LONDON (IT BOLTWISE) – Sicherheitsforscher haben eine zweiteilige Exploit-Kette veröffentlicht, die auf Unisoc-Modem-Firmware über eine VoLTE-Video-Call-Aktion zu vollständigem Kernel-Zugriff führen kann. Voraussetzung ist ein getriggertes Modem-Footprint aus einer zuvor bekannt gewordenen Schwachstelle sowie die Kontrolle einer 4G-Zelleninfrastruktur durch den Angreifer. Der zweite Schritt umgeht die ARM Memory Protection Unit, indem er den gesamten 32-Bit-Adressraum aus Modem-Kontext lesbar, beschreibbar und ausführbar macht. Für Betroffene gibt es derzeit weder einen Patch noch eine bestätigte Mitigation durch den Chip-Hersteller.

Eine im August 2026 veröffentlichte zweiteilige Exploit-Kette zeigt, wie weit Angriffe gegen Modems auf System-on-a-Chip-Ebene gehen können. Der Ausgangspunkt liegt in Unisoc-Modem-Firmware: Über eine VoLTE-Video-Call-Interaktion soll die Ausführung von Code im Modem-Kontext bis hin zum Android-Kernel möglich sein. Die Forscher ordnen die Privilege-Eskalation dabei der Klasse CWE-1189 („Improper Isolation of Shared Resources on System-on-a-Chip“) zu und berichten, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung kein Fix vom Chipanbieter vorliegt. Damit rückt ein Szenario in den Fokus, das weniger nach „klassischer“ App-Schwachstelle aussieht, sondern nach einer Architektur-Lücke zwischen Modem und Anwendungssystem.
Die Story beginnt zeitlich bereits im März 2026: Damals war die erste Stufe als Remote-Code-Execution (RCE) in derselben Firmware über einen fehlgeformten SIP-Video-Call offengelegt worden. Für den kompletten Angriffskettenablauf braucht es danach zwei zusätzliche Bedingungen: Erstens muss der Angreifer ein privates 4G-Zellularnetz kontrollieren, um die VoLTE-Kommunikation entsprechend zu steuern. Zweitens muss das Opfer den eingehenden Video-Call beantworten. Diese Abhängigkeiten sind für die Risikoabschätzung entscheidend, weil sie eine reine „Wartezimmer“-Exponierung (z. B. allein durch das passive Öffnen einer App) ausschließen, aber gleichzeitig einen hohen technischen Anspruch und eine gezielte Social-Engineering-Komponente nahelegen. Der Proof-of-Concept wurde laut Advisory mit einem Open-Source-4G-Core, einem Software-Defined-Radio für die Funkstrecke und spezialisierten SIM-Karten aufgebaut.
Technisch beschreibt die zweite Stufe, wie die Privilege-Eskalation im Modem-Kontext abläuft: Sobald Code im Modem läuft, schreiben die Angreifer eine Konfiguration mit Vollzugriffsrechten in die ARM Memory Protection Unit (MPU) über Coprozessor-Register. Das Ziel ist eine drastische Umkehrung der Schutzannahmen: Der komplette 32-Bit-physische Adressraum soll lesbar, beschreibbar und ausführbar aus Modem-Kontext heraus werden, ausdrücklich inklusive der Seiten, auf denen der Android-Kernel residiert. Der zentrale Schalter liegt laut Forschung in einem zwischen Modemprozessor und Application Processor gemeinsam genutzten physischen Speicher innerhalb des Unisoc-SoC. Wo keine hardwareseitig erzwungene Boundary existiert, die Modem-Kontextcode daran hindert, Kernel-Speicher gezielt zu verändern, wird aus einer „sandboxartigen“ Trennung praktisch ein gemeinsamer Arbeitsbereich. Die Forscher haben das auf einem Testgerät bestätigt, indem sie Kernel-Log-Ausgaben beobachteten, die zeigten, dass die injizierte Payload ausgeführt wurde.
