LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Studie zeigt, dass allein die Kennzeichnung von Gerichten als „Plant-based meat“ die wahrgenommene Männlichkeit senkt. Dadurch fallen auch Erwartungswerte zu Geschmack, Geruch und Gesamtattraktivität negativer aus – obwohl die abgebildeten Speisen identisch sind. Besonders stark reagierten Personen mit ausgeprägter feindseliger Sexismus-Einstellung und zeigten zudem eine Tendenz zur Distanzierung in der Öffentlichkeit. Die Ergebnisse liefern damit eine psychologische Erklärung, warum manche Marketingansätze bei Fleischalternativen an Grenzen stoßen.

Wie Labels für Plant-Based Meat die Wahrnehmung von „Männlichkeit“ verändern
Wie Labels für Plant-Based Meat die Wahrnehmung von „Männlichkeit“ verändern (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

Plant-based-Mahlzeiten werden häufig über Geschmack, Zutaten und Nachhaltigkeit erklärt. Die neue Untersuchung dreht die Perspektive jedoch auf etwas, das in der Praxis oft übersehen wird: Schon ein Etikett kann verändern, wie Menschen eine Speise einordnen. Im Kern ging es um die Frage, ob „Plant-based meat“ als Label bei Fleischesserinnen und -essern die Wahrnehmung von Männlichkeit beeinflusst – und ob diese Bedeutungszuweisung wiederum die Bewertung der Alternative triggert. Entscheidend ist: In den Experimenten waren die gezeigten Gerichte visuell identisch, aber der Text daneben wurde variiert. Damit wird der Effekt auf den Marken- und Wortlautkontext zurückgeführt, nicht auf eine andere Beschaffenheit der Speise.

Historisch lässt sich die Verbindung zwischen Fleisch und Männlichkeit als Teil kultureller Symbolik lesen. Eine Arbeit aus dem Jahr 2012 zeigte laut Studienlage über mehrere Kulturen hinweg, dass Menschen die Konzepte „Fleisch“ und „Männlichkeit“ unbewusst assoziieren. Auf dieser Grundlage argumentierte später eine Studie aus 2023, dass der Verzicht auf Fleisch als Bedrohung für das eigene Männlichkeitsgefühl erlebt werden kann – und dass daraus psychologischer Widerstand entstehen kann. Neuere Ergebnisse ordnen diese Abwehr zudem nicht nur einer Geschlechterdimension zu, sondern verknüpfen sie auch mit Vorstellungen von sozialer Dominanz. Eine Studie aus 2020 bringt feindseligen Sexismus in Zusammenhang mit der Überzeugung, Menschen sollten Tiere und die natürliche Umwelt beherrschen. Für das Verständnis der aktuellen Befunde ist diese Kette wichtig: Sie macht sichtbar, dass es nicht nur um „Vorlieben“ geht, sondern um tiefere Bedeutungs- und Werthierarchien, die sich im Alltag in Konsumentscheidungen widerspiegeln.

Die neue Studie wurde im Journal Social Psychological and Personality Science veröffentlicht und trägt den Titel „Masculinity Perceptions and Hostile Sexism Shape Evaluations of Plant-Based Meat Alternatives“; Social Psychological and Personality Science. Die Forschenden um Alina Salmen und Kristof Dhont wollten prüfen, ob das reine Labeling einer Speise als „plant-based“ ihre wahrgenommene Männlichkeit verändert – selbst dann, wenn die Produkte der konventionellen Variante visuell ähneln. Dafür führten sie zwei Experimente durch: In Experiment eins nahmen 216 Studierende aus dem Vereinigten Königreich teil, die Fleisch essen. Sie sahen neun Food-Bilder (unter anderem Burger, Meatballs und Tacos), während die Beschriftung pro Bild zwischen drei Varianten rotiert wurde: „regular meat“, „plant-based meat“ oder „cultured meat“. „Cultured meat“ bezieht sich dabei auf in einem Labor aus Zellkulturen gewachsenes Tiergewebe, also auf Fleisch ohne Schlachtung. Bewertet wurden Anziehungskraft, erwarteter Geruch, erwarteter Geschmack sowie die Wahrscheinlichkeit, das jeweilige Gericht zu essen – jeweils auf einer 7-Punkte-Skala. Zusätzlich wurde die wahrgenommene Männlichkeit der Speisen auf einem Kontinuum von „extrem feminin“ bis „extrem maskulin“ erhoben, ergänzt durch einen Fragebogen zu feindseligem Sexismus.

Obwohl die Bilder identisch blieben, zeigte sich ein klarer Unterschied: Gerichte mit „plant-based“-Label wurden als weniger maskulin bewertet als solche mit „regular meat“. In der Folge schnitten „plant-based“ auch bei den erwarteten Geschmackseindrücken, beim erwarteten Geruch und in der Gesamtanziehung schlechter ab. Interessant ist außerdem, dass „cultured meat“ ebenfalls negativer ausfiel als „regular meat“ – was darauf hindeutet, dass die Bewertung nicht nur am Wort „pflanzlich“ hängt, sondern auch an der Kategorie „Alternative“ beziehungsweise an der Abweichung vom vertrauten Fleisch-Narrativ. Als die Daten genauer analysiert wurden, trat ein Moderator-Effekt zutage: Die niedrigeren Männlichkeitswerte hingen mit den negativen Bewertungen zusammen, allerdings vor allem bei Teilnehmenden mit höherem Niveau an feindseligem Sexismus. Personen mit geringerer Ausprägung zeigten diesen „Abwertungseffekt“ nicht allein deshalb, weil sie die Speise als weniger maskulin wahrnahmen.

