MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die jüngste Netflix-Dokumentation über Gabby Petito hat eine hitzige Debatte ausgelöst, nachdem bekannt wurde, dass die Stimme der verstorbenen jungen Frau mithilfe von Künstlicher Intelligenz rekonstruiert wurde. Diese Entscheidung der Filmemacher wirft Fragen zur Ethik und zum angemessenen Einsatz von KI-Technologien auf.

Die Netflix-Dokumentation über Gabby Petito, die 2021 unter tragischen Umständen ums Leben kam, sorgt für Aufsehen. Die Filmemacher entschieden sich, die Stimme der Verstorbenen mithilfe von KI-Technologie zu rekonstruieren, um ihre Tagebucheinträge und Textnachrichten in der Serie zum Leben zu erwecken. Diese kreative Entscheidung hat jedoch bei vielen Zuschauern Unbehagen ausgelöst.
Obwohl die Familie von Gabby Petito den Filmemachern ihre Zustimmung gegeben hat, empfinden viele Zuschauer die künstlich erzeugte Stimme als unheimlich und unangemessen. In sozialen Medien wird die Entscheidung als ‘unnötig’ und ‘tief verstörend’ kritisiert. Ein virales TikTok-Video, das fast 500.000 Aufrufe verzeichnete, bezeichnete den Einsatz der Technologie als ‘Schritt zu weit’.
Die Verwendung von KI zur Stimmenrekonstruktion ist nicht neu, aber sie bleibt umstritten. Bereits 2021 sorgte eine ähnliche Technik in der Dokumentation über Anthony Bourdain für Diskussionen. Damals wurde die Stimme des verstorbenen Fernsehkochs ebenfalls mithilfe von KI nachgebildet, was bei vielen Fans auf Ablehnung stieß.
Die ethischen Bedenken konzentrieren sich auf die Frage, ob es angemessen ist, die Stimme einer verstorbenen Person für kommerzielle Zwecke zu nutzen, selbst wenn die Familie zustimmt. Merve Hickok, Präsidentin des Center for AI and Digital Policy, betont, dass die Entscheidung, private Inhalte posthum zu veröffentlichen, nicht leichtfertig getroffen werden sollte.
Die Familie von Gabby Petito hat sich inzwischen zu der Kontroverse geäußert. Ihre Mutter, Nichole Schmidt, findet die KI-Stimme ‘seltsam’ und ‘schwer zu ertragen’, da sie die echte Stimme ihrer Tochter kennt. Ihr Stiefvater, Jim Schmidt, fügt hinzu, dass es schmerzhaft sei, die Stimme zu hören, unabhängig davon, ob sie echt oder künstlich sei.
In der Zukunft könnte die Stimmenrekonstruktion durch KI-Technologie durchaus positive Anwendungen finden, etwa als Erinnerung für Familienmitglieder. Doch derzeit fehlen klare Regelungen, die den Einsatz solcher Technologien im kommerziellen Bereich einschränken. Hickok fordert die Filmindustrie auf, die negativen Risiken zu bedenken und alternative kreative Mittel zu nutzen, um emotionale Reaktionen zu erzeugen.

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