Die Betroffenheit wirkt dabei nicht auf nur ein einziges Modell beschränkt, sondern wird über eine Firmwarebasis für mehrere Unisoc-Chipsets beschrieben. Genannt werden unter anderem der T606 (verbaut u. a. im Motorola E13), der T612 (u. a. im Realme C33) und der T7250 (u. a. im Xiaomi Redmi A5). Die Forscher nennen erfolgreiche Tests auf einem Motorola E13 mit einem Patchstand vom Februar 2025 sowie auf einem Xiaomi Redmi A5 mit einem Patchstand vom Januar 2026. Für die Security-Praxis bedeutet das: Selbst wenn ein Gerät monatliche Sicherheitspatches erhält, kann ein Modem-Architekturproblem unabhängig von der App-Schicht weiter bestehen. Zudem erwähnen die Forschenden, dass die vollständige Kettenausführung auf dem Modem-Footprint aus der RCE-Stufe aus dem März 2026 aufbaut; die VoLTE-Video-Call-Stufe allein reicht demnach nicht, um sofort zum Kernel zu gelangen.
In der verfügbaren Patch-Landschaft ist die Lage ungünstig. Das August-2026-Android-Sicherheitsbulletin adressiert laut Bericht die Privilege-Eskalation nicht; auch kein UNISOC-Sicherheitsbulletin deckt die genannte Schwachstelle ab. Als zusätzliche Einordnung verweist die Advisory auf eine separate UNISOC-Veröffentlichung aus Oktober 2025 mit der Referenz CVE-2025-31718 (CVSS 7.5) zu einem Modem-Input-Validation-Problem in derselben Chip-Familie, wobei unklar bleibt, ob das mit der März-2026-SSD-Disclosure zusammenhängt. Für Gerätebesitzer folgt daraus eine klare Handlungsanweisung mit begrenzter technischer Substanz: Es gibt derzeit keinen bestätigten Patch oder eine Mitigation, daher sollten Nutzer auf Firmware-Updates ihrer Gerätehersteller achten. Auch die Forscher selbst geben an, dass sie versucht haben, den Vendor über mehrere Kanäle zu erreichen, aber keine Antwort erhalten haben.
Interessant ist außerdem, dass die Wechselwirkung zwischen Modem und Application Processor nicht völlig neu wirkt. Die Disclosure knüpft an unabhängige Forschung an, die im November 2025 publiziert wurde: Dabei dokumentierte ein Team rund um Kaspersky ICS CERT eine ähnliche Architekturbedingung für einen anderen Unisoc-Chip (UIS7862A) in Fahrzeug-Head-Units. Nach Modem-Code-Execution seien sie ebenfalls in der Lage gewesen, den laufenden Android-Kernel zu erreichen und zu modifizieren, und beschrieben dabei einen lateral movement Pfad über ein verstecktes DMA-Peripheral als hardwarebezogen, also nicht per reiner Softwareaktualisierung korrigierbar. Gleichzeitig wird in der aktuellen Advisory betont, dass der MPU-basierte Pfad in prinzipiell über Firmware adressierbar wäre, allerdings ohne dass bereits ein entsprechendes Update vom Chipanbieter committet wurde. Ergänzend steht die Vergangenheit eines koordinierten Modem-Angriffs aus 2022 (CVE-2022-20210), der laut Bericht gepatcht wurde und über Android-Sicherheitsbulletins verteilt wurde; diese „Vorarbeit“ zeigt, dass Unisoc-Modemschwachstellen grundsätzlich adressierbar sein können, aber eben nicht garantiert für jedes neue Architekturproblem.
Für Unternehmen und Betreiber ergibt sich daraus ein praktischer Blick auf die Risikooberfläche: Modems sind nicht „nur“ Funklogik, sondern ein privilegierter Bestandteil der Systemintegrität. Wenn der Schutz zwischen Modem und Kernel durch eine fehlende hardwareseitige Isolation ausgehöhlt wird, verlagert sich der Schwerpunkt der Abwehr von reinen Patchzyklen hin zu grundlegender Plattformhärtung, Feature-Entkopplung und konsequentem Update-Tracking bis auf die Modem-Firmware-Ebene. Gleichzeitig bleibt der konkrete Angriffspfad nicht trivial: Die Kontrolle einer 4G-VoLTE-Infrastruktur und das Beantworten eines Video-Calls begrenzen die Massenexponierung, aber machen gezielte Kampagnen realistischer. Das wirkt wie ein Signal an Hersteller- und IT-Sicherheitsprozesse, Modem-Komponenten in ihre Bedrohungsmodelle einzubeziehen und nicht erst bei sichtbaren App-Schwachstellen zu reagieren.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Unisoc-VoLTE-Exploit bringt Angreifern vollständigen Kernel-Zugriff" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Unisoc-VoLTE-Exploit bringt Angreifern vollständigen Kernel-Zugriff" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Unisoc-VoLTE-Exploit bringt Angreifern vollständigen Kernel-Zugriff« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!