SANTA CLARA / LONDON (IT BOLTWISE) – Intel steht vor einem tiefgreifenden Wandel, da das Unternehmen seine Belegschaft um 22% reduziert und sich auf eine neue strategische Ausrichtung konzentriert.

Intel, der renommierte US-amerikanische Chip-Hersteller, steht vor einer bedeutenden Umstrukturierung. Unter der Leitung des neuen CEO Lip Bu Tan plant das Unternehmen, seine Belegschaft bis zum Jahresende um 22% zu reduzieren. Diese Entscheidung ist Teil eines umfassenden Plans, um Intel wieder auf Kurs zu bringen und die bisherigen strategischen Fehltritte zu korrigieren.
Die Herausforderungen, denen sich Intel gegenübersieht, sind vielfältig. In den letzten Jahren hat das Unternehmen an Boden im Bereich der Künstlichen Intelligenz verloren, einem Markt, der von NVIDIA dominiert wird. Zudem hat AMD in den traditionellen Märkten für Personal Computer und Server-Halbleiter an Marktanteilen gewonnen. Intel hat versucht, mit einem ehrgeizigen Plan für ein Chip-Auftragsgeschäft, das mit dem von Taiwans TSMC konkurrieren sollte, Fuß zu fassen, jedoch ohne Erfolg.
Tan hat klargestellt, dass es keine “Blankoschecks” mehr geben wird. Jede Investition muss wirtschaftlich sinnvoll sein, und Intel wird nur das produzieren, was die Kunden benötigen. Diese neue Ausrichtung soll das Vertrauen der Kunden durch konsistente Ausführung zurückgewinnen. Trotz dieser Maßnahmen fiel der Aktienkurs von Intel um 4,5%, nachdem das Unternehmen für das dritte Quartal höhere Verluste als erwartet prognostiziert hatte.
Ein wesentlicher Bestandteil der Umstrukturierung ist die Reduzierung der mittleren Managementebenen. Finanzchef David Zinsner erklärte, dass etwa 50% der Managementebenen abgebaut wurden, um die Effizienz zu steigern. Intel plant, die Belegschaft von 96.400 Mitarbeitern Ende Juni auf 75.000 bis Ende des Jahres zu reduzieren.
Die strategische Neuausrichtung umfasst auch eine Änderung der Strategie beim Bau von Fabriken. Intel wird künftig nur noch dann neue Fabriken bauen, wenn die Nachfrage nach seinen Chips vorhanden ist. Dies ist eine Abkehr von der bisherigen Praxis, Fabriken im Voraus zu bauen. Der Bau neuer Fabriken in Ohio wird verlangsamt, während geplante Fabriken in Polen und Deutschland gestoppt werden.
Intel erwartet für das dritte Quartal einen Verlust von 24 Cent pro Aktie, was höher ist als die von Analysten geschätzten 18 Cent. Trotz der Herausforderungen konnte Intel im zweiten Quartal einen Umsatz von 12,9 Milliarden US-Dollar erzielen, was die Erwartungen übertraf.
Die Umstrukturierungskosten, die durch die Entlassungen entstanden sind, beliefen sich im zweiten Quartal auf 1,9 Milliarden US-Dollar. Intel verzeichnete einen bereinigten Verlust von 10 Cent pro Aktie, während Analysten einen Gewinn von 1 Cent erwartet hatten.
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