PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine umfassende Studie hat die Temperaturentwicklung des Universums über die letzten 10 Milliarden Jahre untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass das Universum im Durchschnitt kälter geworden ist, was auf eine abnehmende Sternentstehungsrate hindeutet. Diese Erkenntnisse basieren auf Daten des Euclid-Weltraumteleskops und des Herschel-Satelliten.

In einer bahnbrechenden Studie haben Astronom:innen die Temperaturentwicklung des Universums über die letzten 10 Milliarden Jahre untersucht. Die Analyse, die auf Daten des Euclid-Weltraumteleskops der ESA und Archivdaten des Herschel-Satelliten basiert, zeigt, dass das Universum im Durchschnitt kälter geworden ist. Diese Abkühlung ist ein Indikator für eine abnehmende Sternentstehungsrate, da heiße, junge Sterne den interstellaren Staub aufheizen.
Die Staubtemperatur ist ein entscheidender Indikator für die Sternentstehungsrate in Galaxien. Ein Sinken der Durchschnittstemperatur deutet darauf hin, dass weniger massereiche, junge Sterne geboren werden. Diese Erkenntnisse bestätigen die Vermutung von Kosmolog:innen, dass die Epoche der maximalen Sternentstehung bereits Milliarden von Jahren zurückliegt.
Douglas Scott von der University of British Columbia beschreibt diesen Prozess als einen langsamen, natürlichen Wandel. Die primäre Heizquelle für den interstellaren Staub hat sich von jungen, heißen Sternen zu einer älteren, kühleren Sternpopulation verschoben. Diese hält den Staub auf einer stabilen Temperatur von etwa 23 Kelvin.
Die präzisen Messungen wurden durch die umfangreichen Daten der Euclid-Mission und eine Methode namens Stacking-Analyse ermöglicht. Dabei werden die Signale von Tausenden Galaxien digital übereinandergelegt, um ein messbares Durchschnittssignal zu erzeugen. Diese Methode erlaubt es, die Staubtemperaturen auf eine Weise zu messen, die kaum anzuzweifeln ist.
Die Studie, die von Ryley Hill geleitet wird, wurde zur Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics eingereicht. Sie basiert auf den ersten Quick Data Release-Daten der Euclid-Mission. Die vollständige Mission wird noch tiefere Einblicke in die Struktur und Entwicklung des Universums ermöglichen.
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