Geldreserven von Apple, Google, Microsoft & Co. gehen in die hunderte Milliarden - IT BOLTWISE® x Artificial Intelligence

NEW YORK (IT BOLTWISE) – Noch nie zuvor horteten Firmen so viel Geldreserven als in der heutigen Zeit. Die Gesamtsumme der Geldreserven ist höher als das vom „Forbes“-Magazin geschätzte Privatvermögen der 100 reichsten Menschen der Welt. Richard Lane ist Analyst der Ratingagentur Moody’s. Laut seinen Analysen horten Tech-Unternehmen das meiste Geld, gefolgt von der Pharma- & Energieindustrie. 1,73 Billionen US-Dollar hielten amerikanische Unternehmen im Jahr 2015 an Cashflow zurück, wenn es nach den Berechnungen von Lane geht. Seit 2006 haben sich die Beträge damit nahezu verdoppelt. Google, Microsoft, Apple und Cisco horten laut Lane 345 Milliarden US-Dollar – das meiste im Ausland. Steuervermeidung ist laut Google-CEO Larry Page nicht der Grund. Konzernchef Page wies in einem Interview mit der Financial Times im Jahr 2014 darauf hin, dass viel Geld in neue Geschäftsbereiche rund um Gesundheit und Heimvernetzung gesteckt werde.

Analysten der Finanzfirma Bernstein Research prognostizierten, dass die Geldreserven von Google bis Ende 2016 die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschreiten werde. Der Technologiekonzern Apple hat sich jahrelang geweigert finanzielle Rücklagen mit den eigenen Investoren zu teilen. 2015 wurden etwa 100 Milliarden US-Dollar an Investoren ausgeschüttet. Die Geldreserven gingen dadurch zuletzt etwas zurück, liegen aber laut Bernstein-Experte Carlos Kirjner immer noch bei knapp 200 Milliarden US-Dollar. Google-Geschäftsführer Larry Page gab in einem „Financial Times“-Interview im Jahr 2014 an, Geldreserven für viele neue Projekte rund um Gesundheit und Heimvernetzung zu stecken – Ende 2015 gab Google dann bekannt die neue Muttergesellschaft Alphabet gegründet zu haben.

Etwa 65 Prozent der Einnahmen werden in Steueroasen verdient und gehortet
Nur lediglich 35 Prozent der Einnahmen von Apple, Google, Microsoft & Co. wandern laut Berichten von Moody’s im eigenen Land und in die Hände des Fiskus. Alle großen Konzerne sind in der Regel international aufgestellt und können ihre Konzernstrukturen leicht zur Steuervermeidung nutzen. Auch immer mehr mittelständische Unternehmen verlegen ihren Sitz ins Ausland, um Steuern zu sparen. Mit niedrigen Steuersätzen locken Steueroasen wie Bermuda, Seychellen, die Cayman-Inseln, aber auch kleinere EU-Staaten wie Irland oder Luxemburg.

Mit einer Geldreserve von 193,5 Milliarden US-Dollar ist der iPhone-Konzern Apple der „Cash-King“ mit den meisten Geldreserven. Auch hier wird wieder das meiste Geld in Steueroasen verdient und gehortet. Die Strategien zur Steuervermeidung werden zwar vom US-Staat und der Politik kritisiert, sind aber weiterhin gängige Praxis der Großkonzerne. Der New Yorker Finanzinvestor Carl Icahn übte über mehrere Monate Druck auf das Apple-Management aus, um höhere Ausschüttungen an die Aktionäre zu erreichen. Laut der Ratingagentur Moody’s sind solche Aktionen seitens Investoren oft erfolgreich, um Dividenden zu erhalten.

Google erklärt in einem Brief wofür das Geld im Ausland Verwendung findet
Im Dezember 2013 schrieb der Tech-Konzern Google einen Brief an die Aufsichtsbehörde SEC. Diese forderte mehr Informationen zu den Auslandserträgen an. Zu dieser Zeit lagerte Google insgesamt 60 Milliarden US-Dollar – davon 35 Milliarden US-Dollar im Ausland. Aus dem Brief seitens Google an die SEC geht hervor, dass der Konzern etwa 20 bis 30 Milliarden US-Dollar an Auslandserträgen benötigt, um Firmen zu kaufen und zu übernehmen. Würde Google dieses Geld ins Heimatland Amerika zurückfließen lassen, würden hohe Steuern fällig werden. Dieser Brief wurde in zunächst vertraulichen Unterlagen an die Börsenaufsicht SEC übermittelt, wie die Finanznachrichtenagentur „Bloomberg“ und das „Wall Street Journal“ berichteten. Seither haben sich die Geldreserven vervielfacht.(cr/be)


Panama City, Panama
(Foto: Panama City, Panama – Fotolia, © wollertz)
Eine der beliebtesten Steueroasen der Welt – Panama City, Panama
    Quellenangaben, Einzelnachweise und Weblinks
  1. https://www.n-tv.de – Google Ende 2016 bei über 100 Milliarden US-Dollar
  2. https://www.welt.de – Warum US-Firmen ihre Geldberge im Ausland türmen
  3. https://www.stern.de – Google lagert die Hälfte der Reserven im Ausland
Larissa Bernhardt, 28.04.2017, New York



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