LOS ANGELES / LONDON (IT BOLTWISE) – Forscher der USC entwickeln ein virtuelles Modell des Hippocampus, um die Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung besser zu verstehen. Mit einem bedeutenden NIH-Forschungsstipendium zielt das Projekt darauf ab, die kritischen Punkte zu identifizieren, an denen neuronale Netzwerke versagen, um frühere und effektivere Behandlungen zu ermöglichen.

Die Alzheimer-Krankheit stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel: Warum werden bestimmte Neuronen im Gehirn zerstört, während andere unversehrt bleiben? Ein Forscherteam der USC hat sich mit einem bedeutenden Stipendium der National Institutes of Health (NIH) dieser Frage angenommen. Ziel ist es, ein multiskaliges digitales Modell des Hippocampus zu entwickeln, das die komplexen Zusammenhänge zwischen Genaktivität und Gedächtnisnetzwerken aufzeigt.
Das Projekt verbindet drei biologische Ebenen: molekulare Prozesse in einzelnen Zellen, lokale neuronale Schaltkreise und großflächige Gehirnnetzwerke. Diese umfassende Modellierung ermöglicht es, die Alzheimer-Erkrankung in einer Weise zu simulieren, die bei lebenden Patienten nicht möglich ist. So können Forscher die genauen „Kipppunkte“ identifizieren, an denen Gedächtnisnetzwerke zu versagen beginnen.
Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, zu verstehen, warum bestimmte Neuronen im Hippocampus schneller degenerieren als andere. Die Forscher konzentrieren sich dabei auf Veränderungen in der Genexpression, die dem Zelltod vorausgehen. Durch die Analyse von Mausmodellen und gespendetem menschlichem Gehirngewebe wird ein hochauflösendes Bild des Krankheitsverlaufs erstellt.
Ein innovativer Aspekt des Projekts ist die Möglichkeit, neue Medikamente oder Interventionen virtuell zu testen. So können Forscher herausfinden, ob der Schutz bestimmter Zelltypen das gesamte Gedächtnisnetzwerk stabilisieren kann, bevor irreparable Schäden auftreten. Diese virtuelle Testumgebung bietet eine sichere und schnelle Möglichkeit, neue Behandlungsziele zu evaluieren.
Die Forschung baut auf der Hippocampus Gene Expression Atlas (HGEA) auf, einer detaillierten Karte, die verschiedene Neuronentypen im Hippocampus anhand ihrer Genaktivität und Verschaltungsmuster definiert. Mit Hilfe modernster molekularer Bildgebung, 3D-Rekonstruktion von Schaltkreisen und fortschrittlicher computergestützter Modellierung wird das Verständnis der funktionalen Konsequenzen von Alzheimer-bedingten Veränderungen vertieft.
Die Ergebnisse des Projekts werden der globalen wissenschaftlichen Gemeinschaft offen zugänglich gemacht, um die Alzheimer-Forschung zu beschleunigen. Diese offene Wissenschaftsinitiative maximiert den Nutzen der NIH-Investition und fördert den Fortschritt auf diesem Gebiet.
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