferen Wachstum im weiteren Verlauf der frühen Adoleszenz. Testosteron hingegen nahm eher moderat und relativ kontinuierlich zu. Für die psychische Komponente fanden die Forschenden dann den entscheidenden Zusammenhang: Anstiege von Testosteron sagten zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr höhere internalisierende Symptome voraus. Mädchen mit stärkeren Testosteron-Zunahmen berichteten häufiger über Gefühle von Depression und Angst. Wichtig ist, dass dieses Ergebnis nicht „weg-erklärt“ wurde, indem man die Modelle um Estradiolwerte und den Grad der sichtbaren körperlichen Reifung bereinigte. Anders formuliert: Innerhalb des betrachteten Zeitfensters scheint die hormonelle Dynamik spezifisch genug zu sein, um auch dann zu bestehen, wenn der Einfluss anderer biologischer Marker und äußerer Entwicklungsstände berücksichtigt wird.

Als mechanistische Erklärung verweist die Studie auf Veränderungen in neuronalen Verschaltungsmustern. Testosteron interagiere demnach mit Gehirnregionen, die in der Verarbeitung von Bedrohung und Emotionen eine zentrale Rolle spielen – genannt wird insbesondere die Amygdala. Der Gedanke dahinter ist, dass eine veränderte hormonelle Umgebung die Sensitivität für soziale Bewertung und Umweltstress erhöhen kann. Damit lässt sich plausibel machen, warum emotionale Belastung eher internalisiert wird: Wenn das „Alarm-System“ im Gehirn stärker auf soziale Reize oder Stresssignale reagiert, fällt es in der frühen Adoleszenz häufig schwerer, innere Spannungen angemessen zu regulieren. Auffällig ist außerdem ein zweiter Befund, der die Gesamtgeschichte differenziert: Sichtbare körperliche Reifung zeigte nicht denselben negativen Effekt. In einem Abschnitt der Entwicklung, grob zwischen 11 und 12 Jahren, sagten höhere Raten sichtbarer körperlicher Veränderungen zeitweise sogar niedrigere internalisierende Symptome voraus. Das passt zu der Idee, dass körperliche Reifung in manchen Situationen auch soziale Vorteile mit sich bringen kann, etwa wenn das Umfeld die betreffende Person als „passend“ zur Gruppe wahrnimmt.

Estradiol spielte ebenfalls eine Rolle, allerdings offenbar zeitversetzt. Die Studie berichtet Zusammenhänge zwischen Estradiol und internalisierenden Symptomen eher in der älteren Altersgruppe, konkret zwischen 11 und 13 Jahren. Gleichzeitig erklärt Estradiol den Testosteron-Effekt in dem jüngeren Zeitfenster nicht vollständig; das spricht dafür, dass beide Hormone nicht nur unterschiedliche Intensitäten haben, sondern auch unterschiedliche zeitliche Wirkfenster. Für die Praxis heißt das vor allem: Wenn man nach biologisch begründeten Zeitpunkten für Intervention sucht, liegt der Fokus nicht ausschließlich auf „irgendeinem Pubertätsstadium“, sondern auf einem Altersfenster, in dem hormonelle Veränderungen mit emotionaler Verwundbarkeit besonders zusammenfallen.

Natürlich gibt es Einschränkungen, die man bei der Interpretation ernst nehmen muss. Die Hormonmessungen erfolgten nur einmal pro Jahr. Dadurch lässt sich nicht erkennen, wie stark die natürlichen täglichen oder monatlichen Schwankungen die Ergebnisse beeinflussen könnten; ein jährlicher Snapshot bildet die endokrine Realität nur begrenzt ab. Zudem stützten sich die Erhebungen zur körperlichen Entwicklung auf Elternberichte. Auch wenn diese wichtig sind, könnten die eigenen Wahrnehmungen der Jugendlichen – etwa wie unangenehm oder überraschend körperliche Veränderungen wirken – enger mit psychischer Verwundbarkeit verknüpft sein. Eine weitere Limitierung betrifft die psychometrische Tiefe: Untersucht wurden vor allem internalisierende Symptome; externalisierende Verhaltensweisen wie Aggressivität oder auffälliges „nach außen gerichtetes“ Verhalten wurden nicht in gleicher Weise erfasst. Schließlich besteht eine Begrenzung auf ein einziges Geschlecht: Die Stichprobe umfasste nur Mädchen, weshalb sich die Befunde nicht automatisch auf männliche Pubertätsverläufe übertragen lassen. Gerade weil Testosteron bei Jungen oft steiler ansteigt, könnten Gehirnentwicklung und Verhaltensprofile deutlich anders ausfallen.

Für Forschung und klinische Anwendung ergibt sich daraus eine klare Leitlinie: Wenn die Daten tatsächlich eine Sensitivitätsphase zwischen 10 und 12 Jahren abbilden, sollten Unterstützungsangebote und emotionale Trainingsprogramme genau in dieses Zeitfenster hineinwirken. Die Autoren betonen zugleich, dass dies keine Empfehlung für ein routinemäßiges Screening von Hormonwerten bei jungen Mädchen ableiten sollte. Im Gegenteil: Frühe Symptome können auch zu erwartender Entwicklungsstress sein, der nicht zwangsläufig eine behandlungsbedürftige Störung markiert. Was die Studie jedoch liefern kann, ist Timing für „präventive“ Strategien. Schulen und Familien könnten dieses Wissen nutzen, um emotionale Regulation, Coping-Skills und die Fähigkeit zur Einordnung sozialer Signale früh zu stärken – bevor sich aus temporären Belastungsspitzen verfestigte klinische Muster entwickeln.


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik intelligenter Schreibtisch Roboter | für Kinder & Erwachsene, mit Emotionen Interaktionen und Animationen, Spielzeug Unterhaltung Begleiter Haustier Persönlicher Assistent, für mehr Spaß
1.501 Bewertungen
Eilik intelligenter Schreibtisch Roboter | für Kinder & Erwachsene, mit Emotionen Interaktionen und Animationen, Spielzeug Unterhaltung Begleiter Haustier Persönlicher Assistent, für mehr Spaß
  • NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - Testosteronanstieg in der frühen Pubertät erhöht das Risiko für Angst und Depression bei Mädchen - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "Testosteronanstieg in der frühen Pubertät erhöht das Risiko für Angst und Depression bei Mädchen".
Stichwörter Adoleszenz AI Amygdala Angst Artificial Intelligence Depression Dhea Emotion Endokrinologie Estradiol Hormon KI Künstliche Intelligenz Mädchen Mental Health Pubertät Speichel Stress Testosteron
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!
Kein nächster Artikel
Vorheriger Artikel

Lidl ruft mehr Chargen von Freshona-Beerenmischung wegen Noroviren zurück


Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Testosteronanstieg in der frühen Pubertät erhöht das Risiko für Angst und Depression bei Mädchen" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Testosteronanstieg in der frühen Pubertät erhöht das Risiko für Angst und Depression bei Mädchen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Testosteronanstieg in der frühen Pubertät erhöht das Risiko für Angst und Depression bei Mädchen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    2.691 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Jobs