BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der deutsche Maschinenbau steht vor einer großen Herausforderung. Angesichts steigender Zölle und wachsender Konkurrenz aus China sind bis zu 20 Prozent der Arbeitsplätze gefährdet. Experten fordern dringend Reformen, um die Branche zu stabilisieren und die Innovationskraft zu stärken.

Der Maschinenbau, ein zentraler Pfeiler der deutschen Industrie, sieht sich derzeit mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Die jüngsten Handelsbarrieren, insbesondere Zölle, belasten das Geschäft mit den USA erheblich. Viele Unternehmen berichten von schmerzhaften Umsatzeinbußen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Gleichzeitig wächst der Druck durch die Konkurrenz aus China, die mit technologisch ausgereiften und staatlich subventionierten Produkten den europäischen Markt erobert.
Die Unternehmensberatung Horváth prognostiziert, dass in den nächsten drei Jahren rund 20 Prozent der Arbeitsplätze im deutschen Maschinenbau verloren gehen könnten. Diese Entwicklung würde die Struktur der Branche nachhaltig verändern. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) bestätigt bereits einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen um zwei Prozent und rechnet mit weiteren Abbauwellen.
Ein weiteres Problem sind die hohen Energie- und Steuerkosten in Deutschland, die die Produktionsstandorte belasten. Viele Unternehmen verlagern ihre Fertigung nach Asien oder Osteuropa, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Strategie, bekannt als „Lokal für lokal“, bedeutet, dass die Produktion in den USA für den US-Markt und in Asien für den asiatischen Markt erfolgt. Dies führt jedoch zu einem Verlust von Arbeitsplätzen in Deutschland.
Um dem entgegenzuwirken, setzen deutsche Unternehmen auf ihre Innovationskraft, insbesondere in Nischenbereichen wie der Lasertechnologie. Doch der technologische Vorsprung schrumpft, und es ist entscheidend, dass Firmen verstärkt in Forschung und Digitalisierung investieren. Obwohl 90 Prozent der Unternehmen planen, Künstliche Intelligenz einzusetzen, sind die Budgets im internationalen Vergleich bescheiden. Lippenbekenntnisse reichen nicht aus, wenn globale Wettbewerber Milliarden investieren.
Die strategische Ausrichtung vieler Unternehmen, sich in die Lieferketten chinesischer Hersteller einzufügen, birgt Risiken. Wenn alle denselben Weg einschlagen, wird nicht jeder überleben. Zudem droht die Fokussierung auf Kernbereiche, nachhaltige Projekte zu vernachlässigen. Klimarelevante Technologien geraten ins Hintertreffen, da sie sich kurzfristig nicht rechnen.
VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt warnt, dass hohe Energiepreise, Bürokratie und Steuerlast die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands untergraben. Während China Innovationen subventioniert, kämpft Deutschland mit politischem Stillstand. Ohne Reformen droht die Branche ihr Fundament zu verlieren, was Hunderttausende Arbeitsplätze gefährden könnte.

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