BALTIMORE / LONDON (IT BOLTWISE) – Forscher der University of Massachusetts Amherst zeigen mit „Zombie Card“, wie sich abgelaufene Visa-Kontaktloskarten für echte In-Store-Zahlungen reaktivieren lassen. Der Angriff nutzt einen Relay zwischen Karte und Terminal und ändert nur die vom Terminal gelesene Ablaufangabe, ohne die Kartenkryptografie zu beschädigen. Damit genügt physische Nähe zur Karte plus eine MitM-Implementierung, während das Konto weiterhin unter derselben PAN erreichbar bleibt. Visa und die betroffenen Banken haben laut Paper bislang keine konkreten Mitigation-Updates öffentlich gemacht.

„Zombie Card“: Abgelaufene Visa-NFC-Karten wieder einsatzfähig machen
„Zombie Card“: Abgelaufene Visa-NFC-Karten wieder einsatzfähig machen (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

Die Meldung wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Kartenbetrugsfall mit NFC-Realitätsbezug, technisch betrachtet geht es aber um eine Schwachstelle im Zusammenspiel zwischen App-Erkennung und kryptografischer Bindung innerhalb von EMV-Kernen. „Zombie Card“ richtet sich nicht gegen die Verschlüsselung oder Signaturen der Karte, sondern gegen eine Lücke in der Semantik: Das Terminal prüft die Application Expiration Date (TLV-Tag 5F24), die Karte wiederum liefert Daten, die über Offline Data Authentication (fDDA bzw. Dynamic Data Authentication – abhängig vom Kernel) verifiziert werden. Genau hier setzt die Forschung an, indem sie das Ablaufdatum so umschreibt, dass das Terminal es akzeptiert, während die signierten bzw. verifizierten Felder intakt bleiben.

Damit ist der Angriff weniger „Krypto knacken“ als „Datenfluss umlenken“. Laut Paper liegen die zwei Darstellungen des Ablaufs auseinander: Das Terminal stützt sich auf 5F24, während der Issuer die Gültigkeit aus Track-2-Equivalent-Data (Tag 57) ableitet, das im Online Authorization Request übermittelt wird. Visa Kernel 3 soll nach den beschriebenen Ergebnissen keine zwingende Konsistenzbindung zwischen diesen beiden Repräsentationen verlangen, außerdem schließt eine fast Dynamic Data Authentication (fDDA) Signatur das Tag 5F24 sogar vollständig aus. Folge: Ein Relay, der die terminalseitige Ablaufangabe auf einen zukünftigen Wert setzt, kann die Offline-Kryptografie unberührt lassen, sodass sowohl die Signatur als auch das Issuer-cryptogram validieren – zumindest auf der Ebene der Terminalprüfung.

Für die Umsetzung braucht das Team laut Beschreibung keine ausgefeilte Datenanalyse, sondern eine konkrete Relay-Chain aus zwei NFC-fähigen Android-Geräten. Die Forscher nutzen dafür Card-Emulator- und POS-Emulator-Software auf den Smartphones und platzieren den MitM-Relay zwischen Karte und Terminal. Die Modifikation fügt dabei spürbare Latenz hinzu: Jede APDU-Rundreise kommt um etwa 20 Millisekunden für den Relay und zusätzlich um etwa 50 Millisekunden mit der konkreten Änderung, sodass pro Transaktion im Mittel rund 415 Millisekunden anfallen. Das liegt unter dem EMV-Limit von 500 Millisekunden pro Kommando – und genau deshalb schlägt die Alternative nicht fehl, die in der Spezifikation optional für mehr Robustheit vorgesehen ist: In keinem der Test-Setup-Teile wurden die optionalen Relay Resistance Protocol (RRP)-Mechanismen implementiert, die die Antwortzeit begrenzen und damit den Relay-Ausbau auffälliger machen könnten.

Interessant ist auch, wie stark das Ergebnis kernelabhängig ist. Die Autoren testen dieselbe Idee nicht nur gegen Visa Kernel 3, sondern gegen mehrere EMV-Kontaktlos-Kernel, und die Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Bei Mastercard Kernel 2 führt der Versuch offenbar zu einer Konsistenzprüfung zwischen den Ablaufdarstellungen während READ RECORD parsing; bei einer Diskrepanz wird die Karte als Datenfehler gewertet und nicht auf einen Online-Fallback gesetzt. American Express Kernel 4 bindet die Ablaufangabe als verpflichtendes Record-Element direkt in die statische Datenmenge, die offline authentifiziert wird, wodurch bei einer Änderung ein Hash-Mismatch entsteht. Discover Kernel 6 kombiniert Dynamic Data Authentication so, dass die manipulierten TLV-Objekte in den verifizierten Transaktionshash einfließen; in diesem Modus wurden die modifizierten Transaktionen konsequent abgelehnt.

