LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Präklinikstudie zeigt, dass Psilocybin bei Mäusen Nervenschäden vorbeugen kann, die sonst durch gängige Chemotherapien wie Cisplatin und Paclitaxel entstehen. Im Fokus steht dabei der Erhalt der Mitochondrien-„Mobilität“ in sensorischen Nervenfasern, wodurch Energieausfälle und nachfolgende Degeneration verhindert werden. Die Autoren berichten zudem, dass die Krebstherapie-Wirkung nicht nachlässt. Als nächster Schritt ist eine Phase-2-Studie unter dem Namen NeuroGuard geplant, um Sicherheit und Wirksamkeit am Menschen zu prüfen.

Psilocybin schützt Nerven vor Chemotherapie-Schäden: neue Präklinik
Psilocybin schützt Nerven vor Chemotherapie-Schäden: neue Präklinik (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

Die Nebenwirkung kommt in der Onkologie immer wieder als harte Grenze: Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie. Sie äußert sich häufig in Schmerz, Taubheit, Kribbeln bis hin zu einer ausgeprägten Kälteempfindlichkeit und kann in schweren Fällen über Jahre bestehen. In der neuen präklinischen Arbeit geht es deshalb nicht um eine nachträgliche Symptombehandlung, sondern um eine prophylaktische Strategie, die das Nervensystem schützen soll, bevor die Schädigung überhaupt einsetzt. Als Auslöser dienen dabei die typischen Kandidaten der Systemtherapie: Cisplatin und Paclitaxel.

Technisch betrachtet knüpft die Studie an ein gut beschriebenes Problem an: Viele Chemotherapeutika schaden den Mitochondrien, also den zellulären Energieerzeugern. Für sensorische Neurone ist diese Energieversorgung besonders kritisch, weil die Nervenfasern sehr lange Strecken überbrücken müssen – und Mitochondrien entlang der Axone kontinuierlich transportiert werden. Wird dieser Transport blockiert, „verhungern“ die Endbereiche der Nerven, und die strukturelle Integrität leidet. Die Autoren setzen hier auf einen Mechanismus, der bereits in früherer Literatur als relevant galt: Arbeitsgruppen hatten gezeigt, dass sich die Mitochondrienbewegung entlang von Nervenfasern als Schutzfaktor nutzen lässt, und dass psychedelische Substanzen Wachstums- und Reparaturpfade beeinflussen können.

Der zentrale Ansatz: Psilocybin, der Wirkstoff aus bestimmten Pilzarten, aktiviert den Serotonin-2A-Rezeptor. Die Hypothese lautet, dass dieser Rezeptor über Signalwege sowohl die neuronale Anpassungsfähigkeit als auch die mitochondriale Regulation betrifft – und damit vor dem Auftreten der Neuropathie eine Art molekulares „Rettungsprogramm“ anstoßen kann. Um das zu testen, gaben die Forschenden Mäusen zwei Dosen Psilocybin vor der Applikation mehrerer Chemotherapie-Zyklen. Sie kombinierten dafür Verhaltenstests zur Erfassung von Druck- und Kältesensitivität mit zeitlich über acht Monate angelegter Beobachtung und nutzten zusätzlich Tiere mit Tumoren, um sicherzustellen, dass die Krebstherapie nicht beeinträchtigt wird.

Die Ergebnisse lesen sich in mehreren Ebenen konsistent: Zwei präventive Dosen verhinderten bei den Mäusen das Ausbilden der charakteristischen Kälte- und Druck-Überempfindlichkeit, und der Effekt blieb über alle bis zu sechs Chemotherapie-Zyklen sowie bis zum Ende des achtmonatigen Nachbeobachtungszeitraums erhalten. Gleichzeitig berichten die Autoren, dass Psilocybin die tumorhemmende Wirkung der Chemotherapie nicht reduziert hat: Tumortragende Tiere zeigten demnach vergleichbare Größenreduktionen wie jene, die nur Chemotherapie erhielten. Auch systemische Immunmarker blieben offenbar unverändert, was darauf hindeutet, dass die Intervention primär die Nervenmechanik adressiert und nicht die allgemeine biologische Antwort auf den Krebs „umlenkt“.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die Studie zwei getrennte Pfadlogiken beschreibt: Im Gehirn habe Psilocybin dabei geholfen, elektrische Aktivitätsmuster zu normalisieren, die bei chronischen Schmerzprozessen typischerweise aus dem Gleichgewicht geraten. Peripher im Körper schützte es dagegen direkt Struktur und Funktion der sensorischen Nervenendigungen in der Haut. Auf Zellebene beobachten die Forschenden, dass die Chemotherapie normalerweise die Mitochondrien so bremst, dass sie ihre Reise entlang der langen Axone nicht fortsetzen können; Psilocybin verhindert genau diese „Verkehrsstörung“. Über die Aktivierung des Serotonin-2A-Rezeptors wird dabei eine Signalkaskade ausgelöst, die die molekularen Motoren für den Transport der Mitochondrien steuert – mit dem Ergebnis, dass die Nervenenden die Energie erhalten, die sie unter dem toxischen Stress der Chemotherapie für das Überleben brauchen.

