BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die neu eröffneten Dublin-Zentren in Brandenburg und Hamburg stehen vor unerwarteten Herausforderungen. Trotz hoher Erwartungen konnten bisher nur wenige Rückführungen von Migranten und Asylsuchenden in die zuständigen EU-Länder realisiert werden. Bürokratische und rechtliche Hürden sowie verstärkte Grenzkontrollen erschweren den Prozess erheblich.

Die im März eröffneten Dublin-Zentren in Brandenburg und Hamburg sollten ursprünglich die Rückführung von Migranten und Asylsuchenden in die zuständigen EU-Länder beschleunigen. Doch bisher bleibt der erhoffte Effekt aus. Die Einrichtungen konnten bislang nur eine geringe Anzahl von Überstellungen verzeichnen. In Brandenburg wurden lediglich fünf von 72 untergebrachten Asylsuchenden nach Polen zurückgeführt. In Hamburg sieht die Bilanz mit 38 von 75 Personen kaum besser aus.
Ein wesentlicher Grund für die schleppenden Rückführungen sind die komplexen Verfahren und rechtlichen Bestimmungen der Dublin-Verordnung. Diese erweisen sich als hinderlich und führen zu Verzögerungen. Zudem haben verstärkte Grenzkontrollen und Zurückweisungen seit April die Zahl der Weiterleitungen reduziert. Laut dem Brandenburger Innenministerium gelangen dadurch weniger Menschen mit einem Treffer im Eurodac-System aus Polen in die Zentren.
Ein weiteres Problem stellt das Untertauchen vieler Migranten dar. Von den ersten 72 im Brandenburger Zentrum befinden sich derzeit etwa 42 in einer dieser Situationen, entweder untergetaucht oder im Kirchenasyl. Die Rechtmäßigkeit von Zurückweisungen an der Grenze bleibt umstritten. Eine Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichtes im Juni stellte fest, dass Abweisungen ohne Klärung des zuständigen EU-Staates nicht zulässig sind. Dennoch hält Bundesinnenminister Alexander Dobrindt an der bisherigen Praxis fest.
Die Herausforderungen der Dublin-Zentren werfen ein Licht auf die komplexe Migrationspolitik innerhalb der EU. Während die Zentren als Lösung zur Entlastung der Mitgliedstaaten gedacht waren, zeigt sich, dass bürokratische Hürden und nationale Interessen die Umsetzung erschweren. Die Zukunft dieser Zentren hängt von der Fähigkeit ab, diese Herausforderungen zu überwinden und effizientere Verfahren zu entwickeln.

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