LONDON (IT BOLTWISE) – Eine 10-jährige Auswertung von 995 US-Teilnehmenden aus NHATS verbindet häufiges, teils unbeabsichtigtes Nickerchen mit einem deutlich höheren Demenzrisiko. Besonders stark war der Zusammenhang bei Nickerchen an den meisten Tagen sowie bei Situationen, in denen Betroffene ohne Absicht am Tag einschlafen. Die Studie deutet darauf hin, dass Schlafmuster im Tagesverlauf Veränderungen im Gehirn Jahre vor einer klinischen Diagnose anzeigen können. Offen bleibt jedoch, ob sich daraus frühzeitig wirksame Präventionsansätze ableiten lassen.

Für viele ältere Menschen wirkt das Nickerchen tagsüber wie ein harmloser Regenerationsmoment. Die neue Langzeitstudie aus dem Umfeld der Johns-Hopkins-Bloomberg-School of Public Health stellt diese Alltagsannahme zumindest teilweise infrage: Sie zeigt, dass Häufigkeit, Dauer und vor allem die Intention hinter dem Einschlafen mit dem späteren Auftreten von Demenz zusammenhängen können. Das ist medizinisch relevant, weil es nicht nur um „mehr Schlaf“ geht, sondern um Muster, die mit der Fähigkeit des Gehirns verknüpft sind, Wachheit zu stabilisieren und den zirkadianen Rhythmus zu synchronisieren.
Im Kern basiert die Analyse auf Daten von 995 Medicare-Begünstigten ab 65 Jahren, die 2013 kognitiv unauffällig waren und anschließend über zehn Jahre bis 2023 beobachtet wurden. Die Forschenden nutzten dabei das National Health and Aging Trends Study (NHATS)-Design: Das Tages-Schlafverhalten wurde in einer Schlafmodul-Erhebung im Jahr 2013 selbst berichtet, differenziert nach Häufigkeit (kein Nickerchen, selten, häufig), Absicht (intentional vs. unintentional) sowie Dauer (≤30 Minuten bzw. >30 Minuten). Demenz wurde in jeder Erhebungsrunde mittels eines validierten Algorithmus klassifiziert; betrachtet wurde als Endpunkt „mögliche/probable Demenz“ statt ausschließlich eines sehr späten, klinisch eindeutig bestätigten Stadiums.
Die Ergebnisse sind dabei weniger „einfach“, als es eine einzelne Prozentzahl suggeriert: Personen, die an den meisten Tagen oder sogar täglich ein Nickerchen machten, hatten gegenüber Nicht-Nappern eine um 48% höhere Wahrscheinlichkeit, im Verlauf eine incident possible/probable dementia zu entwickeln. Bei unbeabsichtigtem Einschlafen, also wenn Betroffene ohne Plan „wegkippten“, lag die Steigerung bei 39%. Bei sehr kurzen Nickerchen bis zu 30 Minuten war der Zusammenhang mit 40% ebenfalls deutlich, während Nickerchen mit mehr als 30 Minuten nach zusätzlicher Berücksichtigung von Schlafvariablen an Stärke verloren. Entscheidend ist außerdem, dass die Assoziationen auch dann stabil blieben, wenn Teilnehmende ausgeschlossen wurden, die innerhalb der ersten fünf Jahre eine Demenzklassifikation erhielten – ein Hinweis darauf, dass die Schlafveränderungen nicht bloß unmittelbare Begleiterscheinungen einer bereits laufenden neurodegenerativen Entwicklung sind, sondern eher Jahre vorher sichtbar werden können.
Aus Sicht der Studienautorinnen und -autoren sollten diese Befunde nicht als „Nickerchen verursacht Demenz“ missverstanden werden. Die Arbeit argumentiert vielmehr für einen bidirektionalen Zusammenhang: Tagesmüdigkeit und neurodegenerative Prozesse könnten sich gegenseitig verstärken, wobei das Nickerchen als Marker für frühe Veränderungen dienen könnte. Adam Spira, PhD, MA, formulierte das sinngemäß so, dass häufigeres Nickerchen ein Signal für Veränderungen im Gehirn sein kann, anstatt selbst die Ursache dieser Veränderungen zu sein. Auch der Mechanismus wirkt plausibel: In frühen Demenzstadien können pathologische Prozesse subkortikale Netzwerke beeinträchtigen, die für Wachheitsregulation und die Abstimmung des zirkadianen Systems mitverantwortlich sind. Wenn diese Kontrollmechanismen nachlassen, fällt es älteren Menschen häufiger schwer, tagsüber wach zu bleiben; zugleich können fragmentierte Schlafrhythmen wiederum die Schlafarchitektur in der Nacht verschlechtern und so die Bedingungen für nächtliche „Reinigungsprozesse“ im Gehirn ungünstig beeinflussen.
Dass frühere Studien zu Nickerchen und Kognition zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen, überrascht vor diesem Hintergrund weniger. Einige Arbeiten fanden positive Effekte von „power naps“ auf Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit, andere berichteten erhöhte Demenzrisiken. Die aktuelle Studie ordnet diese Widersprüche insbesondere zwei Faktoren zu: Unterschiedliche Studiendesigns und Messmethoden (Selbstbericht gegenüber objektiven Daten etwa aus Wearables) sowie kulturelle und regionale Normen, wie und warum Menschen tagsüber ruhen. Weil diese Untersuchung Nickerchen über selbst berichtete Angaben und Demenz über algorithmische Klassifikation erfasst, bleibt sie gleichzeitig offen für methodische Unsicherheiten. Die Autorinnen und Autoren betonen daher, dass zur Absicherung klinische Studien und insbesondere objektive Messungen der Schlafparameter über Wearables erforderlich sind – damit sich prüfen lässt, ob sich der beobachtete Zusammenhang auch bei genauerer Diagnostik und detaillierterer Schlafphysiologie wiederfindet.
Für Unternehmen, die im Gesundheits- und Digital-Health-Bereich aktiv sind, steckt hier eine konkrete Handlungsfrage: Welche Schlafindikatoren lassen sich so messen und interpretieren, dass sie als frühes Risikosignal taugen – ohne vorschnell in Richtung „statische Ursache“ zu laufen. Die Studie spricht zwar von möglichen Modifizierbarkeitseffekten, aber genau hier beginnt die nächste Forschungsstufe: Wenn sich Verhaltenstherapien oder Schlaf-Interventionen tatsächlich auf die Wachheitsstabilität und die nächtliche Schlafkonsolidierung auswirken, könnte das späteren kognitiven Abbau günstig beeinflussen. Der Nutzen würde sich dann nicht nur in der Prävention einzelner Probanden zeigen, sondern auch in skalierbaren Monitoring-Ansätzen, etwa wenn medizinische Teams und digitale Dienste Schlafmuster frühzeitig erkennen und Interventionen priorisieren.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Häufiges Nickerchen als möglicher Frühhinweis auf Demenz" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Häufiges Nickerchen als möglicher Frühhinweis auf Demenz" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Häufiges Nickerchen als möglicher Frühhinweis auf Demenz« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!