REDWOOD CITY (IT BOLTWISE) – Durch die Akquisition von Auris Health verstärkt Johnson & Johnson seine Aktivitäten in medizinischer Robotik. Damit will der Medizintechnik-Konzern den Rückstand zum Marktführer Intuitive Surgical aufholen.

Satte 3,4 Milliarden Dollar in bar zahlt Johnson & Johnson für die Übernahme – plus bis zu weiteren 2,35 Milliarden, wenn Auris bestimmte Meilensteine erreicht. Dabei hat Auris Health bisher erst ein einziges Produkt. Im März 2018 erhielt Auris von der FDA die Zulassung für die „Monarch-Plattform“, ein Gerät zur Bronchoskopie. Damit lassen sich Atemwege per Endoskop untersuchen, insbesondere auf Anzeichen von Lungenkrebs.

Auris Health wurde 2007 von Frederic Moll gegründet, der als Pionier in der Roboterchirurgie gilt. Denn er hatte 1995 den heutigen Marktführer Intuitive Surgical und später die beiden weiteren Medizinrobotik-Spezialisten Hansen Medical und Restoration Robotics mitgegründet. Seit 2011 hat Auris über 800 Mio. Dollar für die Entwicklung eingeworben. Laut der Venture-Capital-Datenbank Pitchbook wurde Auris Health zuletzt mit 2,2 Mrd. Dollar bewertet. Johnson & Johnson investiert seit 2015 in Robotermedizin, als sich der Konzern am Start-up Verb Surgical beteiligt hat.

„Die Übernahme ist sehr teuer, da Auris bisher erst ein zugelassenes Produkt hat. Und das wird Zeit benötigen, bis es sich durchsetzt“, so ein Kommentator der Investment-Berater von Evercore. „Das wirft die Frage auf, ob Auris andere Produkte in der Pipeline hta, die das Investment langfristig rechtfertigen.“

Mit dem fergesteuerten Endoskop von Auris Health lassen sich Atemwege untersuchen.
Mit dem fergesteuerten Endoskop von Auris Health lassen sich Atemwege untersuchen. (Bild: Auris)




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