SEATTLE (IT BOLTWISE) – Ohne Ankündigung hat Amazon ein eigenes Handelssystem für Transporte freigeschaltet. Darin setzt der Handelsriese die jetzigen Transportvermittler durch erheblich geringere Preise unter Druck. Möglich macht es der Verzicht von Amazon auf eine Vermittlungsprovision.

Seit dem 26. Februar 2019 ist die Transportbörse von Amazon unter freight.amazon.com online. Dort werden zahlreiche Frachtaufträge für Transportunternehmen angeboten – eine Funktion, die bisher Traditionsunternehmen wie C.H. Robinson oder Uber Freight übernommen haben. Erschreckend für die Wettbewerber: Die von Amazon Freight aufgerufenen Preise liegen nach Beobachtung des Fachmagazins Freight Waves rund ¼ bis 1/3 unter den bisherigen Transporttarifen.

Zum Beispiel bietet Amazon für Versender eine volle Lkw-Ladung von Albany (New York) nach Washington D.C. für 709 USD an. Das ist 33 % weniger als die 1.066 USD, die ein Versender nach der Handelsdatenbank DAT zahlen müsste. Allerdings muss bei Amazon auch die Spedition kürzer treten. Denn die hätte nach den aktuellen Tarifen 741 USD erhalten. Im Beispielfall erhält sie nur die 709 USD, die der Versender zahhlt. Der Verzicht auf eine Provision durch kommt im bisher sichtbaren Preisgefüge den Auftraggebern entgegen. Vorerst bietet Amazon Transporte nur in den US-Bundesstaaten Connecticut, Maryland, New Jersey, New York und Pennsylvania an.

Amazon beginnt im Nordosten der USA mit der Vermittlung von Lkw-Frachten.
Amazon beginnt im Nordosten der USA mit der Vermittlung von Lkw-Frachten. (Bild: Mike Bird/Pexel)




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