LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass die Netzwerke, die für die Schmerzverarbeitung bei Säuglingen verantwortlich sind, sich nach der Geburt schrittweise entwickeln. Die emotionale und kognitive Schmerzreaktion reift erst nach der Geburt vollständig aus.

Die jüngste Forschung von Wissenschaftlern des University College London (UCL) hat aufgedeckt, dass die Netzwerke im Gehirn von Säuglingen, die für die Schmerzverarbeitung zuständig sind, sich in verschiedenen Stadien nach der Geburt entwickeln. Diese Erkenntnisse basieren auf der Untersuchung von 372 Säuglingen, die überwiegend zu früh geboren wurden. Die Forscher nutzten fortschrittliche Bildgebungstechniken, um die Reifung von drei Gehirnsubsystemen zu verfolgen, die mit der Schmerzverarbeitung in Verbindung stehen.
Während Säuglinge bereits etwa 34 bis 36 Wochen nach der Empfängnis Schmerzen spüren können, dauert es länger, bis sie eine emotionale und interpretative Schmerzverarbeitung entwickeln. Diese Ergebnisse könnten erklären, warum Frühgeborene anders auf wiederholte schmerzhafte Reize reagieren und unterstreichen die Bedeutung einer spezialisierten Schmerzbehandlung in der Neonatalpflege.
Die Studie zeigt, dass die sensorische Schmerzreaktion um die 34. bis 36. Woche ausreift, die emotionale Reaktion um die 36. bis 38. Woche und die kognitive Bewertung erst nach 42 Wochen. Dies bedeutet, dass selbst voll ausgetragene Säuglinge noch nicht über die volle Gehirnreife verfügen, um Schmerzen kognitiv zu bewerten.
Die Forscher verglichen die Gehirndaten von Säuglingen mit denen von Erwachsenen, da die reifen Schmerzverarbeitungsnetzwerke in früheren Studien kartiert wurden. Sie analysierten, wie stark die für die Schmerzverarbeitung bekannten Gehirnnetzwerke bei Säuglingen unterschiedlichen Alters funktional verbunden sind.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das erste Subnetzwerk, das das Erwachsenenstadium in Bezug auf Stärke und Konnektivität erreicht, das sensorisch-diskriminative Netzwerk ist, das um die 34. bis 36. Woche nach der Empfängnis ausreift. Zu diesem Zeitpunkt können Babys Schmerzen spüren, sind aber noch nicht in der Lage, emotional darauf zu reagieren oder sie zu interpretieren.
Vor diesem Punkt haben Säuglinge möglicherweise Schwierigkeiten, zu erkennen, welcher Teil ihres Körpers Schmerzen empfindet. Um die 36. bis 38. Woche erreicht das affektiv-motivationale Subnetzwerk seine Reife, sodass Säuglinge Schmerzen als unangenehm und bedrohlich identifizieren können.
Das kognitiv-evaluative Subnetzwerk erreicht seine Reife erst mehr als 42 Wochen nach der Empfängnis, was bedeutet, dass selbst voll ausgetragene Babys noch nicht über die vollständigen Gehirnnetzwerke verfügen, die erforderlich sind, um Schmerzen zu verstehen.
Die Forschungsergebnisse betonen die Bedeutung einer informierten pädiatrischen Versorgung, einschließlich der Rolle einer maßgeschneiderten Schmerzbehandlung und einer sorgfältig geplanten zeitlichen Abstimmung medizinischer Eingriffe für Neugeborene, insbesondere für Frühgeborene.
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