WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Die finanzielle Lage der USA wird zunehmend besorgniserregend, da die Staatsverschuldung auf ein Niveau ansteigt, das an die Krise der Studentenkredite erinnert. Experten warnen vor den potenziellen Folgen, wenn die derzeitige Entwicklung ungebremst fortgesetzt wird.

Die Vereinigten Staaten stehen vor einer potenziellen Schuldenkrise, die sich in ihrer Dramatik mit der Studentenkreditblase vergleichen lässt. Jared Bernstein, ehemaliger Vorsitzender des Rates der Wirtschaftsberater von Präsident Joe Biden, hat in einem Meinungsartikel der New York Times seine Besorgnis über die aktuelle Schuldenpolitik geäußert. Bernstein, der einst als Verfechter einer lockeren Fiskalpolitik galt, hat seine Haltung geändert und warnt nun vor den Gefahren eines unkontrollierten Schuldenwachstums.
Bernstein erklärt, dass Regierungen Budgetdefizite aufrechterhalten können, solange das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schneller wächst als die Zinsen auf ihre Schulden. Diese Dynamik erinnert an die Situation von Hochschulabsolventen, die ihre Kredite bedienen können, solange ihr Einkommen schneller steigt als ihre Schuldenlast. Doch wenn das Schuldenwachstum das Einkommenswachstum übersteigt, droht eine finanzielle Schieflage.
Die Parallelen zur Studentenkreditkrise sind alarmierend. Die Zahl der Amerikaner mit Studentenschulden hat sich zwischen 2000 und 2020 mehr als verdoppelt, während die Gesamtschuldenlast von 387 Milliarden auf 1,8 Billionen US-Dollar gestiegen ist. Diese Entwicklung hat zu steigenden Ausfallraten und negativen Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der Betroffenen geführt.
Historisch gesehen waren die Schuldenkosten der US-Regierung im Verhältnis zu den Einnahmen relativ gering. Doch in den letzten Jahren haben sich die Bedingungen geändert. Die Renditen auf 10-jährige Staatsanleihen sind aufgrund von Pandemieausgaben und steigender Inflation gestiegen, was die Zinslast erhöht. Diese Entwicklung könnte die Schuldentragfähigkeit der USA erheblich beeinträchtigen.
Bernstein weist darauf hin, dass die Wirtschaftspolitik der Trump-Administration, insbesondere der Handelskrieg und die Steuerreformen, die Schuldenproblematik verschärft haben. Hohe Zölle könnten das Wirtschaftswachstum bremsen, während Steuerkürzungen die Schulden erhöhen und die Zinskosten in die Höhe treiben.
Um einen Schulden-Schock zu vermeiden, schlägt Bernstein vor, dass der Kongress vordefinierte Maßnahmen für Krisensituationen festlegt. Die USA geben bereits mehr für Zinsen auf ihre Schulden aus als für Medicare und Verteidigung. Diese Zinszahlungen könnten im nächsten Jahr eine Billion US-Dollar erreichen und damit zur zweitgrößten Ausgabe nach der Sozialversicherung werden.
Die Steuerpolitik der Trump-Administration wird voraussichtlich in den kommenden Jahren Billionen zum Defizit hinzufügen, wobei das Verhältnis von Schulden zu BIP bald den Rekordwert nach dem Zweiten Weltkrieg übersteigen könnte. Experten von Goldman Sachs warnen, dass die derzeitige Entwicklung nicht nachhaltig ist und die Schuldenlast auf einem steileren Kurs ist als in früheren Zyklen.

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