HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Entscheidung von Otto, Kinder-Hijabs anzubieten, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Kritiker sehen darin einen Ausdruck religiöser Bevormundung, während das Unternehmen nun seine Richtlinien überprüft. Die Diskussion zeigt die Herausforderungen, vor denen Online-Marktplätze stehen, wenn es um die Balance zwischen rechtlicher Zulässigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung geht.

Die jüngste Kontroverse um das Angebot von Kinder-Hijabs auf der Plattform von Otto hat eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Die Hijabs, die für Mädchen im Alter von fünf bis acht Jahren angeboten wurden, wurden von Kritikern als Symbol für religiöse Bevormundung im Kindesalter angesehen. Diese Sichtweise wurde von Politikern wie dem FDP-Bundestagsabgeordneten Gerald Ullrich unterstützt, der betonte, dass Kinder in einer freien Gesellschaft nicht unter ein Kopftuch gezwungen werden sollten.
Die Reaktion auf das Angebot war schnell und heftig. Auf der Plattform X wurden innerhalb weniger Stunden zahlreiche Boykottaufrufe laut. Nutzer forderten Otto auf, die Kontrolle über die auf ihrem Marktplatz angebotenen Produkte zu verstärken. Das Unternehmen reagierte prompt, indem es die betreffenden Produkte vorübergehend deaktivierte und ankündigte, seine Richtlinien bezüglich religiöser Symbole bei Kinderartikeln zu überprüfen.
Diese Situation verdeutlicht ein strukturelles Problem der Plattformwirtschaft. Otto betreibt einen Marktplatz mit rund 6.200 aktiven Partnerhändlern, die einem Kriterienkatalog unterliegen. Während rechtlich verbotene Waren wie Waffen ausgeschlossen sind, fallen religiöse Kleidungsstücke nicht darunter. Dieses Problem betrifft nicht nur Otto, sondern auch andere große Plattformen wie Amazon und Ebay, auf denen ähnliche Produkte erhältlich sind.
In Deutschland leben etwa 5,5 Millionen Muslime, von denen knapp die Hälfte Frauen sind. Für viele Familien ist das Kopftuch ein Ausdruck religiöser Identität, während Kritiker es als Zeichen struktureller Ungleichheit sehen. Besonders umstritten sind Kinderkopftücher, da sie nach Ansicht der Gegner nicht Ausdruck eines selbstbestimmten Glaubens sein können. Otto hat angekündigt, in den kommenden Wochen mit Experten über den Umgang mit religiöser Symbolik in Kinderprodukten zu beraten.

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