HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Die EU steht vor einer großen Herausforderung: Bis 2030 will sie 20 Prozent des weltweiten Halbleitermarkts kontrollieren. Doch Experten, wie der Nexperia-Manager Achim Kempe, halten dieses Ziel für utopisch. Trotz der Bemühungen der europäischen Halbleiterindustrie, insbesondere in Deutschland, scheint der Rückstand zu den führenden Märkten in Asien und den USA zu groß.

Die Europäische Union hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 will sie 20 Prozent des weltweiten Halbleitermarkts kontrollieren. Doch laut Achim Kempe, dem operativen Geschäftsführer des Halbleiterproduzenten Nexperia, ist dieses Ziel kaum erreichbar. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur äußerte Kempe seine Zweifel und bezeichnete das Ziel als “utopisch”. Der Marktanteil der EU liegt derzeit bei lediglich 8,1 Prozent, und es fehlt an den notwendigen Investitionen, um den Rückstand zu den führenden Märkten in Asien und den USA aufzuholen.
Die Halbleiterindustrie in Europa, insbesondere in Deutschland, hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Neue Fabriken entstehen, wie zum Beispiel in Dresden, einem der wichtigsten Standorte für die Chipproduktion in Europa. Dennoch bleibt der Großteil der Produktionskette, insbesondere der kostengünstige Montage- und Testbereich, in Asien angesiedelt. Diese geografische Verteilung der Produktionskapazitäten stellt eine erhebliche Herausforderung für die EU dar, die versucht, ihre Abhängigkeit von asiatischen Märkten zu reduzieren.
Die Bedenken von Kempe werden von anderen Branchenvertretern geteilt. Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie hat bereits im Dezember gewarnt, dass das EU-Ziel ohne deutlich mehr Förderung nicht zu erreichen sei. Auch der Europäische Rechnungshof hat im April seine Einschätzung abgegeben, dass die EU das 20-Prozent-Ziel verfehlen werde. Diese Einschätzungen basieren auf der Tatsache, dass in den USA, China, Taiwan und Südkorea erhebliche Investitionen in die Halbleiterindustrie getätigt wurden, die Europa weit hinter sich lassen.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die deutsche Halbleiterindustrie optimistisch. Kempe lobte die Fortschritte und die gute Aufstellung der deutschen Chipindustrie im europäischen Vergleich. Er betonte, dass Deutschland in Europa führend sei und die alte Bundesregierung bereits viel für die Halbleiterindustrie erreicht habe. Die Hoffnung besteht, dass die neue Regierung diesen Kurs fortsetzt und die notwendigen Rahmenbedingungen schafft, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Halbleiterindustrie zu stärken.

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