MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Führende Chatbots zeigen laut einer Studie kognitive Defizite, die ihren Einsatz in der Medizin einschränken könnten.

Die Frage, ob Künstliche Intelligenz Ärzte ersetzen kann, wird zunehmend kritisch diskutiert. Eine neue Studie zeigt, dass führende KI-Modelle wie ChatGPT, Claude und Gemini zwar beeindruckende Ergebnisse in diagnostischen Anwendungen erzielen, jedoch auch Anzeichen kognitiver Defizite aufweisen.
Israelische Wissenschaftler testeten die Leistungsfähigkeit der Sprachmodelle anhand des Montreal Cognitive Assessment (MoCA), eines Tests, der üblicherweise zur Früherkennung von Demenz eingesetzt wird. Untersucht wurden Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache sowie visuell-räumliche Wahrnehmung. Die Ergebnisse waren gemischt: Während ChatGPT 4o die höchste Punktzahl erreichte und Gemini 1 am schlechtesten abschnitt, zeigten alle Modelle Defizite in räumlich-visuellen Aufgaben wie dem Verbinden von Zahlen und Buchstaben in aufsteigender Reihenfolge.
Die Studie offenbarte auch, dass KI-Modelle Schwierigkeiten bei der Interpretation komplexer visueller Szenen haben und Empathie nicht adäquat simulieren können. Obwohl sie in anderen Bereichen wie Benennung, Aufmerksamkeit und Sprache gute Ergebnisse erzielten, bleiben diese Schwächen ein Hindernis für den Einsatz in klinischen Anwendungen.
Ein Neurologe, der die Tests leitete, stellte fest, dass diese Defizite darauf hindeuten könnten, dass KI-Systeme selbst zu “virtuellen Patienten” werden könnten. Das Urteil der Forscher: “Es ist nicht nur unwahrscheinlich, dass Neurologen durch KI ersetzt werden, sondern zukünftige Entwicklungen könnten neue Ansätze zur Behandlung kognitiver Schwächen in KI erforderlich machen.”
Die Erkenntnisse dieser Studie werfen neue Fragen zu den Grenzen der Künstlichen Intelligenz auf und stellen in Aussicht, dass menschliche Expertise in der Medizin weiterhin unersetzlich bleibt.

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