WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Iranische Hacker, die mit der Revolutionsgarde in Verbindung stehen, haben angekündigt, weitere E-Mails aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu veröffentlichen. Diese Drohung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die USA sich auf die Präsidentschaftswahlen 2024 vorbereiten.

Die Hackergruppe, die unter dem Pseudonym Robert agiert, behauptet, im Besitz von etwa 100 Gigabyte an E-Mails zu sein, die von Konten von Trumps Stabschefin Susie Wiles, seinem Anwalt Lindsey Halligan, Berater Roger Stone und der ehemaligen Pornodarstellerin Stormy Daniels stammen. Diese Ankündigung folgt auf eine frühere Veröffentlichung von Dokumenten, die im letzten Jahr während der Präsidentschaftskampagne von Trump an die Medien weitergegeben wurden.
Die US-Regierung hat die Cyberattacke als „unentschuldbar“ bezeichnet und angekündigt, dass alle Beteiligten zur Rechenschaft gezogen werden. FBI-Direktor Kash Patel betonte, dass jeder, der mit einem solchen Sicherheitsverstoß in Verbindung steht, umfassend untersucht und strafrechtlich verfolgt werde. Die Cyberabwehrbehörde CISA bezeichnete den Angriff als digitale Propaganda, die darauf abzielt, Präsident Trump zu schaden und das Ansehen ehrenhafter öffentlicher Bediensteter zu untergraben.
Die Hackergruppe Robert trat in den letzten Monaten der Präsidentschaftskampagne 2024 in Erscheinung und behauptete, die E-Mail-Konten mehrerer Trump-Verbündeter gehackt zu haben. Die Gruppe hatte zuvor E-Mails an Journalisten verteilt, die unter anderem eine finanzielle Vereinbarung zwischen Trump und den Anwälten des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy Jr. dokumentierten.
Der Iran hat in der Vergangenheit jegliche Beteiligung an Cyber-Spionage-Aktivitäten bestritten. Dennoch wird die Hackergruppe Robert von der US-Justiz als Teil der iranischen Revolutionsgarde angesehen. In einem kürzlichen Gespräch mit Reuters äußerten sich die Hacker nicht zu diesen Vorwürfen, sondern deuteten an, dass sie die gestohlenen E-Mails verkaufen könnten.
Frederick Kagan, ein Wissenschaftler des American Enterprise Institute, erklärte, dass der Iran im jüngsten Konflikt mit Israel erheblichen Schaden erlitten habe und seine Spione nun versuchen könnten, auf eine Weise zu reagieren, die keine weiteren militärischen Aktionen der USA oder Israels auslöst. Die Veröffentlichung weiterer E-Mails sei eine solche Maßnahme, die wahrscheinlich keine militärische Reaktion hervorrufen würde.
Obwohl die Gefahr besteht, dass der Iran digitale Angriffe auslöst, haben sich die Hacker während des Konflikts zurückgehalten. US-Cyberbeamte warnten jedoch, dass amerikanische Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen weiterhin im Visier Teherans stehen könnten.
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