LONDON (IT BOLTWISE) – Rund 800 bösartige Pakete wurden im npm-Registry-Kontext veröffentlicht und zielen auf Windows, macOS und Linux. Auffällig ist die Ausführung über require() aus einem README, statt über klassische npm-Lifecycle-Hooks wie preinstall oder postinstall. Nach dem Start lädt ein Downloader namens WEL1DROPPER je nach System und Architektur eine passende Payload von Cloudflare-Worker-Domains. Schlägt der HTTPS-Weg fehl, nutzt die Schadsoftware DNS-TXT-Records, um die nächste Stufe zu rekonstruieren.

Die npm-Softwarelieferkette gerät erneut unter Druck: Laut einer Analyse von Paul McCarty wurden nahezu 800 bösartige Pakete im npm-Ökosystem entdeckt, die plattformübergreifend Schadcode für Windows, macOS und Linux ausrollen. Auffällig ist dabei nicht nur die schiere Anzahl, sondern auch der Ansatz, mit dem die Pakete zur Ausführung gebracht werden. Statt sich auf gängige npm-Lifecycle-Hooks wie preinstall oder postinstall zu stützen, setzen die neuen Pakete auf einen Text im README, der Entwickler dazu anleitet, die Module explizit zu laden.
Im Kern startet die Kette, wenn die Installation oder das Einbinden der Abhängigkeiten den beschriebenen Mechanismus auslöst: Die Pakete instruieren, sie mit require() zu laden – also über die Node.js-eigene Modulimport-Funktion. Auf diese Weise wird aus einem scheinbar normalen Import heraus ein Downloader namens WEL1DROPPER ausgeführt. Dieses Stück Schadlogik ermittelt im nächsten Schritt Betriebssystem und Prozessorarchitektur, um anschließend die passende zweite Stufe abzurufen. Die Technik zielt damit auf heterogene Build- und Laufzeitumgebungen, die häufig genau dort entstehen, wo npm-Abhängigkeiten über Teams und Plattformen hinweg wiederverwendet werden.
Für das spätere Payload-Loading nutzt die Schadsoftware eine Kombination aus fest hinterlegten Infrastruktur-Endpunkten und dynamischen Fallback-Mechanismen. Beim erfolgreichen Download kommen drei Cloudflare-Worker-Domains zum Einsatz, die je nach Systemlage als Quelle dienen: oob-worker.cf103-070.workers[.]dev, oob-worker.cf102-baf.workers[.]dev und oob-worker.cf99-9b3.workers[.]dev. Wenn HTTPS-basiertes Laden fehlschlägt, wechselt die Malware in eine zweite Strategie: Sie fragt DNS-TXT-Records an, um über den Domain-Namen „wel1[.]ru“ die nächste Stufe stückweise zu rekonstruieren. McCarty beschreibt den Ablauf so: „The package first requests a TXT record from c.. It parses the response as the number of payload chunks, accepting a value between 1 and 2,000. It then requests numbered TXT records. The returned strings are joined together and Base64-decoded into a binary buffer.“
Die finale Ausführung unterscheidet sich danach je Plattform. Unter Linux und macOS schreibt die Schadkomponente den Binary-Buffer in einen temporären Ordner und startet ihn über „/bin/sh“. Unter Windows wird „cmd.exe“ verwendet. Im Windows-Fall wird die Attacke zusätzlich mit weiteren Schutz- und Persistenzschritten versehen: Die letzte Stufe läuft als „detached process“, greift in Event Tracing for Windows (ETW) und in die Antimalware Scan Interface (AMSI) ein, um Überwachung zu erschweren. Außerdem sucht die Malware nach Hinweisen auf Sandboxen und virtuelle Umgebungen, etabliert Persistenz über einen Registry-Run-Key sowie einen scheduled task und lädt danach eine verschlüsselte zweite Komponente („/pkg/update_win.exe“) nach. Die macOS-Kette ähnelt dem Muster: Debugger und Analyseartefakte werden abgeklopft, danach wird ein passendes Payload-File wie „/pkg/beacon_mac.bin“ geladen; gelingt das nicht, greift wiederum der DNS-TXT-Weg ein. Linux wiederum startet als UPX-verpacktes ELF und führt schließlich zu einer Bereitstellung der Open-Source Command-and-Control-Komponente Sliver.
Ein weiteres Detail zeigt, wie stark der Angriff auf „Sichtbarkeit vermeiden“ und „schnell prüfbar wirken“ setzt: Die Pakete enthalten offenbar eine Datei namens „lib/telemetry.js“. Diese implementiert ein scheinbar plausibles Telemetrie-SDK und wiederholt zugleich die zentrale Downloader-Logik. Der Paket-Entry-Point importiert diese Datei jedoch nicht; laut der Beschreibung wirkt sie damit eher wie eingefügtes Rauschen, das bei einer schnellen Sichtprüfung wie ein legitimes Analytics- oder Profiling-Element aussehen kann. Interessant ist zudem, dass in den macOS-Payloads Domain-Namen wie tcsbank[.]ru und cloudpayments[.]ru vorkommen, was nach der Einschätzung von McCarty auf eine mögliche Ausrichtung auf russische Finanz- und Payment-Institutionen schließen lässt.
Als möglichen Evolutionsschritt ordnen Analysten den Ansatz in die Nähe früherer Dependency-Confusion-Angriffe ein, die bereits unter dem Codenamen Moika beobachtet wurden: Damals wurden im April über 250 Pakete veröffentlicht, um Informationen aus der Laufzeitumgebung zu stehlen und anschließend systemspezifische zweite Stufen zu liefern. Parallel dazu wird das breitere Bild der Paketlieferkette untermauert: Unit 42 dokumentierte mehrere npm- und PyPI-Kampagnen mit sehr unterschiedlichen Endzielen – darunter Credential-Exfiltration, C2-Dropper auf Basis von EtherHiding-Mechanismen sowie Varianten, die Wallet-Key-Diebstahl über Telegram, .env-Secret-Exfiltration, Social Engineering über Fake-CAPTCHA und Token-Diebstahl ausnutzen. Auch abseits der Paketmanager wurden Browser-Erweiterungen als Vektoren beobachtet, die über WebSocket-Kommandos zu einem Crawling-Proxy werden und Bandbreite über ein Residential-Proxy-Netzwerk teilen. Für Unternehmen heißt das: Schutzmaßnahmen sollten nicht nur npm-typische Hook-Pfade abdecken, sondern auch „require()-basierte“ Trigger erkennen, genauso wie ungewöhnliche DNS- und Cloud-Worker-Downloads in der Post-Installation-Phase.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Fast 800 bösartige npm-Pakete liefern plattformübergreifend RAT und Infostealer" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Fast 800 bösartige npm-Pakete liefern plattformübergreifend RAT und Infostealer" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Fast 800 bösartige npm-Pakete liefern plattformübergreifend RAT und Infostealer« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!