KAIRO / LONDON (IT BOLTWISE) – In Ägypten wurden iOS-Geräte durch eine Zero-Day-Exploit-Kette angegriffen, die von der sanktionierten Überwachungsfirma Intellexa entwickelt wurde. Trotz internationaler Sanktionen setzt Intellexa weiterhin auf den Einsatz digitaler Waffen, um seine Spionagesoftware Predator zu verbreiten. Diese Angriffe werfen ein neues Licht auf die Gefahren kommerzieller Überwachungstechnologien.

Die Entdeckung einer Zero-Day-Exploit-Kette, die gezielt iOS-Geräte in Ägypten angreift, hat die Aufmerksamkeit der internationalen Sicherheitsgemeinschaft auf sich gezogen. Diese Kette wurde von der sanktionierten Überwachungsfirma Intellexa entwickelt, die trotz internationaler Sanktionen weiterhin digitale Waffen einsetzt. Die von Google Threat Intelligence Group und CitizenLab untersuchten Angriffe zeigen, wie Intellexa seine Spionagesoftware Predator verbreitet, um im Auftrag von Regierungen weltweit Überwachungsmaßnahmen durchzuführen.
Die Angriffskette beginnt mit einem Zero-Day-Exploit für Safari, der als CVE-2023-41993 bekannt ist. Dieser Exploit nutzt ein Framework namens JSKit, das es ermöglicht, auf modernen Apple-Geräten beliebigen Code auszuführen. Interessanterweise wurde das gleiche Framework auch von anderen Überwachungsanbietern und staatlich unterstützten Bedrohungsakteuren verwendet. Dies deutet darauf hin, dass Intellexa seine Exploits von externen Anbietern erwirbt, anstatt sie selbst zu entwickeln.
Der zweite Schritt der Angriffskette ist besonders technisch anspruchsvoll und umfasst das Ausbrechen aus der Safari-Sandbox sowie die Eskalation von Privilegien. Hierbei werden Kernel-Schwachstellen ausgenutzt, um unbefugten Code mit Systemrechten auszuführen. Diese Exploits sind so komplex, dass sie wahrscheinlich ebenfalls von externen Quellen stammen. Der dritte Schritt umfasst die Installation der Spionagesoftware, die als PREYHUNTER bekannt ist und aus Modulen besteht, die das Gerät überwachen und verdächtiges Verhalten verhindern.
Intellexa ist für die Entdeckung von 15 einzigartigen Zero-Day-Schwachstellen verantwortlich, die seit 2021 von Googles Threat Analysis Group dokumentiert wurden. Diese Schwachstellen umfassen Remote-Code-Ausführung, Sandbox-Ausbruch und lokale Privilegieneskalation. Neben iOS-Exploits hat Intellexa auch Schwachstellen in der Chrome V8-Engine ausgenutzt, die in Saudi-Arabien beobachtet wurden. Google hat zahlreiche Warnungen an betroffene Konten in verschiedenen Ländern gesendet und alle identifizierten Websites in die Safe Browsing-Liste aufgenommen, um Nutzer vor weiteren Angriffen zu schützen.
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