LONDON (IT BOLTWISE) – Threads, die Social-Media-Plattform von Meta, hat sich in den letzten zwei Jahren als ernstzunehmender Herausforderer im digitalen Raum etabliert. Trotz beeindruckender Nutzerzahlen bleibt die Plattform jedoch hinter den Erwartungen zurück, wenn es darum geht, Traffic zu externen Websites zu generieren.

Threads, die von Meta entwickelte Plattform, hat sich in den letzten Jahren als potenzieller Konkurrent zu etablierten sozialen Netzwerken wie X positioniert. Mit über 350 Millionen monatlichen Nutzern und einer Prognose von Mark Zuckerberg, dass Threads die nächste Milliarde-Nutzer-App von Meta werden könnte, scheint das Wachstumspotenzial enorm. Doch trotz dieser beeindruckenden Zahlen bleibt die Plattform in einem entscheidenden Bereich zurück: der Generierung von Traffic zu externen Websites.
Ein wesentlicher Punkt, der Threads von anderen Plattformen unterscheidet, ist die geringe Anzahl an Klicks auf externe Links. Laut Daten von Similarweb stieg der ausgehende Referral-Traffic von Threads im Juni auf 28,4 Millionen Besuche, was zwar eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr darstellt, jedoch angesichts der täglichen Nutzerzahlen von über 115 Millionen immer noch gering erscheint. Diese Diskrepanz könnte die Attraktivität der Plattform für Content-Ersteller und Verlage, die auf Traffic von sozialen Medien angewiesen sind, mindern.
Ein Grund für die geringe Klickrate könnte die bisherige Strategie von Meta sein, die das Teilen von Links auf Threads nicht priorisierte. Adam Mosseri, der auch für Instagram verantwortlich ist, erklärte, dass Links nicht absichtlich abgewertet werden, aber dass sie aufgrund des geringen Engagements der Nutzer nicht im Fokus stehen. Diese Haltung könnte sich jedoch ändern, da Meta kürzlich Schritte unternommen hat, um qualitativ hochwertige Links in den empfohlenen Beiträgen hervorzuheben.
Die Herausforderung für Threads besteht darin, eine Balance zwischen der Vermeidung von Spam und der Förderung von nützlichen Links zu finden. Während die Plattform in den letzten Monaten einige Verbesserungen vorgenommen hat, wie die Möglichkeit, mehr Links in Profilen hinzuzufügen und spezifische Analysen für Links bereitzustellen, bleibt der Einfluss auf den Gesamttraffic gering. Daten von Chartbeat zeigen, dass der Traffic von Threads für Verlage im Vergleich zu anderen Plattformen wie Facebook oder Google Discover marginal ist.
Interessanterweise erreichte der Referral-Traffic von Threads im März seinen Höhepunkt, was mit einer strategischen Änderung von Meta zusammenfiel, politische Inhalte wieder stärker zu empfehlen. Diese Änderung führte bei einigen Verlagen zu einem Anstieg der Klickzahlen, doch der Effekt war nicht universell. Dies wirft die Frage auf, wie Threads langfristig eine größere Rolle im digitalen Ökosystem spielen kann.
Für Meta könnte die Fähigkeit von Threads, Traffic zu generieren, entscheidend sein, um mehr Content-Ersteller auf die Plattform zu ziehen und das Interesse von Werbetreibenden zu wecken. Die Einführung von Werbung auf Threads steht bevor, und eine Nutzerbasis, die Links ignoriert, könnte die Attraktivität für Werbetreibende mindern. Die Plattform muss daher ihre Identität schärfen und klarer definieren, für welche Zielgruppe sie gedacht ist.
In einer Zeit, in der traditionelle Suchmaschinen an Einfluss verlieren und KI-basierte Lösungen zunehmend an Bedeutung gewinnen, könnte Threads eine wichtige Rolle im digitalen Ökosystem spielen. Doch um dieses Potenzial auszuschöpfen, muss Meta sicherstellen, dass die Plattform nicht nur ein Ort für soziale Interaktion, sondern auch ein effektives Werkzeug für die Verbreitung von Inhalten wird.

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