LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie stellt die bisherige Annahme in Frage, dass das Gehirn sich nach einer Amputation drastisch reorganisiert. Stattdessen bleibt die neuronale Karte des Körpers stabil, was neue Ansätze für die Behandlung von Phantomschmerzen eröffnet.

Die Vorstellung, dass das Gehirn sich nach einer Amputation drastisch reorganisiert, wurde lange als gegeben angesehen. Neueste Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass das Gehirn seine neuronale Karte des Körpers auch nach dem Verlust eines Körperteils weitgehend beibehält. Diese Erkenntnis könnte die Art und Weise, wie wir Phantomschmerzen verstehen und behandeln, grundlegend verändern.
In einer Studie, die in Nature Neuroscience veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher die Gehirne von Patienten, die sich einer Armamputation unterzogen. Mithilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) konnten sie die neuronale Aktivität vor und nach der Amputation kartieren. Überraschenderweise blieb die neuronale Karte der Hand im Gehirn unverändert, selbst Jahre nach der Amputation.
Diese Stabilität der neuronalen Karte erklärt, warum viele Amputierte weiterhin lebhafte Empfindungen ihrer fehlenden Gliedmaßen verspüren. Bisherige Theorien gingen davon aus, dass schmerzhafte Phantomempfindungen durch eine fehlerhafte Reorganisation der Gehirnkarte verursacht werden. Diese neuen Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass die Ursache eher in den Nerven liegt, die während der Amputation durchtrennt werden.
Die Forschungsergebnisse haben weitreichende Implikationen für die Entwicklung von Prothesen und Gehirn-Computer-Schnittstellen. Durch die Nutzung der stabilen neuronalen Karte könnten zukünftige Technologien es Amputierten ermöglichen, Prothesen auf natürliche und intuitive Weise zu steuern und sogar Empfindungen in den fehlenden Gliedmaßen zu simulieren.
Die Erkenntnis, dass das Gehirn eine widerstandsfähige Modellierung des Körpers beibehält, eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Phantomschmerzen. Anstatt sich auf die vermeintliche Reorganisation der Gehirnkarte zu konzentrieren, sollten zukünftige Therapien die Nervenverbindungen und deren Signale in den Fokus nehmen.

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