LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass Menschen mit niedrigerem Einkommen und aus historisch unterrepräsentierten Gruppen ein höheres Risiko für Demenz haben. Besonders Sehverlust und soziale Isolation tragen bei diesen Gruppen signifikant zu den modifizierbaren Risikofaktoren bei. Verbesserter Zugang zu Gesundheitsversorgung und sozialer Unterstützung könnte hier präventiv wirken.

Eine aktuelle Studie hat aufgedeckt, dass Menschen mit niedrigerem Einkommen und aus historisch unterrepräsentierten ethnischen Gruppen eine höhere Belastung durch modifizierbare Demenzrisikofaktoren tragen. Besonders auffällig sind dabei Sehverlust und soziale Isolation, die bei Menschen unterhalb der Armutsgrenze zu den bedeutendsten Risikofaktoren zählen. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass ein besserer Zugang zu Gesundheitsversorgung und Gemeinschaftsunterstützung einen erheblichen präventiven Effekt haben könnte.
Die Forschung, die Daten von über 5.000 Erwachsenen analysierte, identifizierte Muster, die Armut und systemische Ungleichheit mit einer erhöhten Demenzanfälligkeit verknüpfen. Obwohl die Studie keine Kausalität nachweisen konnte, hebt sie hervor, wo öffentliche Gesundheitsmaßnahmen sinnvoll ansetzen könnten, um Demenzrisiken zu reduzieren und Gesundheitslücken zu schließen.
Ein bemerkenswerter Befund der Studie ist, dass jede Verdopplung des Einkommens über die Armutsgrenze hinaus die Demenzrisikofaktoren um 9 % senkte. In den einkommensschwächsten Gruppen waren Sehverlust und soziale Isolation die herausragenden Faktoren. Forscher fanden heraus, dass 21 % der Demenzfälle potenziell gemindert werden könnten, wenn Sehprobleme behoben würden, und 20 % der Fälle durch die Bekämpfung sozialer Isolation.
Dr. Eric L. Stulberg von der Thomas Jefferson University betonte, dass die Ergebnisse zwar explorativ sind und keine Ursache-Wirkung-Beziehung zeigen, aber dennoch darauf hinweisen, dass ein verbesserter Zugang zu Sehpflege und die Reduzierung sozialer Isolation bei älteren Erwachsenen einen großen Einfluss haben könnten. Auch nach Einkommensanpassung zeigten sich stärkere Assoziationen bestimmter Risikofaktoren bei historisch unterrepräsentierten Gruppen, darunter Diabetes, körperliche Inaktivität und Sehverlust.
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