LOS ANGELES / LONDON (IT BOLTWISE) – Adaptive Security startet eine 15-teilige Schulungsreihe gegen KI-Betrug, in der Conan O’Brien als prominenter Gast auftritt. Mitarbeitende sollen lernen, Deepfakes, Stimmklone und hochentwickelte Phishing-Angriffe frühzeitig zu erkennen. Das Programm ist seit diesem Monat verfügbar und adressiert gezielt die meist unterschätzte menschliche Angriffsfläche in Unternehmen. Damit reagiert der Anbieter auf steigende Schadenssummen und strengere Präventionsanforderungen in mehreren Ländern.

Adaptive Security treibt die Security-Awareness in eine neue Phase: Mit einer 15-teiligen Schulungsreihe, die Comedian Conan OBrien als prominenten Gaststar einbindet, sollen Unternehmensmitarbeiter lernen, KI-gestützte Betrugsmaschen schneller zu erkennen. Der Ansatz setzt bewusst auf ein didaktisches Format, das sich von klassischen Phishing-Simulationen abhebt, weil es mit Deepfakes und Stimmklonen genau jene Angriffsmuster aufgreift, die im Alltag schwer zu enttarnen sind. Das Programm ist seit diesem Monat verfügbar und richtet sich vor allem an Organisationen, deren Risikobild aktuell weniger durch technische Lücken als durch menschliche Fehlentscheidungen geprägt ist.
Technisch betrachtet ist die zentrale Idee, Awareness nicht als einmalige Kampagne zu behandeln, sondern als kontinuierlichen Lernprozess, der sich an realistischen Bedrohungsvarianten orientiert. Deepfake-Content und Voice-Cloning greifen gerade deshalb, weil sie visuelle oder auditive Plausibilite a herstellen, die für Menschen mit Zeitdruck, unvollständigen Informationen und sozialer Dynamik besonders schwer zu verifizieren sind. Eine wirksame Schulung muss daher Szenarien abbilden, in denen Mitarbeitende Checks ausführen: Abgleich von Kommunikationskanälen, Verifizierung von Identitäten über unabhängige Wege und das Erkennen von Anzeichen für „Intent“-Manipulation, etwa wenn Dringlichkeit oder Autorität genutzt werden, um Prozesse zu umgehen.
Der Markt reagiert derzeit auf mehrere parallele Entwicklungen: Zum einen steigen die beobachtbaren KI-Fraud-Fälle, zum anderen erhöht sich der Druck auf Unternehmen, Trainings und Kontrollmechanismen nachweisbar zu etablieren. Branchenangaben zu Beginn 2026 zufolge gehen etwa 62 Prozent der Sicherheitsvorfälle auf menschliches Fehlverhalten zurück. Interne Analysen des Unternehmens deuten zudem darauf hin, dass ohne gezielte Schulung bis zu 60 Prozent der Mitarbeitenden auf KI-gestützte Angriffe hereinfallen können. In Gesprächen mit Verantwortlichen wird der Zusammenhang zunehmend pragmatisch betrachtet: Selbst hochgerüstete Filter verlieren gegen „kontextualisierte“ Inhalte, wenn die erste Entscheidung am Eingang falsch ausfällt.
Auch die Wettbewerbslandschaft wird sichtbar: Während spezialisierte Security-Anbieter wie KnowBe4 oder Microsoft Security standardisierte Awareness-Programme und Simulationsplattformen ausrollen, setzt Adaptive Security auf eine stärkere „Story“-Komponente und verbindet sie mit aktuellen Betrugstaktiken rund um Deepfakes und hochentwickeltes Phishing. Der Zeitpunkt wirkt dabei bewusst, denn Unternehmen stehen gleichzeitig vor einer organisatorischen Frage: Wie werden Schulungen skalierbar, messbar und mit bestehenden Policies verknüpfbar? Genau an dieser Stelle kommt der Enterprise-Blick ins Spiel. Schulungen müssen messbar in Trainingsmetriken, Incident-Prozesse und Incident-Response-Workflows fcberffchrt werden. Sonst bleibt „Awareness“ ein weiches Konzept, das sich weder auditieren noch verbessern lässt.
Regulatorisch und haftungsbezogen wird das Thema zusätzlich belastet. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, hat Australien 2025 das Scams Prevention Framework Act mit erheblichen Geldstrafen bis zu umgerechnet 28 Millionen Euro verschärft. Solche Rahmenwerke zielen meist auf Prävention, Nachweisfähigkeit und die Pflicht, angemessene Kontrollmaßnahmen zu implementieren über die reine technische Abwehr hinaus. Gleichzeitig verlagern sich Daten- und Privatsphärenrisiken in den Fokus: Wenn Schulungen mit realistischen Mustern arbeiten, müssen Unternehmen Regeln für Datenminimierung, sichere Verarbeitung und kontrollierte Nutzung von Beispielmedien einhalten. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie Schulungsinhalte intern governance-fähig gemacht werden.
Die finanziellen Dimensionen unterstreichen die Dringlichkeit. Laut Angaben der neuseeländischen Finanzaufsicht summierten sich Schäden durch Deepfake-Betrug auf rund 150 Millionen Euro (umgerechnet) für die zwölf Monate bis November 2025, wobei die tatsächlichen Verluste sogar bei über 550 Millionen Euro liegen könnten. Parallel berichten Beobachter von einer wachsenden Zahl betrügerischer KI-Deepfake-Werbung in sozialen Netzwerken a0a0allein an einem Tag im April 2026 sollen Behörden mehr als 110 Fälle entdeckt haben. Deloitte geht in Prognosen davon aus, dass Betrugsschäden in den USA bis 2027 auf umgerechnet 37 Milliarden Euro steigen könnten. Das Bild ist klar: Ohne Trainingskomponente wird die Schadenkurve schwer zu bremsen sein.
Für die nächsten Monate deutet sich zudem ein Skalierungspfad an: Adaptive Security expandiert nach Asien und baut mit einem neuen Regionalbüro in Sydney die APAC-Präsenz aus. Für Unternehmen bedeutet das konkret, dass sie die Schulung nicht isoliert betrachten sollten. Stattdessen lohnt es sich, die Reihe mit internen Prozessen zu verbinden: klare Eskalationswege, „Out-of-Band“-Verifizierung für sensible Freigaben (zum Beispiel bei Zahlungsanweisungen) und technische Kontrollen, die Feedback aus Incident-Daten ins Training zurfcckffchren. Historisch hat sich gezeigt, dass Kampagnen nur dann wirken, wenn sie wiederholt, variiert und an neue Angriffsformen angepasst werden. Die kommende Entwicklungsrichtung ist deshalb eine engere Kopplung von Awareness, Threat Intelligence und messbarer Compliance über das gesamte Jahr hinweg.
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