BERN / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Forschungsergebnisse der Universität Bern legen nahe, dass das Leben auf der Erde durch eine Kollision mit einem anderen Himmelskörper ermöglicht wurde. Diese Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf die Entstehungsgeschichte unseres Planeten und die Bedingungen, die Leben möglich machten.

Die Erde, der einzige bekannte Planet mit Leben, verdankt ihre lebensfreundlichen Bedingungen möglicherweise einem kosmischen Zufall. Eine neue Studie der Universität Bern zeigt, dass die chemische Zusammensetzung der frühen Erde bereits drei Millionen Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems vollständig war. Diese Zusammensetzung machte die Entstehung von Leben zunächst unmöglich.
Die Forscher nutzten eine Kombination aus Isotopen- und Elementdaten von Meteoriten und terrestrischen Gesteinen, um den Prozess der Erdformation zu rekonstruieren. Mithilfe von Modellrechnungen konnten sie den Zeitpunkt eingrenzen, zu dem sich die chemische Zusammensetzung der Erde im Vergleich zu anderen planetaren Bausteinen entwickelte. Ein hochpräzises Zeitsystem, basierend auf dem radioaktiven Zerfall von Mangan-53, ermöglichte die Bestimmung des genauen Alters mit einer Genauigkeit von weniger als einer Million Jahren.
Die Ergebnisse der Studie unterstützen die Annahme, dass eine spätere Kollision mit einem anderen Planeten, Theia, den entscheidenden Wendepunkt brachte und die Erde zu einem lebensfreundlichen Planeten machte. Theia bildete sich wahrscheinlich weiter außen im Sonnensystem, wo sich flüchtige Substanzen wie Wasser ansammelten. Diese Kollision könnte die notwendigen flüchtigen Elemente auf die Erde gebracht haben, die letztlich das Leben ermöglichten.
Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass die Lebensfreundlichkeit der Erde nicht auf einer kontinuierlichen Entwicklung beruht, sondern wahrscheinlich auf einem zufälligen Ereignis – dem späten Einschlag eines fremden, wasserreichen Körpers. Dies unterstreicht, dass Lebensfreundlichkeit im Universum alles andere als selbstverständlich ist. Der nächste Schritt wäre, das Kollisionsereignis zwischen Proto-Erde und Theia genauer zu untersuchen, um nicht nur die physikalischen Eigenschaften der Erde und des Mondes, sondern auch ihre chemische Zusammensetzung und Isotopensignaturen vollständig zu erklären.
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