PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine umfassende Untersuchung von 248 Meta-Analysen zu alternativen Behandlungen für Autismus zeigt, dass es keine starken Beweise für deren Wirksamkeit gibt. Trotz der Beliebtheit solcher Methoden bei bis zu 90 % der Betroffenen, warnen Experten vor der Nutzung isolierter, qualitativ minderwertiger Studien.

Eine aktuelle Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Human Behaviour veröffentlicht wurde, hat die Wirksamkeit und Sicherheit von komplementären und alternativen Behandlungsmethoden für Autismus untersucht. Die Forscher analysierten 248 Meta-Analysen, die über 200 klinische Studien mit mehr als 10.000 Teilnehmern umfassten. Ziel war es, die Evidenzbasis für 19 verschiedene Behandlungsansätze, darunter Musiktherapie, Probiotika und Vitamin D, zu bewerten.
Die Ergebnisse der Untersuchung sind ernüchternd: Keine der analysierten Methoden konnte eine hohe Evidenz für ihre Wirksamkeit vorweisen. Besonders besorgniserregend ist, dass weniger als die Hälfte der untersuchten Behandlungen Sicherheits- oder Verträglichkeitsdaten enthielt. Dies stellt ein erhebliches Risiko dar, da viele Betroffene und ihre Familien auf der Suche nach nebenwirkungsarmen Alternativen sind.
Professor Richard Delorme, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Robert Debré Krankenhaus in Paris, betont die Notwendigkeit, sich auf rigorose randomisierte Studien zu stützen, bevor man alternative Behandlungen in Betracht zieht. Dr. Corentin Gosling von der Universität Paris Nanterre, der Hauptautor der Studie, hebt hervor, dass die Untersuchung eine umfassende Übersicht über die derzeit verfügbare Evidenz bietet und eine neue Online-Plattform entwickelt wurde, um diese Informationen zugänglich zu machen.
Die Plattform, die unter ebiact-database.com verfügbar ist, soll es Betroffenen und Fachleuten erleichtern, fundierte Entscheidungen über die Anwendung von CAIMs zu treffen. Professor Samuele Cortese von der Universität Southampton, Co-Autor der Studie, warnt davor, sich auf einzelne, qualitativ minderwertige Studien zu verlassen, da dies zu irreführenden Schlussfolgerungen führen kann.

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