NEU DELHI / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie aus Polen wirft ein Schlaglicht auf die Risiken der KI-Nutzung in der Medizin. Während Künstliche Intelligenz die Diagnose und das Krankheitsmanagement verbessern kann, zeigt die Untersuchung, dass Ärzte durch die ständige Nutzung von KI-gestützten Entscheidungshilfen ihre diagnostischen Fähigkeiten verlieren könnten.

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin hat zweifellos das Potenzial, Diagnosen zu verbessern und das Krankheitsmanagement zu optimieren. Doch eine aktuelle Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift Lancet Gastroenterology and Hepatology veröffentlicht wurde, wirft ein kritisches Licht auf die möglichen negativen Auswirkungen dieser Technologie. Die Untersuchung, die an vier Koloskopie-Zentren in Polen durchgeführt wurde, zeigt, dass die ständige Nutzung von KI-Tools zur Erkennung von Polypen oder abnormalen Zellen im Darm zu einem Rückgang der diagnostischen Fähigkeiten der Ärzte führen kann.
Die Studie ergab, dass die durchschnittliche Adenom-Detektionsrate bei nicht-KI-unterstützten Koloskopien von 28 % vor der Einführung von KI auf 22 % nach der Einführung sank. Dies entspricht einem relativen Rückgang von 20 % und einem absoluten Rückgang von 6 %. Diese Ergebnisse sind besorgniserregend, da die Verbreitung von KI in der Medizin rapide zunimmt. Dr. Marcin Romarnczyk von der Akademie von Schlesien, der an der Studie beteiligt war, betont die Notwendigkeit weiterer Forschung, um die Auswirkungen von KI auf die Fähigkeiten von Gesundheitsfachleuten in verschiedenen medizinischen Bereichen zu untersuchen.
Die Forscher weisen darauf hin, dass die kontinuierliche Nutzung von Entscheidungshilfesystemen wie KI zu einer natürlichen menschlichen Tendenz führen könnte, sich zu sehr auf deren Empfehlungen zu verlassen. Dies könnte dazu führen, dass Ärzte weniger motiviert, weniger fokussiert und weniger verantwortungsbewusst werden. Dr. Vidur Mahajan, Gründer und CEO von CARPL.AI, einem führenden KI-Plattformanbieter, argumentiert jedoch, dass der Fokus darauf liegen sollte, wie ein durchschnittlicher Arzt mit den besten der Welt gleichziehen kann, anstatt sich auf die möglichen Risiken der Entqualifizierung durch KI zu konzentrieren.
Die Studie wurde von der Europäischen Kommission, der Japan Society for the Promotion of Science und der Italian Association for Cancer Research finanziert. Autor Yuichi Mori von der Universität Oslo stellt die Frage, ob frühere randomisierte kontrollierte Studien, die eine höhere Adenom-Detektionsrate bei KI-unterstützten Koloskopien zeigten, möglicherweise durch die negative Beeinflussung der Endoskopiker durch die kontinuierliche KI-Nutzung verzerrt wurden. Diese Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Balance zwischen technologischer Unterstützung und der Erhaltung menschlicher Fähigkeiten in der Medizin.

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