ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Schweizer Industrie steht vor einer schweren Krise, ausgelöst durch drastische US-Zölle und sinkende Auftragseingänge. Während die Umsätze einbrechen, suchen Unternehmen nach Rettungsankern in Europa, um die drohende Rezession abzuwenden. Über 30.000 Arbeitsplätze könnten gefährdet sein, wenn keine Lösungen gefunden werden.

Die Schweizer Industrie sieht sich mit einer beispiellosen Herausforderung konfrontiert, die durch die Einführung von US-Zöllen in Höhe von 39 Prozent auf Schweizer Exporte verschärft wird. Diese Maßnahme, die am 1. August von US-Präsident Donald Trump verhängt wurde, hat die ohnehin schon angespannte Lage der Branche weiter verschlechtert. Bereits im ersten Halbjahr 2023 waren die Umsätze um 2,5 Prozent gesunken, und die Auftragseingänge brachen im zweiten Quartal um 13,4 Prozent ein. Die Auswirkungen dieser Entwicklungen sind weitreichend und bedrohen über 30.000 Arbeitsplätze in der Schweiz.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen sind nicht nur auf die US-Zölle zurückzuführen. Auch der einstige Wachstumsmarkt Asien zeigt Schwächen, was die Exporte in diese Region ebenfalls belastet. Die Unsicherheit, die durch den von den USA angezettelten Zollkrieg ausgelöst wurde, hat viele Unternehmen dazu veranlasst, Investitionen und Aufträge zurückzuhalten. In dieser schwierigen Lage ist Europa als potenzieller Rettungsanker in den Fokus gerückt. Die Exporte in die Nachbarländer der Schweiz haben sich relativ stabil entwickelt, was den Unternehmen eine gewisse Hoffnung gibt.
Swissmem-Präsident Martin Hirzel betont die Notwendigkeit, kreative Lösungen zu finden, um die Auswirkungen der Zölle abzumildern. Eine Möglichkeit besteht darin, Transferpreise zu nutzen, um die Zollbelastung zu senken, obwohl dies den Gewinnanteil in der Schweiz schmälert. Zudem könnten Unternehmen ihre Lieferketten anpassen, indem sie Produkte aus Ländern mit geringerer Zollbelastung direkt in die USA liefern. Diese Maßnahmen sind jedoch mit erhöhtem bürokratischen Aufwand und ineffizienter Logistik verbunden.
Inmitten dieser Herausforderungen bleibt Europa die letzte Hoffnung für viele Schweizer Unternehmen. Ein Drittel der von Swissmem befragten Firmen erwägt, ihre Aktivitäten in die EU zu verlagern. Die EU gewinnt trotz ihrer Unzulänglichkeiten an Attraktivität, da stabile Beziehungen zu diesem wichtigen Absatzmarkt für die Schweizer Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind. Swissmem unterstützt daher die Bilateralen III, die einen Streitschlichtungsmechanismus beinhalten, der in Zeiten von Handelskonflikten wie dem aktuellen Zollstreit mit den USA von unschätzbarem Wert wäre.

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