Wichtig für die spätere Übertragbarkeit ist die Frage, ob der Effekt an die halluzinogene Wirkung gekoppelt ist. Hier berichten die Autoren, dass die Schutzwirkung nicht strikt von den psychotropen Effekten abhängt: In einem Experiment erhielten Mäuse einen nicht-halluzinogenen Wirkstoff, der gezielt denselben Serotonin-2A-Rezeptor adressiert. Auch damit zeigte sich ein vergleichbarer Schutz gegen die Nervenschädigung. Zugleich betten die Forschenden ihre Ergebnisse in den Kontext früherer Arbeiten ein: Während frühere Studien stärker auf bestehende Schmerzsymptome und zentrale Remodeling-Prozesse zielten, setzt dieser Ansatz auf die prophylaktische Erhaltung der peripheren Nervenfunktion. Das kann den Unterschied machen zwischen „Schmerz abschwächen“ und „Schmerz erst gar nicht entstehen lassen“.

Trotz der positiven Signale gibt es klare Grenzen: Wie bei vielen präklinischen Programmen basiert ein großer Teil der Evidenz auf Mausmodellen und auf im Labor gezüchteten menschlichen Gewebematerialien. Zwar kommen advanced live-cell imaging sowie Analysen frischer peripherer Nervenproben von 29 Patientinnen und Patienten zum Einsatz, doch klinische Studien müssen erst zeigen, ob Timing, Dosis, Sicherheit und mögliche Interaktionen in realen Behandlungspfaden genauso funktionieren. Der Translational Gap bleibt laut Andres Ort, einem Arzt und Mitglied der Neurophenomenologie-of-Consciousness-Labors an der Universität Zürich, erheblich. Er formuliert jedoch zugleich, dass die Arbeit eine mechanistische und präklinische Grundlage liefert, um Psilocybin bei chemotherapiebedingter Neuropathie gezielt weiterzuuntersuchen. Patrick M. Dougherty betont außerdem, dass Psilocybin nicht nur als „Schmerzsignal-Reduzierer“ zu verstehen sei, sondern die Nerven selbst schützt, indem es die Energieversorgung sichert.

Konkreter wird es mit dem nächsten Schritt: Das Team plant eine Phase-2-Studie mit dem Namen NeuroGuard, in der Psilocybin während der Chemotherapie bei Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Tumorarten untersucht werden soll. Startend soll es um Patientinnen und Patienten gehen, die Cisplatin erhalten; anschließend sollen andere Chemotherapien folgen, um zu prüfen, ob der Schutz gegen unterschiedliche neurotoxische Profile konsistent ausfällt. Für Unternehmen und Entscheider im Gesundheitswesen ist das vor allem deshalb relevant, weil hier ein Ansatz entsteht, der möglicherweise die Behandlungsgeschwindigkeit und -intensität stabilisieren könnte: Wenn Neuropathie weniger häufig auftritt oder später beginnt, müssen Ärztinnen und Ärzte eher seltener Dosisanpassungen oder Therapieabbrüche vornehmen. Der Ausgang hängt nun an gut gemessenen, patientenzentrierten Endpunkten – von Neuropathie-Symptomen über Funktionswerte und Lebensqualität bis hin zu Sicherheit, Adhärenz und dem Umgang mit Interaktions- und Screening-Fragen.


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
1.501 Bewertungen
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
  • 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - Psilocybin schützt Nerven vor Chemotherapie-Schäden: neue Präklinik - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "Psilocybin schützt Nerven vor Chemotherapie-Schäden: neue Präklinik".
Stichwörter AI Artificial Intelligence Chemotherapie Cisp Latin Gehirn Geist KI Künstliche Intelligenz M Mitochondrien Mitochondrien-transport Neurologie Neuropathie Neuroscience Neurowissenschaften Oncology Paclitaxel Periphere Nerven Phase-2 Präklinische Studie Psilocybin Serotonin-2a
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!
Kein nächster Artikel
Vorheriger Artikel

US-Einzelhandel setzt auf Cash-Rounding und Kreditkartenzuschläge


Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Psilocybin schützt Nerven vor Chemotherapie-Schäden: neue Präklinik" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Psilocybin schützt Nerven vor Chemotherapie-Schäden: neue Präklinik" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Psilocybin schützt Nerven vor Chemotherapie-Schäden: neue Präklinik« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    497 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Jobs