LONDON (IT BOLTWISE) – Das James-Webb-Weltraumteleskop hat im frühen Universum „little red dots“ entdeckt, die überraschend hell wirken. Neue Beobachtungen an einem späteren kosmischen Nachfahren deuten darauf hin, dass diese Objekte in aktiven Zentren voll entwickelter Galaxien aufgehen könnten. Im Zentrum des Kandidaten zeigen sich sowohl Infrarot- als auch UV-Signaturen, während Röntgenstrahlung nur schwach und stark verdeckt auftritt. Damit rückt ein Szenario näher, in dem die Lichtsignatur der „little red dots“ ein zeitlich begrenzter Entwicklungszustand ist.

„Little red dots“ gehören zu den faszinierenden Rätseln, die das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) fast unmittelbar nach dem Start der regulären Beobachtungen im Jahr 2022 sichtbar gemacht hat. Die Objekte treten im frühen Universum auf, sind klein, rötlich und dennoch ungewöhnlich hell. Aus den gemessenen Rotverschiebungen ergibt sich ein Zeitraum, in dem sie bereits vor rund 13,2 bis 12,2 Milliarden Jahren existierten. Genau diese Leuchtkraft über so große Entfernungen passt auf den ersten Blick oft zu Quasaren – also zu extrem aktiven galaktischen Zentren, die von massereichen Schwarzen Löchern gespeist werden.
Doch die Spektralsignatur wirkt im Detail anders als bei klassischen Quasaren: Für die „little red dots“ dominiert offenbar das Infrarotlicht, ergänzt durch einen Anteil im Ultravioletten. Vor allem fehlen die Röntgenstrahlen, die man normalerweise erwarten würde, wenn ein aktives Schwarzes Loch effizient Materie „ansaugt“ und dabei hohe Energien freisetzt. Aus dieser Diskrepanz entstand die Hypothese, die Objekte könnten eine spezielle Zwischenphase sein – etwa „black hole stars“, also große Gaswolken, die von innen durch ein verborgen wachsendes supermassives Schwarzes Loch erhitzt werden. Alternativ stellt sich die Frage, ob es sich um etwas handelt, das wir schlicht deshalb anders sehen, weil es stark verdeckt ist.
Der zweite, ebenso entscheidende Hinweis kommt aus dem demografischen Befund: Die Population der „little red dots“ bricht ab einem Zeitpunkt ein, der weniger als 12 Milliarden Jahre zurückliegt. Forscher müssen dann erklären, ob die Objekte aussterben oder ob sie in etwas „übergehen“, das man heute besser kennt. Die zuletzt stark diskutierte Richtung war, dass sich „little red dots“ in großkörnige, kugelförmige Sternhaufen – also in große globulare Cluster – verwandeln könnten. Nun kommt eine alternative Möglichkeit hinzu, die sich an einem konkreten Kandidaten festmacht: Ein Team um Pierluigi Rinaldi identifizierte einen potenziellen Nachfahren als weit entfernte Galaxie mit der Katalogbezeichnung WISEA J123635.56+621424.2.
Dieser Kandidat liegt bei einer Rotverschiebung von 2. Dadurch sehen Beobachtende ihn so, wie er vor etwa 10,5 Milliarden Jahren erschien – also rund 1,3 Milliarden Jahre nachdem die „little red dots“ im frühen Universum aufgetaucht waren. Die Galaxie trägt den Spitznamen „Saguaro“, weil ihr Erscheinungsbild an die Spiralstruktur erinnert und ihr rotes, zentrales Merkmal wie die rote Frucht des Sonora-Wüstenkaktus wirkt. Zentral ist: Das Kerngebiet zeigt die „Hallmarks“ eines „little red dot“-Vergleichs. JWST erfasst die Quelle hell im Infrarot, Hubble erkennt zusätzlich Emissionen im Ultravioletten. Gleichzeitig wurden von der Röntgen-Observatoriumsseite her jedoch nur schwache X-rays registriert – und der entscheidende Punkt ist, dass diese Röntgenstrahlung offenbar aus einem aktiven galaktischen Zentrum stammt, jedoch stark verdeckt.
Genau diese Kombination kann laut den im Datensatz diskutierten Deutungen erklären, warum bei den „little red dots“ so lange keine durchgehende X-ray-Signatur auftauchte. Wenn ein aktiver galaktischer Kern existiert, aber seine hochenergetische Emission von dichter Materie abgeschirmt wird, kann das Bild im optischen und ultravioletten sowie besonders im Infrarot überwiegen. Röntgenstrahlen erscheinen dann entweder nur gedämpft oder nur in Form eines schwer detektierbaren Restsignals. In diesem Kontext wird auch auf frühere Beobachtungen verwiesen: Bereits zuvor wurde bei einem anderen „little red dot“-Kandidaten, 3DHST-AEGIS-12014, über einen früheren Bericht die Sichtbarkeit „durchbrechender“ bzw. gestreuter Röntgenstrahlung diskutiert. Solche Details stützen die Idee, dass die „black hole“-getriebene Aktivität im Inneren zeitweise schwer zu erkennen ist, bevor sie sich in eine besser sichtbare Phase der Galaxienevolution verschiebt.
Um die Entwicklungslogik zu testen, simulierte Rinaldis Team, wie „Saguaro“ in einer um etwa eine Milliarde Jahre früheren kosmischen Epoche aussehen würde – also im Versuch, die Beobachtendenzeit zurückzudrehen. Das Modell zeigt dabei vor allem, dass der Wirtsgalaxie-Aufbau dann weniger ausgeprägt oder zu schwach wäre, um auf die Distanz klar erkannt zu werden. übrig bliebe vor allem der helle Kern, der dadurch optisch sehr stark dem Erscheinungsbild anderer „little red dots“ ähneln würde. Damit spricht die Gesamtinterpretation dafür, dass „little red dots“ keine völlig eigenständige Klasse sein müssen, sondern eher eine Phase in der Entwicklung von Galaxien mit supermassereichen Schwarzen Löchern darstellen. Selbst unsere Milchstraße könnte nach diesem Szenario irgendwann in einer solchen frühen, kurzlebigen Zwischenform begonnen haben.
Wissenschaftlich wichtig ist dabei weniger die einzelne Benennung als das Muster aus Aufbau, Abdeckung und Sichtbarkeit: Rotverschiebung liefert das Zeitfenster, JWST und Hubble decken Infrarot- und Ultraviolettemissionen ab, während Chandra als Röntgen-Komponente die Art der Abschirmung sichtbar macht. Dass die Ergebnisse am 29. Juli in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal berichtet wurden, ordnet die Arbeit zudem in den laufenden Wettbewerb der Hypothesen ein – nämlich zwischen „Aussterben“ und „Übergang“ der „little red dots“ in bekannte Strukturen. Für die nächste Phase der Forschung wird entscheidend sein, ob weitere Kandidaten im Übergang zwischen den frühen „little red dots“ und späteren, klar strukturierten Galaxien gefunden und anhand ihrer verdeckten Aktivität systematisch eingeordnet werden können.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Wie JWSTs „little red dots“ zu Galaxienkernen werden könnten" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Wie JWSTs „little red dots“ zu Galaxienkernen werden könnten" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Wie JWSTs „little red dots“ zu Galaxienkernen werden könnten« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!