BRASILIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein brasilianisches Gericht hat Volkswagen zu einer Rekordstrafe von 30 Millionen US-Dollar verurteilt. Der deutsche Automobilhersteller wurde für schuldig befunden, in den 70er- und 80er-Jahren Arbeiter auf einer Farm im Amazonasgebiet unter sklavenähnlichen Bedingungen beschäftigt zu haben. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Schritt in der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen durch internationale Konzerne.

Volkswagen sieht sich in Brasilien mit einem historischen Urteil konfrontiert, das den Konzern zur Zahlung von 165 Millionen Reais, umgerechnet etwa 30 Millionen US-Dollar, verpflichtet. Diese Strafe wurde vom brasilianischen Arbeitsgericht verhängt, nachdem festgestellt wurde, dass Arbeiter auf einer Farm im Amazonasgebiet unter Bedingungen arbeiten mussten, die der Sklaverei ähnelten. Diese Ereignisse fanden in den 70er- und 80er-Jahren statt, als die Farm für Viehzucht und Holzeinschlag genutzt wurde.
Die Untersuchung des Falls begann 2019, als die Staatsanwaltschaft umfangreiche Dokumente von einem örtlichen Priester erhielt, der den Fall seit Jahrzehnten verfolgt hatte. Nach weiteren Ermittlungen und Zeugenaussagen wurde 2024 offiziell Anklage gegen Volkswagen erhoben. Die Arbeiter, die zwischen 1974 und 1986 auf der Farm im Bundesstaat Para beschäftigt waren, lebten unter menschenunwürdigen Bedingungen. Sie wurden von bewaffneten Wachen überwacht, erhielten unzureichende Verpflegung und wurden durch ein System der Schuldknechtschaft gezwungen, auf der Farm zu bleiben.
Richter Otavio Bruno da Silva Ferreira erklärte in seinem Urteil, dass die Beweise bestätigten, dass die Farm Volkswagen gehörte und die Arbeitsbedingungen der gesetzlichen Definition von Sklavenarbeit entsprachen. Er betonte, dass die Spuren der Sklaverei in der brasilianischen Gesellschaft, insbesondere in den Arbeitsbeziehungen, erhalten geblieben sind. Die Wiederherstellung dieser Erinnerung sei unerlässlich, um die aktuellen Realitäten zu verstehen und Urteile gegen Diskriminierung zu fällen.
Volkswagen hat angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen. In einer Stellungnahme erklärte die brasilianische Zentrale des Unternehmens, dass es in den 72 Jahren seiner Tätigkeit in Brasilien konsequent die Grundsätze der Menschenwürde verteidigt und alle geltenden Arbeitsgesetze und -vorschriften strikt eingehalten habe. Dennoch wirft der Fall ein Schlaglicht auf die dunkle Vergangenheit internationaler Konzerne und deren Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen.

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