WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Der strategische Wettbewerb zwischen den USA und China verändert die Wahrnehmung des Weltraums als globales Gemeingut. Während die USA früher als Verfechter dieser Idee galten, lehnten sie 2020 diese Charakterisierung ab. China hingegen hat seine Haltung geändert und nutzt nun die Terminologie des globalen Gemeinguts, um den Weltraum zu beschreiben. Diese gegensätzlichen Ansätze manifestieren sich in rivalisierenden Mondentwicklungsprogrammen.

Der strategische Wettbewerb zwischen den USA und China hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Vorstellung des Weltraums als globales Gemeingut. Diese Idee, die ursprünglich aus den Vereinbarungen der Ära des Kalten Krieges hervorging, betonte universellen Zugang, Freiheit der Erkundung und die Nicht-Aneignung des Weltraums. Doch die gegenwärtige geopolitische Rivalität hat die Art und Weise, wie die führenden Weltraummächte dieses Konzept interpretieren und anwenden, grundlegend verändert.
Historisch gesehen wurde der Weltraum durch den Vertrag über den Weltraum von 1967 als globales Gemeingut betrachtet. Dieser Vertrag legte die Grundlagen für die friedliche Nutzung des Weltraums und die Verhinderung von territorialen Ansprüchen. Doch in den letzten Jahren haben sich die politischen Positionen der USA und Chinas dramatisch verändert. Im Jahr 2020 lehnten die USA die Charakterisierung des Weltraums als globales Gemeingut ab, während China, das diese Terminologie zuvor abgelehnt hatte, sie nun verwendet, um den Weltraum zu beschreiben.
Diese gegensätzlichen Ansätze sind besonders deutlich in den rivalisierenden Mondentwicklungsprogrammen zu beobachten. Die USA führen die Artemis-Initiative an, während China zusammen mit Russland die Internationale Mondforschungsstation (ILRS) vorantreibt. Diese Programme sind nicht nur technische Unternehmungen, sondern auch Ausdruck der geopolitischen Ambitionen beider Länder im Weltraum.
Die Veränderungen in der Weltraumpolitik der USA und Chinas spiegeln eine breitere Verschiebung in der globalen Machtbalance wider. Während die USA traditionell als Verfechter des globalen Gemeinguts galten, haben sie sich nun für eine stärker nationalistische Herangehensweise entschieden. China hingegen hat seine Position geändert und nutzt die Terminologie des globalen Gemeinguts, um seine eigenen Interessen im Weltraum zu fördern. Diese Entwicklungen werfen Fragen über die Zukunft der internationalen Zusammenarbeit im Weltraum auf und darüber, wie die Prinzipien des globalen Gemeinguts in einer zunehmend multipolaren Welt aufrechterhalten werden können.
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