MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die Entstehung von Eiszeiten auf der Erde ist ein faszinierendes Thema, das Wissenschaftler seit langem beschäftigt. Eine neue Studie der Universität Wien legt nahe, dass galaktische Phänomene, insbesondere die Bewegung unseres Sonnensystems durch Sternentstehungsgebiete, eine bedeutende Rolle bei der Auslösung von Eiszeiten spielen könnten.

Die Vorstellung, dass kosmische Ereignisse das Klima der Erde beeinflussen können, ist nicht neu, doch die jüngsten Erkenntnisse der Universität Wien werfen ein neues Licht auf die Zusammenhänge zwischen galaktischen Phänomenen und klimatischen Veränderungen. Insbesondere die Bewegung unseres Sonnensystems durch den Orion-Komplex, ein Gebiet intensiver Sternentstehung, könnte vor etwa 14 Millionen Jahren eine Eiszeit ausgelöst haben.
Die Entdeckung der Radcliffe-Welle, einer ausgedehnten Struktur im Orion-Komplex, unterstützt diese Theorie. Diese Struktur, die sich derzeit etwa 1.000 Lichtjahre von uns entfernt befindet, durchquerte vor 18,2 bis 11,5 Millionen Jahren den Bereich der Milchstraße, in dem sich unser Sonnensystem befindet. In dieser Zeit könnte unser Sonnensystem von Wasserstoffwolken durchströmt worden sein, was zu einer signifikanten Verkleinerung der Heliosphäre führte.
Die Heliosphäre, eine schützende Blase um unser Sonnensystem, vergleichbar mit dem Erdmagnetfeld, schützt die Erde vor kosmischer Strahlung. Eine Verkleinerung dieser Blase könnte zu einer erhöhten Exposition gegenüber kosmischer Strahlung geführt haben, was wiederum klimatische Veränderungen begünstigte. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass die Intensität der kosmischen Strahlung und die Konzentration kosmischen Staubs auf der Erde zu jener Zeit höher waren als heute.
Doch die Forscher betonen, dass diese Faktoren allein nicht ausreichen, um die klimatischen Veränderungen vollständig zu erklären. Ein starker Rückgang der CO2-Konzentration in der Atmosphäre könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Wahrscheinlich war es das Zusammenspiel mehrerer Phänomene, das zur Eiszeit im Miozän führte, die als ursächlich für die Bildung des antarktischen Eisschildes gilt.
Im Vergleich zu den aktuellen klimatischen Veränderungen, die durch menschliche Aktivitäten verursacht werden, vollzog sich der Klimawandel im mittleren Miozän über einen Zeitraum von mehreren Hunderttausend Jahren. Efrem Maconi, Hauptautor der Studie, betont, dass diese beiden Ereignisse nicht direkt vergleichbar sind, da die gegenwärtige Erderwärmung in nur wenigen Jahrzehnten dramatische Veränderungen hervorgerufen hat.
Diese Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen kosmischen Ereignissen und dem Erdklima. Sie unterstreichen die Bedeutung interdisziplinärer Forschung, um die vielfältigen Einflüsse auf unser Klima besser zu verstehen und zukünftige Entwicklungen besser prognostizieren zu können.

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