BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Einführung eines einheitlichen Bahnticket-Systems in Europa steht bevor, was das Reisen über Ländergrenzen hinweg erheblich erleichtern soll.

Die europäische Bahnlandschaft steht vor einer bedeutenden Veränderung. Ab Herbst 2024 plant die Deutsche Bahn die Integration in ein einheitliches Ticketsystem, das den grenzüberschreitenden Ticketkauf erheblich vereinfachen soll. Diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem der internationale Bahnverkehr boomt und die Nachfrage nach nahtlosen Reiseerlebnissen steigt.
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, bis Ende 2026 Fahrkarten aller großen Bahnbetreiber in den Nachbarländern über ihre Plattformen bahn.de und die App DB Navigator verfügbar zu machen. Dies ist ein bedeutender Schritt in Richtung eines vernetzten europäischen Bahnnetzes, das den Reisenden eine durchgängige Buchung in einem Schritt ermöglicht.
Technische Herausforderungen und hoher Konkurrenzdruck machen die vollständige Integration jedoch komplex. Der technische Schnittstellenstandard OSDM (Open Sales and Distribution Model) soll den reibungslosen Datenaustausch zwischen den europäischen Bahnen und Vertriebspartnern ermöglichen. Dieser Standard wird zunächst für die österreichischen und schweizerischen Bahnen (ÖBB und SBB) angewendet.
Die Einführung neuer Verbindungen, wie der ICE-Direktverbindung zwischen Berlin und Paris, zeigt das Potenzial des Projekts. Dennoch bleibt das europäische Bahnnetz laut dem Grünen-Politiker Matthias Gastel unzureichend integriert. Reisende mussten bisher oft mehrere Einzeltickets erwerben, was im Falle von Anschlussproblemen nachteilig ist.
Der Konkurrenzdruck bleibt bestehen, da Bahn-Konkurrenten wie Flix die hohen Provisionsforderungen der Deutschen Bahn kritisieren. Flix äußert zudem Bedenken hinsichtlich der Kosten und Komplexität des OSDM-Standards. Dennoch zeigt sich die Deutsche Bahn optimistisch, dass bis Ende nächsten Jahres Europa fast flächendeckend angeschlossen sein wird.
Politische Unterstützung gibt es ebenfalls, etwa für die geplante Verbindung München-Rom, die von der EU-Kommission angeführt wird. Ein Gesetzesentwurf der EU, der einen einheitlichen digitalen Ticketservice gewährleisten soll, wird mit Spannung erwartet. Dieser würde festlegen, dass Fahrgäste mit einem einzigen Ticket über eine Plattform buchen und ihre Fahrgastrechte wahrnehmen können.
Michael Peterson von der Deutschen Bahn äußert zwar keine Bedenken gegenüber den Zielen der EU, sieht jedoch die Gefahr, dass Jahre der Anpassung an den OSDM-Standard vergeblich sein könnten. Die Herausforderung bleibt, ein europaweites, integriertes Bahnsystem zu schaffen, das die Schienenwege von Oslo bis Athen und Warschau bis Barcelona einfacher und erschwinglicher macht.

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