MADRID / LONDON (IT BOLTWISE) – Die DIGIT-HF-Studie hat auf der ESC-Konferenz in Madrid neue Erkenntnisse zur Behandlung von Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion präsentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ergänzung von Digitoxin zur Standardtherapie das Risiko für Tod und Krankenhausaufenthalte signifikant senken kann.

Die DIGIT-HF-Studie, die kürzlich auf der ESC-Konferenz in Madrid vorgestellt wurde, hat das Potenzial, die Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) zu verändern. Über einen Zeitraum von mehr als acht Jahren wurde untersucht, wie sich die Ergänzung von Digitoxin zur Standardtherapie auf die Gesundheit der Patienten auswirkt. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Reduktion des Risikos für Tod und Krankenhausaufenthalte, was die Diskussion über den Einsatz von Digitoxin in der modernen Herzinsuffizienztherapie neu entfacht.
In der Studie wurden 1240 Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz und einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von 40% oder weniger untersucht. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von drei Jahren trat bei 39,5% der Patienten in der Digitoxin-Gruppe ein primäres Ereignis wie Tod oder erste Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz auf, verglichen mit 44,1% in der Placebo-Gruppe. Diese 4,6% absolute Risikoreduktion entspricht einer statistisch signifikanten relativen Risikoreduktion von 18%.
Interessanterweise zeigte die Studie, dass der Nutzen von Digitoxin besonders bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz ausgeprägt war. Patienten mit einem systolischen Blutdruck unter 120 mm Hg und einer Herzfrequenz von 75 bpm oder höher profitierten am meisten. Trotz der positiven Ergebnisse gibt es jedoch auch Bedenken hinsichtlich der statistischen Robustheit der Studie, da die obere Grenze des Hazard Ratios für den primären Endpunkt fast bei 1,0 lag.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der DIGIT-HF-Studie ist die Sicherheit von Digitoxin. Während einige Patienten mehr Nebenwirkungen erlebten, waren die wesentlichen Signale für Schaden, wie Tod und Hospitalisierungen, in der Digitoxin-Gruppe geringer. Dies widerspricht früheren Beobachtungsanalysen, die oft durch Selektionsbias beeinflusst waren. Die Ergebnisse der Studie könnten die Diskussion über die Rolle von Digitoxin in der Herzinsuffizienztherapie neu beleben, insbesondere in kostensensiblen Gesundheitssystemen.

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