Experiment zwei vergrößerte den Blick auf den Effekt im Alltag: 1.182 Erwachsene aus den USA, ausgeglichen nach Geschlecht, nahmen teil und waren allesamt Fleischesser. Auch hier wurden sechs identische Bildmotive gezeigt, und die Beschriftung wechselte zwischen „regular meat“ und „plant-based meat“. Wieder wurden Geschmack, Geruch, Attraktivität und die Wahrscheinlichkeit des Essens erhoben; diesmal ergänzten die Forschenden aber ein Maß für „food distancing“. Dabei ging es um die Bereitschaft, sich öffentlich von dem Gericht zu distanzieren – operationalisiert über Aussagen wie: „Ich würde nicht wollen, dass man mich dabei sieht, dieses Gericht zu essen.“ Das zweite Experiment replizierte die Muster aus dem ersten. Auf der 7-Punkte-Skala sank die durchschnittliche Gesamtbewertung von 5,64 für „regular meat“ auf 4,74 für „plant-based meat“. Gleichzeitig fiel die wahrgenommene Männlichkeit von 4,40 auf 3,96. Zudem äußerten die Teilnehmenden stärker den Wunsch, sich von Gerichten mit „plant-based“-Label abzugrenzen. Aus Sicht der Forschenden beschreibt das eine psychologische Kettenreaktion: Label → geringere Männlichkeit → Distanzierungsimpuls → schlechtere Gesamtbewertung. Dabei verstärkte feindseliger Sexismus die Reaktion deutlich: Wer stärker in diese Einstellung verwoben war, distanzierte sich besonders stark von als weniger maskulin wahrgenommenen Speisen, was die Abwertung weiter nach unten zog.

„Es ist vielleicht erwähnenswert, dass die Effekte des ‚plant-based‘-Labels klar nicht nur bei Männern beobachtet werden, sondern auch bei Frauen“, merkte Kristof Dhont an. „Beide Geschlechter zeigten dieses Muster, was darauf hindeutet, dass feindseliger Sexismus die Essensentscheidungen über Geschlechtergrenzen hinweg formt.“ Zugleich unterschieden sich die Größenordnungen: Dhont erklärte, dass die Verschiebungen bei Personen mit höherem Sexismus ungefähr doppelt so groß ausfielen wie bei jenen mit geringerer Ausprägung. Besonders groß war die Kluft bei der Frage, wie stark das Label die Männlichkeitswahrnehmung sowie die Selbstdistanzierung beeinflusste. Für die Unternehmenspraxis ist das ein wichtiger Hinweis: Die Barriere entsteht nicht nur aus „unbekanntem Produkt“, sondern aus einem sozialen Bedeutungsraum, in dem bestimmte Ernährungsformen als weniger zu „männlicher Identität“ passend erscheinen können.

Für die Interpretation der Studie sind allerdings Einschränkungen zu beachten. Die Forschenden manipulierten die wahrgenommene Männlichkeit nicht aktiv, sondern maßen sie anhand der Wahrnehmungen der Teilnehmenden. Damit lässt sich Kausalität im engeren Sinne nicht endgültig beweisen. Außerdem wurden Männlichkeit und Weiblichkeit auf einer einzigen kontinuierlichen Skala erhoben; theoretisch könnte Essen gleichzeitig mehrere Assoziationen tragen. Auch das Versuchsdesign arbeitet mit Urteilsabgaben zu Bildern: Die Studien können daher nicht direkt vorhersagen, wie groß der Effekt in echter Kauf- oder Konsumsituation ausfällt. Dhont brachte es in Richtung Praxis folgendermaßen auf: „Diese Bewertungen bezogen sich auf Bilder statt auf tatsächliches Kaufen oder Essen, daher bleibt eine wichtige Frage, wie groß der Effekt bei realen Entscheidungen bleibt.“ Für Marketingstrategien bedeutet das: Wenn Labels tatsächlich psychologisch „andocken“, muss Kommunikation die Stigma-Komponente berücksichtigen. Die Autoren schlagen deshalb vor, pflanzliche Fleischalternativen so zu rahmen, dass sie mit modernen, flexibleren Vorstellungen von Männlichkeit vereinbar wirken können, statt auf traditionelle Stereotype zu verweisen – und zugleich offen zu klären, wie sich die Symbolik von Fleisch gegenüber pflanzenbasierten Optionen sinnvoll verschiebt.


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
1.501 Bewertungen
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
  • 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - Wie Labels für Plant-Based Meat die Wahrnehmung von „Männlichkeit“ verändern - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "Wie Labels für Plant-Based Meat die Wahrnehmung von „Männlichkeit“ verändern".
Stichwörter AI Artificial Intelligence Experiment Feindseliger Sexismus Fleischalternative Gehirn Geist Geschlechterrollen KI Konsumverhalten Künstliche Intelligenz Lebensmittel-marketing Männlichkeit Neurologie Neuroscience Neurowissenschaften Plant-based Wahrnehmung
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!
Kein nächster Artikel
Vorheriger Artikel

Anker „Nano II“ mit 65 Watt: Kompaktes USB‑C-Ladegerät für rund 20 Euro


Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Wie Labels für Plant-Based Meat die Wahrnehmung von „Männlichkeit“ verändern" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Wie Labels für Plant-Based Meat die Wahrnehmung von „Männlichkeit“ verändern" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Wie Labels für Plant-Based Meat die Wahrnehmung von „Männlichkeit“ verändern« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    1.229 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Jobs