Im Visa-Fall zeigt sich dann das typische Spannungsfeld zwischen Terminal-Entscheidung und Issuer-Validierung. Das Paper benennt die Banken aus Anonymisierungsgründen nur als A bis E und berichtet unter anderem, dass der „revived“ Kartenversuch an einer Bank Labortransaktionen über $1,00, $100,00 und $500,00 ausführte sowie weitere Beträge im Bereich von $2,79 und $3,19 im Einzelhandel und im Campus-Kontext. Gleichzeitig lehnt eine andere Bank zwar die modifizierten Ablaufdaten am Terminal akzeptierend ab, fordert aber in der Authorisierung die Verwendung der Ersatzkarte an, während unmodifizierte Versuche mit abgelaufenen Karten im Basislauf korrekt scheiterten. Auffällig ist zudem ein Randfall: Eine Karte war nicht abgelaufen, aber vom Issuer automatisch ersetzt worden, weil noch weniger als drei Monate Gültigkeit verblieben; die Testreihe zeigt, dass selbst dann die Bearbeitung am Kernel 6 scheitert, obwohl alte und ersetzte Karte gegen dasselbe Konto ohne Modifikation Transaktionen durchführen konnten.

Für die Industrie folgt daraus vor allem ein Architekturthema: Die Angriffsfläche entsteht nicht bei „zu schwacher Kryptografie“, sondern bei fehlender kryptografischer Bindung zwischen Ablaufprüfung, signierten Datensätzen und dem, was der Issuer zur Identitätsprüfung der Karte heranzieht. Die im Paper beschriebenen Gegenmaßnahmen setzen daher an mehreren Stellen gleichzeitig an: Ablaufkritische Daten sollen so gebunden werden, dass in-flight Änderungen die Kernel-Hash-Validierung oder offline Authentifizierung nicht überleben; Terminal und Issuer sollen bei mehreren Ablaufrepräsentationen gegenseitig vergleichen und Divergenzen sichtbar machen; außerdem sollen Issuers gegen ein PAN-und-Ablauf-Tupel authorisieren und die präsentierte Ablaufangabe als Teil der Credential-Identität behandeln. Ebenso wichtig: Terminal-Validierungssignale sollen im Ergebnispfad so übermittelt werden, dass der Issuer nachvollziehen kann, ob die lokale Ablaufprüfung wirklich durchlief.

Auch außerhalb der direkten „Zombie Card“-Relay-Implementierung steckt für Security-Teams eine zweite Lehre: Relay-Techniken sind als Baustein bereits in anderen Angriffsmustern sichtbar. In dem Zusammenhang verweist das Paper auf eine veröffentlichte Beobachtung einer Android-NFC-Relay-Malware-Familie, die laut Bericht mit einer ähnlichen Zwei-Geräte-Relay-Primitive arbeitet, jedoch das Ablaufdatum nicht verändern muss. Praktisch bedeutet das: selbst wenn ein Kernel eine spezifische Ablauf-Lücke schließt, bleibt der Schutzbedarf gegen das generische MitM/Relay-Grundprinzip bestehen – insbesondere dann, wenn in der Praxis optionale Gegenmaßnahmen wie RRP nicht implementiert sind oder Terminal-Integrationen unterschiedliche Latenz- und Signalisierungsannahmen haben.


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
1.501 Bewertungen
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
  • 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - „Zombie Card“: Abgelaufene Visa-NFC-Karten wieder einsatzfähig machen - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "„Zombie Card“: Abgelaufene Visa-NFC-Karten wieder einsatzfähig machen".
Stichwörter Ablaufdatum AI American Express Artificial Intelligence Chipkarte Cybersecurity Discover Emv Hacker IT-Sicherheit Karten Kernel KI Kryptografie Künstliche Intelligenz Mastercard Mitm Netzwerksicherheit NFC Offline Data Authentication Relay Visa Zahlung
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!
Kein nächster Artikel
Vorheriger Artikel

Schindler-Aktie unter Druck: Analysten sehen moderates Ergebnisplus


Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "„Zombie Card“: Abgelaufene Visa-NFC-Karten wieder einsatzfähig machen" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "„Zombie Card“: Abgelaufene Visa-NFC-Karten wieder einsatzfähig machen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »„Zombie Card“: Abgelaufene Visa-NFC-Karten wieder einsatzfähig machen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    600 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Jobs