BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Deutschland hat Japan als größten Gläubigerstaat der Welt abgelöst, was sowohl ökonomische Chancen als auch Risiken birgt.

Deutschland hat Japan als größten Gläubigerstaat der Welt abgelöst, was sowohl ökonomische Chancen als auch Risiken birgt. Diese Entwicklung ist das erste Mal seit 34 Jahren, dass Japan diese Position abgeben muss. Das Nettoauslandsvermögen Deutschlands beträgt nun rund 3,51 Billionen Euro, während das von Japan bei etwa 3,3 Billionen Euro liegt.
Das Nettoauslandsvermögen eines Landes ist ein Indikator für die Differenz zwischen den Vermögenswerten, die Inländer im Ausland halten, und den Vermögenswerten, die Ausländer im Inland besitzen. Ein hoher Wert deutet darauf hin, dass ein Land mehr Vermögenswerte im Ausland hat als umgekehrt, was es zu einem Gläubigerstaat macht. Diese Position ist eng mit dem Handelsbilanzüberschuss verbunden, da Kapitalexporte eine Rolle spielen.
Die deutsche Spitzenposition im Gläubigerranking wird jedoch nicht nur positiv gesehen. Ökonomen weisen darauf hin, dass deutsche Unternehmen zwar stark im Ausland investieren, ausländische Investitionen in Deutschland jedoch zurückhaltender sind. Clemens Fuest vom Ifo-Institut betont, dass mehr Investitionen im Inland für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen vorteilhaft wären.
Ein weiteres Risiko besteht in geopolitischen Spannungen, insbesondere im Hinblick auf Investitionen in China. Sollte es zu einem Konflikt um Taiwan kommen, könnten deutsche Vermögenswerte in China gefährdet sein, warnt Jörg Krämer von der Commerzbank.
Für Verbraucher und Unternehmen haben diese Zahlen keinen direkten Einfluss, doch in der angespannten Weltwirtschaftslage könnte das Ranking dennoch Auswirkungen haben. US-Präsident Donald Trump hat bereits auf die Leistungsbilanzüberschüsse anderer Länder als Bedrohung für die US-Wirtschaft hingewiesen und Deutschland für seinen Exportüberschuss kritisiert.
Die USA haben im Ausland netto kein Vermögen und stehen mit Verbindlichkeiten von 26,2 Billionen Dollar da. Diese wirtschaftlichen Ungleichgewichte könnten zu weiteren Spannungen im internationalen Handel führen, insbesondere wenn die USA Maßnahmen ergreifen, um ihre Handelsbilanz zu verbessern.

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