ORLANDO / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Forschungen deuten darauf hin, dass einige Symptome der Alzheimer-Krankheit, insbesondere motorische Schwierigkeiten, ihren Ursprung außerhalb des Gehirns haben könnten. Wissenschaftler der University of Central Florida haben ein Modell entwickelt, das zeigt, wie periphere Nerven unabhängig von kognitiven Beeinträchtigungen betroffen sein können. Diese Entdeckung könnte neue Wege für die Behandlung der Krankheit eröffnen.

Alzheimer wird traditionell mit Gedächtnisverlust und kognitivem Verfall in Verbindung gebracht. Doch eine neue Studie legt nahe, dass auch motorische Probleme, wie eine verlangsamte Gehgeschwindigkeit und verminderte Griffkraft, ihren Ursprung außerhalb des Gehirns haben könnten. Forscher der University of Central Florida haben ein Modell entwickelt, das zeigt, dass diese Symptome unabhängig von der Gehirndegeneration auftreten können.
Die Studie konzentrierte sich auf die familiäre Alzheimer-Krankheit, eine seltene, vererbbare Form der Krankheit, die in der Regel zwischen dem 40. und 65. Lebensjahr auftritt. Die Forscher verwendeten menschliche induzierte pluripotente Stammzellen, um motorische Neuronen zu züchten, die genetisch so modifiziert wurden, dass sie Mutationen tragen, die mit dieser Form der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen.
Durch die Kombination dieser mutierten Nervenzellen mit gesunden Muskelzellen in einem mikroskopischen Laborgerät konnten die Forscher die Funktion des neuromuskulären Übergangs untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass die mutierten Nervenzellen Schwierigkeiten hatten, mit den Muskelzellen zu kommunizieren, was darauf hindeutet, dass die Krankheit die peripheren Nerven direkt angreift.
Interessanterweise konnten gängige Alzheimer-Medikamente wie Memantin und Galantamin die Funktionsstörungen der peripheren Nerven nicht beheben. Dies deutet darauf hin, dass Behandlungen, die auf das Gehirn abzielen, nicht automatisch auch die peripheren Nervenschäden reparieren. Diese Erkenntnis könnte den Weg für neue therapeutische Ansätze ebnen, die sowohl kognitive als auch physische Symptome der Alzheimer-Krankheit adressieren.
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